Morgen geht die Batschkapp live auf Sendung

  • vonDetlef Kinsler
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SECKBACH Virus-Musik-Radio-Show sendet aus der Gwinnerstraße - Vier regionale Spitzenbands am Start

Die Virus-Musik-Radio Show hat eine lange Tradition. Ab 2007 fand die jährliche Zusammenkunft regionaler Musiker im Sinkkasten statt. Nachdem das Traditionslokal schließen musste, zog der Tross in den Rockclub "Das Bett" im Gallusviertel um und war zuletzt ab 2018 im HoRsT in den Adlerwerken zu Gast. Zu gerne hätte man auch in diesem Jahr die Show dort ankündigt. Nur fiel dieser Veranstaltungsort als einer der ersten Corona zum Opfer und die Betreiber mussten aufgeben. Zu den gültigen Hygienebestimmungen wäre es in der kuscheligen Atmosphäre des Raumes ohnehin nicht möglich gewesen, sieben Bands auf zwei Bühnen zu präsenteren. Also kam Sepp'l Niemeyer, dem Initiator des Festivals, die Batschkapp in den Sinn. Denn da ließe sich der durch die Pandemie auferlegte Abstand, vor und hinter der Bühne, gewährleisten, wenn man sich auf vier Bands beschränken würde. Nun also die Kapp, aus der es am Samstag, 19. Dezember, durch den Äther schallt. Analog und online auf radio x FM 91,8 von 18 bis 23 Uhr.

Die Szene dankt es

Als Schlagzeuger der Batschkapp-Hausband The Terrible Noises war es ein leichtes für Niemeyer, Ralf Scheffler, den Geschäftsführer des Clubs und Rhythmusgitarre im Quartett, zu fragen, ob die Virus-Musik-Radio-Show dieses Mal in der Gwinnerstraße stattfinden könne. "Es war nicht schwer, ihn dazu zu überreden", sagt Niemeyer. Schon in der alten Kapp in Eschersheim war die Musikerinitiative Virus-Musik oft mit den "Newcomer TV"-Shows präsent. "Da haben uns Ralf Scheffler und sein Booker Matze Brunner auch immer so gut es ging unterstützt, und deshalb finde ich es richtig, das Virus-Musik die letzte Veranstaltung 2020 mit der Batschkapp zusammen ebenda macht", betont Niemeyer. "Wir fördern die regionale Musikszene zwar auf ganz unterschiedlichen Ebenen, aber wir fördern sie schon gemeinsam, und das ist etwas, was uns seit langem verbindet."

Leider ohne Publikum

Bis in den September konnte der Traditionsclub Konzerte als Open Airs im Sommergarten anbieten. Die bereits als Corona- konforme Shows im Saal angekündigten Termine, etwa mit den Rodgau Monotones und Maybebop, waren nach Verlängerung des zweiten Lockdowns hinfällig.

Auch zur Virus-MusikRadio-Show ist nun - anders als erhofft - kein Publikum zugelassen. Aber es war von vornherein klar, dass das Stadtradio radio x als langjähriger Partner den ganzen Abend live überträgt.

Niemeyer hat vier Formationen eingeladen, die aus diesem vermaledeiten Jahr das Beste und von sich reden gemacht haben. Die Singer/Songwriterin Fee, die 2019 den Panikpreis der Udo-Lindenberg-Stiftung gewann, hat mit "Nachtluft" ihr zweites Album unter dem Motto "Gerade in diesen Zeiten muss es neue Musik geben" fertiggestellt. Auch das Trio Fooks Nihil, das sich vom akustischen Westcoast-Sound fast zur elektrischen Psychedelic Rock-Band entwickelt hat, legte 2020 sein Debüt vor.

Jule Heidmann und Paula Stenger alias Romie haben in einem Studio an ihrem Sehnsuchtsort Irland die CD "Trust In The You Of Now" mit Folkmusic in ihren verschiedensten Facetten realisiert. Die Frankfurter Dauerbrenner Gastone sorgen wie immer für gute Laune, deren Sänger Giuseppe Porrello ist seit Anfang des Jahres eine der Stimmen der Söhne Mannheims. Allesamt sind das lokale Top-Bands.

"Mit diesen Namen setzen wir ein Zeichen, dass wir noch da sind", kommentiert Niemeyer. Mit dem Motto des Abends wollte das Multitalent, das auch als Moderator fungiert, zudem eine Botschaft senden. "Gemeinsam einsam ..." ist die Virus-Musik-Radio-Show 2020 überschrieben. Denn für immer mehr Menschen bedeutet Corona auch Einsamkeit. "Wenn wir aufhören, so viel über unser eigenes Schicksal nachzudenken und dann bemerken, dass sich ja immer mehr Leute einsam fühlen und dass daraus ja eine Gemeinsamkeit in der Einsamkeit entsteht, dann entsteht aus diesem Bewusstsein eine Kraft, die die eigene Einsamkeit erträglicher macht", glaubt Niemeyer. "Man schaut nach außen und wird wieder kreativ, fängt wieder an, zu kommunizieren und in die Zukunft zu schauen." DETLEF KINSLER

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