Spitze einer Moschee.
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Ein Unbekannter ist in Frankfurt gewaltsam in eine Moschee eingedrungen. Die Polizei fahndet nach dem Mann. (Symbolbild)

Polizei fahndet

„Sexuelle Handlungen“, uriniert und Feuer gelegt: Mann dringt gewaltsam in Frankfurter Moschee ein

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
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Ein bisher unbekannter Mann verschafft sich gewaltsam Zutritt zum Gebetsraum einer Moschee. Die Polizei in Frankfurt nimmt die Fahndung auf.

  • Ein bisher unbekannter Mann ist in die Hamza-Moschee in der Köngsteiner Straße in Frankfurt eingedrungen.
  • In der Moschee verursachte der Mann einen leichtes Sachschaden.
  • Die Polizei in Frankfurt hat die Fahndung aufgenommen, vermutet aber kein politisches Motiv.

Frankfurt – Ein bisher unbekannter Mann hat sich in der Nacht zum Mittwoch (27.01.2021) gewaltsam Zugang zu einer Moschee in der Königsteiner Straße im Frankfurter Stadtteil Höchst verschafft und dort Sachschaden angerichtet. Das berichtet das Polizeipräsidium Frankfurt.

Gegen 4.45 Uhr am frühen Mittwochmorgen drang der Mann durch gewaltsames Öffnen einer Tür in den Gebetsraum der Moschee ein. Wie die Polizei in Frankfurt vermutet, trug er dabei einen bisher unbekannten brennenden Gegenstand, den er auf einen Teppich im Gebetsraum fallen ließ und diesen somit leicht beschädigte.

Unbekannter Mann schafft sich Zugang zum Gebetsraum der Moschee: Polizei Frankfurt ermittelt

Danach entledigte sich der Mann seiner Kleidung und begann, „sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen“, wie es in einer entsprechenden Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Frankfurt heißt. Anschließend legte sich der Mann zum Schlafen auf den Teppich. Seinen Schlaf unterbrach der Mann nach Angaben der Polizei nur, um an die Wand des Gebetsraumes der Moschee zu urinieren.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich laut Polizeiangaben außer dem unbekannten Mann niemand im Gebäude. Erst etwa zwei Stunden, nachdem sich der Mann Zutritt zu dem Gebäude verschafft hatte, betrat ein Zeuge die Moschee und sah den entkleidete Mann auf dem Teppich liegen. Dieser schreckte auf, schnappte sich seine Kleidung und flüchtete. Den Tathergang belegen laut Polizei auch die Bilder der Videokamera im Gebetsraum der Moschee.

Zeuge gibt Personenbeschreibung ab: Polizei Frankfurt nimmt die Fahndung auf

Nachdem der Zeuge den Vorfall bei der Polizei in Frankfurt gemeldet hatte, nahm diese sofort die Fahndung auf. Der Zeuge beschreibt den bisher unbekannten Mann wie folgt:

  • Der unbekannte Mann ist etwa 1,75 Meter groß.
  • Er hat eine schlanke Figur und ein europäisches Erscheinungsbild.
  • Der Mann trug einen Drei-Tage-Bart.
  • Er sprach akzentfrei deutsch.
  • Der Unbekannte sei augenscheinlich dem Obdachlosenmilieu zuzuordnen.
  • Er trug einen langen dunklen Mantel, möglicherweise mit der Aufschrift „Police“.
  • Außerdem berichtete der Zeuge vom strengen Geruch des Mannes.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun gegen den unbekannten Mann wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung durch Feuer, Störung der Religionsausübung und Hausfriedensbruch. Bei ihren Ermittlungen geht die Polizei bislang nicht von einem politisch-motivierten Hintergrund der Tat aus. Dennoch werden Zeugen gesucht, die sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall in der Moschee in Frankfurt geben können. Diese werden gebeten sich an die Kriminalpolizei Frankfurt unter der Telefonnummer 069 755 51 599 zu wenden oder an jede andere Polizeidienststelle.

Polizei vermutet kein politisches Motiv: SPD-Politikerin aus Frankfurt fordert Schutz für muslimische Gemeinden

Dadurch, dass sich der Vorfall am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und nur einen Tag vor dem Urteil im Prozess um den rechtsextremistischen Mord an Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke ereignete, wurde zunächst ein mutmaßlich politisch-motivierter Brandanschlag auf die Moschee befürchtet.  

Infolgedessen forderte Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) mehr Schutz für muslimische Gemeinden in Deutschland. „Anti-muslimischer Rassismus ist real und bedroht Menschen“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

In Offenbach kam es vor einiger Zeit zu einem Vorfall, bei dem ein Einbrecher im Gebetsraum einer Moschee eingeschlafen war. Dort wurde er von der Polizei festgenommen. (Yannick Wenig)

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