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Mutter stirbt beim Schlafen im Flugzeug – Kinder sitzen acht Stunden neben Leiche

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Von: Kai Hartwig

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Eine Passagiermaschine startet vom Flughafen Frankfurt
Auf einem Flug von Hongkong nach Europa kam es zu einem tragischen Vorfall. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Eine britische Familie wollte in der Heimat einen Neustart wagen. Nach 15 Jahren in Hongkong flog sie nach Europa. Der Flug endete in Frankfurt dramatisch.

London/Frankfurt – Bis ins Jahr 1997 war Hongkong eine britische Kolonie. Vor 25 Jahren übergab das Vereinigte Königreich die Staatshoheit der Metropole an China. Seitdem ist Hongkong eine chinesische Sonderverwaltungszone.

Eine vierköpfige Familie aus Großbritannien lebte seit den frühen 2000er Jahren in der ehemaligen britischen Kolonie. Kürzlich entschied sie sich, in die Heimat zurückzukehren. Doch der Flug des Ehepaars und seiner zwei Kinder aus Hongkong nach Europa zum Flughafen Frankfurt nahm ein fürchterliches Ende: Die Mutter überlebte diesen nicht, berichtet merkur.de.

Auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt: Mutter stirbt an Bord vor den Augen ihrer Familie

Auf der Online-Plattform Gofundme.com richtete eine Freundin der Verstorbenen Helen R. eine Spendenkampagne für deren Hinterbliebenen ein. Dort schilderte sie die tragischen Umstände des Todes der Frau. Der trat während des knapp 14 Stunden dauernden Flugs von Hongkong zur Zwischenstation Frankfurt am Main ein. Von dort sollte es dann weiter nach Großbritannien gehen.

Demnach habe die Mutter eines Sohnes und einer Tochter nach dem Abflug aus der asiatischen Metropole zunächst geschlafen. Nach einigen Stunden sei sie aber „nicht ansprechbar“ gewesen. Sofort seien Maßnahmen eingeleitet worden, damit die Britin das Bewusstsein wiedererlangt. „Trotz aller Bemühungen konnte Helen nicht mehr wiederbelebt werden“, schrieb deren Freundin: „Dies alles geschah vor den Augen ihrer Kinder.“ Und als wäre diese schlimme Erfahrung nicht furchtbar genug, musste die Familie der Toten noch viele Stunden neben deren Leichnam ausharren.

Flug zum Flughafen Frankfurt: Ehemann und Kinder der Toten müssen wohl acht Stunden neben dem Leichnam sitzen

„Während der verbleibenden acht Stunden des Fluges lag Helen in einem atemlosen Schlaf in ihrem Sitz“, beschrieb deren Freundin die schreckliche Situation. Trotz der traumatischen Situation hätten sich der Ehemann und seine beiden Kinder noch von ihrer Frau und Mutter verabschieden können, hieß es weiter. Nach der Landung am Flughafen Frankfurt musste der Leichnam der Britin aufgrund behördlicher Vorgaben vorerst in Deutschland bleiben. Der Rest der Familie flog nach Großbritannien.

Die Verstorbene hatte zuvor über 15 Jahre in Hongkong gelebt und dort als Hebamme gearbeitet. Zudem hatte Helen R. sich in einer Gruppe engagiert, die Müttern in medizinischen Fragen zur Seite steht. Die gesammelten Spenden sollen nun ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern helfen, das Geld für die Beerdigung und weitere anfallende Kosten aufzubringen. (kh)

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