Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen den Fundort im Niddapark. Ein Spaziergänger hatte die Leiche der 29-Jährigen entdeckt.
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Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen den Fundort im Niddapark. Ein Spaziergänger hatte die Leiche der 29-Jährigen entdeckt.

Polizei ermittelt

Mord in Frankfurt: Warum musste Irina A. sterben?

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Die Polizei sucht mit Hochdruck nach dem Mörder von Irina A. Die Leiche der Frau war am Mittwoch blutüberströmt im Gras des Niddaparks liegend gefunden worden. Die Obduktion ergab, dass die 29-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.

Sie muss viel Geld verdient haben, dafür spricht ihr teures Auto (Mercedes GLE 350 d für 65 000 Euro), mit dem sie am Dienstagabend zu einer Verabredung gefahren war. Eine geschäftliche Verabredung? Die Polizei ermittelt. Fest steht: Die 29-jährige Irina A. ist tot, erschlagen und erstochen in der Nacht zu Mittwoch. Spaziergänger fanden die Leiche am frühen Mittwochmorgen (wir berichteten).

Kontakte zur Halbwelt

Welche Art Geschäfte hat die junge Frau betrieben? Eine Zeitung spekulierte, sie sei an Immobiliendeals beteiligt gewesen. Klar scheint jedoch, als Kellnerin – wie sie offiziell firmierte – verdient man kaum so viel, dass es für den dicken Mercedes reicht. Vielmehr sollen

Kontakte zur Halbwelt

für A.s Wohlstand gesorgt haben.

Irina A. lebte laut „Bild-Zeitung“ im Westend. Vor einem Jahr erlangte sie zweifelhafte Berühmtheit. Die Kellnerin arbeitete im „First in“ auf der Fressgass’, einem Restaurant, das damals von Szene-Gastronom M. betrieben wurde. Die beiden erregten Anfang 2017 bundesweit Aufsehen, als sie behaupteten, ein „Sex Mob“ habe in der Nacht des Jahreswechsels im „First in“ Frauen belästigt. Die „Bild-Zeitung“ berichtete damals darüber.

Der Wirt berichtete damals, ein Jahr nach der Skandalnacht am Kölner Dom 2015/16, von sexuellen Übergriffen, Körperverletzungen, Diebstählen und äußerst aggressivem Verhalten von Nordafrikanern und Flüchtlingen. M. sprach von „rund 40 Arabern“, die den Gästen ihre Getränke weggetrunken und Frauen „angegrapscht“ hätten. M.s Kollegin, die Kellnerin Irina A., sagte dem Blatt: „Sie fassten mir unter den Rock, zwischen die Beine, an meine Brüste, überall hin. Mir und meinen Freundinnen.“

Die FNP ist damals nicht auf den Zug aufgesprungen, sondern hat kritisch gefragt, weshalb es nicht noch andere Stimmen gab, die von den Vorfällen berichtet haben. Später stellte sich heraus, dass M. und Irina A. alles frei erfunden haben. A. war zum Jahreswechsel gar nicht in Frankfurt. Später hat die „Bild-Zeitung“ sich für ihre Berichte entschuldigt.

Im November schließlich erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen A. und M. – wegen Vortäuschens einer Straftat. In wenigen Tagen, am 8. Juni, sollte das Verfahren vor dem Amtsgericht beginnen.

Musste Irina A. deshalb sterben? Angeblich wird auch im Umfeld des Gastronomen M. ermittelt. Das muss nicht unbedingt etwas heißen, schließlich ermittelt die Polizei in alle Richtungen und verfolgt Spuren im privaten und beruflichen Umfeld der Getöteten. Eine heiße Spur war bis gestern noch nicht dabei.

Auf der Suche nach der heißen Spur ist die Polizei auf Zeugen angewiesen. Dies betrifft vor allem den Dienstagabend, als Irina A. ihren großen Mercedes-Geländewagen abgestellt hat. Es muss nach 20 Uhr gewesen sein, sagte Polizeisprecher André Sturmeit. „Vielleicht ist sie nicht alleine zum Park gekommen.“

Dienstags Ruhetag

Der Parkplatz, auf dem das Auto abgestellt war, war nicht der große des Sportvereins Blau-Gelb, sondern der kleinere, etwas versteckte vor dem Restaurant „Niddapark“ gelegene. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

„Wir können dazu nichts sagen, wir haben dienstags Ruhetag“, sagte der Inhaber des Restaurants „Niddapark“ gestern. Ein Mitglied des Kleingartenvereins berichtete: „Tagsüber stehen da immer Autos. Da fällt ein SUV nicht auf.“ Am Dienstagabend hingegen hätte das Auto schon auffallen können. „Obgleich es auch viele Hundehalter gibt, die hier das Auto abstellen.“

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