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Im gediegenen Ambiente des Hessischen Hofs wurde zum Geburtstag diskutiert und gespeist.

Montagsgesellschaft feiert Jubiläum

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Für diesen Ehrengast machte die Montagsgesellschaft eine Ausnahme: Sie feierte an einem Mittwoch mit Ministerpräsident Volker Bouffier ihren zehnten Geburtstag.

Mit dem zehnten Geburtstag ist es besiegelt: Die Frankfurter Montagsgesellschaft ist nicht irgendeine launige Diskussionsrunde, sie ist ein respektabler Kreis engagierter Bürger, die Gedanken und Ideen bewegt, teilt, manchmal auch gebiert. Deshalb kommen hochkarätige Gäste wie der heutige Bundespräsident Joachim Gauck, Unternehmer Claus Wisser oder der Bundeswehrgeneral Lothar Domröse als Redner zu den monatlichen Treffen. Und deshalb sitzen bis zu 500 Gäste als Zuhörer und Diskutanten um sie herum.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Montagsgesellschaft zu ihrem zehnten Jubiläum nun quasi geadelt. Nicht nur mit der Ehrenkarte des Hessischen Ministerpräsidenten, sondern vor allem mit seiner Zeit. Lang und ausführlich sprach er vor den versammelten rund 200 Gästen über die immense Bedeutung ehrenamtlichen Engagements. „Wenn jeder nur das täte, was er muss, wäre unsere Gesellschaft kälter und ärmer.“ Und noch einmal so viel Zeit nahm sich der CDU-Politiker, um mit dem Vereinsvorstand und einigen Gästen der Montagsgesellschaft beim Essen zu plaudern. Dabei hätten seine Mitarbeiter vorab noch signalisiert, dass Bouffier sofort nach seiner Rede weiter müsse, verriet Stefan Söhngen, Mitbegründer und Vorsitzender der Gesellschaft.

Damit hat der Berater auch beim Ministerpräsidenten erreicht, was er und sein Mitstreiter der ersten Stunde, der Versicherungsunternehmer Stefan Knoll, sich mit der Gründung der Montagsgesellschaft erhofften: Die beiden Männer wollten interessierte Bürger zusammenbringen, um sich über Aktuelles aus Politik, Wirtschaft, Militär und Gesellschaft auszutauschen. „Wir wollten eine Plattform für die Themen bürgerschaftlichen Engagements aufbauen.“

Als Vorbild für diese Initiative, die inzwischen Politiker, Geschäftsleute, Künstler, Mediziner und viele andere engagierte Frankfurter anlockt, diente den beiden Machern die Mittwochsgesellschaft im Hause des preußischen Kulturministers Moritz August von Bethmann-Hollweg. Er begründete im Jahr 1863 die Tradition, lud stets mittwochs zu freien wissenschaftlichen Diskussionen ein. Aus der Salonrunde wurde ein Club engagierter Menschen, so namhaft und engagiert besetzt, dass die Nationalsozialisten ihn nach dem Attentat auf Adolf Hitler im Jahr 1944 verboten.

Weil aber weder Söhngen noch Knoll mittwochs Zeit hatten, wählten sie den jeweils letzten Montag im Monat für ihre Runden aus und tauften ihre Initiative folgerichtig Montagsgesellschaft. Diese ist inzwischen ein gemeinnütziger Verein und zählt etwa einhundert Mitglieder sowie rund 2000 Freunde, die mehr oder minder regelmäßig zu den Treffen kommen. Neuerdings hat die Gesellschaft, die inzwischen regelmäßig im Hessischen Hof tagt, mit Stefan Knoll auch einen Ehrenvorsitzenden.

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