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Moby Dick trifft auf Macbeth

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La, Le, Lu - schaut nur alle zu wenn
La, Le, Lu - schaut nur alle zu wenn Thorsten Morawietz auf der Bühne steht. In mehr als einer Rolle. rainer rüffer © Rainer Rüffer

Dramatische Bühne zeigt 22 Stücke im Grüneburgpark

Bunte Lampions in Bäumen, gut 500 sorgfältig aufgereihte Stühle auf der Wiese, ein Zelt mit bunten Glühbirnen, Biertische, eine riesige Bühne mit Kulissen, die schon ohne Schauspieler faszinieren, sind im Sommer die Heimat von Thorsten Morawietz und seinem Ensemble aus 12 weiteren Schauspielern und zehn Kleindarstellern. Vor 26 Jahren hat Morawietz die Dramatische Bühne mitgegründet. Der Schauspieler, Regisseur, Texter und Macher lächelt beim Blick auf den Grüneburgpark.

Bühnenbild ist gewachsen

„Wir haben das Bühnenbild und die Bühne wieder vergrößert und Stücke dabei, die wir wegen Corona nicht spielen konnten“, sagt er erleichtert. Erst musste großer Abstand gehalten werden, letztes Jahr haben sich acht Schauspieler infiziert. „Dieses Jahr wird alles gut und die Stimmung wie vor Corona“, orakelt der Macher hoffungsvoll.

Von heute an bis zum 20. August gibt es 22 Stücke zu sehen. Von Moby Dick bis Macbeth, von Piraten der Karibik bis Nosferatu und König Lear. Das Ensemble hat seit jeher eine ganz eigene Art, in klassische Stücke modernen Witz, Tempo und überraschende Elemente einzubauen. Voller Humor und prächtigen Kostümen, voller Ironie und Spaß. Wie es die Schauspieler schaffen, sich so viele Texte, Choreographien und Kostüme zu merken, bleibt ein Rätsel. Sobald der Vorhang auf geht, ist man in den Bann gezogen und versinkt im Sommernachtstraum im Park.

Für nächstes Jahr plant Morawietz neue Stücke. Peter Pan zum Beispiel und Jacky & Hyde. Im Herbst geht es wieder in die Exzesshalle in die Leipziger Straße. „Jetzt hoffen wir, dass viele Leute in den Park kommen und mit uns Theater feiern“, so Morawietz, der gleich mehrere Lieblingsstücke hat. „Das variiert aber je nach Stimmung und Laune“, meint er. „Die spannendste Rolle für mich ist Cyrano, der Besessene in Cyrano der Bergerac, das schönste Kostüm für mich ist in Hänsel und Gretel - die Dämonenjäger und das lustigste finde ich den Sommernachtstraum“, verrät er und addiert Moby Dick und die Parktour Alice im Wunderland. „Weil dabei das Publikum physisch mitgeht.“ Für den Sommer 2024 plant er schon einen zweiten Teil. „Alice hinter den Spiegeln“ wird es heißen. Im Frühjahr war das Ensemble schon im Bethmannpark, im Günthersburgpark und im Grüneburgpark mit Teil 1 unterwegs. Ohne Bühne, aber mit jeder Menge Fantasie und Spontanität. Gespielt wird an unterschiedlichen Orten.

In der Freiluftsaison bleibt das Theater an seinem Platz. Hinter den bunten Zäunen ist die Welt eine andere. Noch wird geschraubt und geputzt, Technik und Licht installiert, Kostüme geordnet und geprobt. Man merkt, dass sich das Team auf den Sommer freut. „Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen“, hofft Morawietz. Vor zwei Jahren gab es oft Trouble im Park von allzu wild feiernden Jugendlichen, die wegen Corona die Parks überflutet hatten. „Das war letztes schon fast kein Thema mehr und dieses Jahr ist hier wieder überall komplett entspannte Atmosphäre mit Leuten, die ihre Picknickdecken ausbreiten und chillen“, hat er beim Aufbau beobachtet.

„Eigentlich gibt es keinen Grund, dass es nicht ein wunderschöner Theater-Sommer wird“, sagt er zuversichtlich. Er will, dass Theater nahbar für jedermann ist. Für Leute, die Klassiker lieben ebenso wie für alle, die sich scheuen, in Theater zu gehen und lieber eine Picknickdecke mitbringen. SABINE SCHRAMEK

Wo es Karten gibt

Karten gibt es im Vorverkauf für 18 Euro und an der Abendkasse in drei Kategorien. Als 20 Euro „Exzellence-de-Luxe-Preis“, als 15 Euro „Gerade-noch-so-Preis“ und als 1 Euro „Kaum-was-Preis“. Auf Spenden ist das Theater-Freilichtfestival dringend angewiesen. Das geht unter Startnext. Das gesamte Programm für den Sommer gibt es hier: https://www.diedramatischebuehne. de/programm/ .

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