So sah es zu Beginn der Bauarbeiten an der Mühlbergschule aus. Beendet sind sie immer noch nicht. foto: monika müller
+
So sah es zu Beginn der Bauarbeiten an der Mühlbergschule aus. Beendet sind sie immer noch nicht.

Sachsenhausen: Einzug verschiebt sich

Mühlbergschule bleibt im Container

  • vonStefanie Wehr
    schließen

Noch kein neuer Termin

Die Mühlbergschule wird nicht zum geplanten Termin fertig, die Schüler können nicht nach den Sommerferien ins neue Gebäude umziehen. Grund sind erneute Verzögerungen auf der Baustelle, gibt die Stadt bekannt. "Bei mehreren Gewerken gibt es erhebliche Probleme mit den Baufirmen", räumt der Sprecher des Baudezernats Günter Murr ein. An mehreren Stellen mussten Mängel am Bau beanstandet werden. "Die Kooperation einzelner Firmen bei der Mängelbeseitigung ist aber leider unzureichend", erklärt Murr weiter.

Abdichtung mit Mängeln

Weil die Baumängel nicht behoben werden, geht es auf der gesamten Baustellen nicht weiter. So war etwa die sogenannte Weiße Wanne - die Abdichtung des Untergeschosses - nicht funktionsfähig. Deshalb konnte der Ausbau der unteren Sporthalle nicht begonnen werden. Wegen der Verzögerungen im Ausbau komme es auch zum Verzug bei den Arbeiten an den Außenanlagen. "Die Situation ist sehr unerfreulich und wir bedauern, dass wir der Schule derzeit noch keinen Einzugstermin nennen können", sagt Murr.

Somit ist das Ende des Unterrichts am Auslagerungsort, in den Containern am Länderweg, weiterhin offen. Die Nachricht ist bei Eltern und Schulleitung auf großen Unmut gestoßen. Zwei Jahre ist der Umzug nun schon überfällig, 2019 sollte ursprünglich alles fertig sein. "Wir sind sehr traurig und tun alles, um das beste aus der Lage zu machen" sagt Schulleiterin Elke Rimpf. Denn die Container waren und sind ohnehin ein Provisorium. Zu Pandemiezeiten seien sie allerdings schlicht eine Zumutung, finden die Eltern. Das Warten auf den Umzug empfinden sie als untragbaren Zustand. Ein ganzer Jahrgang der Mühlbergschule hat es von Klasse 1 bis 4 nicht ins neue Schulgebäude geschafft. Im neuen Schuljahr ab Sommer kommen vier erste Klassen hinzu.

"Die Container haben unzureichende Toiletten, es gibt nicht genug Waschbecken", monieren die Eltern in einer Pressemitteilung. Für 340 Schüler gibt es laut Schulleitung nur sechs Toiletten. "Wir erfüllen die Corona-Hygiene-Auflagen, aber es ist nicht ideal", sagt Schulleiterin Rimpf. Die Eltern sehen ein "deutlich erhöhtes Ansteckungsrisiko". "Wir fordern die Politik auf, nun endlich zu handeln und nicht länger tatenlos den inakzeptablen Stand zu tolerieren", sagt die Vorsitzende des Elternbeirats, Leonie Kling.

Denn wenn es in den nächsten (Corona-) Herbst gehe, gebe es wieder das Problem der Belüftung, warnen die Eltern. Eine Luftfilteranlage kann in den Containern nicht installiert werden, weshalb alle paar Minuten gelüftet werden muss. Dann frieren laut Schilderungen der Eltern die Kinder, zumal die Heizung nicht gut funktioniert und kaum nachheizt. Manche Räume hingegen überheizen, weil sich dort die Temperatur offenbar kaum regulieren lässt. Dritter Beschwerdepunkt: Die Container haben kein WLAN. Beim Thema Digitalisierung wurde stets auf den Umzug ins neue Gebäude vertröstet.

Genau das sei das Absurde an der Situation: Probleme wurden von den Ämtern stets mit dem Hinweis auf den baldigen Umzug ins neue, bessere Schulgebäude zur Seite geschoben. Schulleitung und Eltern wünschen sich deswegen dringend Verbesserungen am Ist-Zustand: Die Eltern wollen "umgehend adäquate Sanitäranlagen, Luftfilter in allen Klassenräumen, die Überarbeitung der Heizungsanlage und eine digitale Basisausstattung".

Geboten sei außerdem eine "transparente, verlässliche, öffentliche Kommunikation zum Stand der Ertüchtigung der Containeranlage". Stefanie Wehr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare