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Moderner Klang triff Neorenaissance

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Von: Detlef Kinsler

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Der Pianist Pablo Held (Mitte) mit seinen Kollegen Robert Landfermann (r. Bass) und Schlagzeuger r Jonas Burgwinkel. Berühmt-berüchtigt ist das Trio aus Köln für seine Improvisationen. Und zu hören am 25. Februar in Sachsenhausen.
Der Pianist Pablo Held (Mitte) mit seinen Kollegen Robert Landfermann (r. Bass) und Schlagzeuger r Jonas Burgwinkel. Berühmt-berüchtigt ist das Trio aus Köln für seine Improvisationen. Und zu hören am 25. Februar in Sachsenhausen. © Kinsler

Der Kulturverein Jazz Montez ist zu Gast in der Schweizer-Straßen-Villa in Sachsenhausen.

Frankfurt. Edle Deckentäfelungen, prunkvolle Lüster, historisches Parkett und eine Terrasse, die in einen verwunschenen Garten mit Blick auf den Metzlerpark führt. Die zweigeschossige, 1886 gebaute Villa im Neorenaissance-Stil in der Schweizer Straße 5 steht unter Denkmalschutz und ist - so die Hausherrin Franci Rotariu stolz - "ein Juwel". Bewerben muss sie die Adresse nicht. Die Existenz eines solch spannenden Ortes spricht sich herum. Die Interessenten melden sich von selbst. So auch Lorenzo Dolce und John Steinmark von "Jazz Montez", die dort am Freitag, 25. Februar, erstmals zum Jazz laden. Es spielt das Pablo Held Trio aus Köln, berühmt für seine Gruppenimprovisationen.

Fotosessions und Filmaufnahmen

"Die Räumlichkeiten sind wirklich sehr schön und der Flügel ebenso", schwärmt Dolce. "Es ist ein wirklich beeindruckender Ort." Franci Rotariu hat die ehemaligen Wohnung im Parterre zu einer Event-Location gemacht. "Seit 2019 veranstalte ich hier Ausstellungen, klassische Konzerte, aber auch die Jewish Monkeys waren da, und ich vermiete die Räume für Fotosessions und Filmaufnahmen", setzt Rotariu auf eine unterschiedliche Nutzung ihrer drei Salons "im Original-Zustand", wie sie sagt. Und weil sie toll findet, was die beiden jungen Jazz-Impresarios seit 2016 auf die Beine stellen, nun auch diese Musikgattung.

Im März vor knapp sechs Jahren gründeten sie den Verein "Jazz Montez", um den Fans dieses Genres in der Stadt Aufregendes und Neuartiges bieten zu können. Doch der erste Lockdown bremste sie im Frühjahr 2020 in ihren vielfältigen Aktivitäten aus. "Nach fast anderthalbjähriger Pause danach wieder Konzerte und Festivals veranstalten zu können, war für uns eine überlebenswichtige Erfahrung", erinnert sich Steinmark.

Begeisterte Gesichter

"Der Kontakt mit den Musikern sowie dem Publikum hat uns vor Augen geführt, warum wir das Ganze eigentlich machen. In die begeisterten Gesichter von Menschen auf und vor der Bühne zu blicken, ist die größte Motivation, die man sich vorstellen kann." Zehn Wochen konnten sie mit ihrer "Holidays Deluxe"-Open-Air-Reihe die Fläche vor dem Kunstverein Familie Montez im Hafenpark bespielen, Ende August luden sie zudem in den Metzlerpark am Museum Angewandte Kunst ein. "Dabei haben wir gemerkt, dass, egal wie widrig die Umstände für die Kultur auch sein mögen, man mit innovativen Ideen der Stadt neue Impulse geben kann." Das El Barrio genante Festival wurde ein dreitägiges Happening für alle Sinne und ein echter Kontrapunkt in der COVID 19-Krise.

"Nach dem sehr intensiven Sommer haben wir uns erstmal eine Auszeit gegönnt", erzählt Dolce. "Als wir im Spätherbst bereit waren, mit mehreren Indoor-Konzerten loszulegen, hat uns das Corona-Comeback leider einen Strich durch die Rechnung gemacht." Nun also ein Neustart in besonderem Ambiente.

DETLEF KINSLER

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