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Sperrmüll - wie hier in der Bernadottestraße - ist ein immer wiederkehrendes Problem. foto: rüffer

Nordweststadt: Dreckecken

Müll-Sheriffs sollen nach dem Rechten sehen

  • vonBrigitte Degelmann
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Sammelplätze für die großen Häusergruppen einrichten

Bewohner der Nordweststadt kennen dieses Problem: wilde Sperrmüllablagerungen, vor allem in Wendehammern und Nebenstraßen. Ein Antrag der CDU-Fraktion im Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), der in der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung steht, will jetzt für eine Lösung sorgen. Und zwar mit mehreren Maßnahmen, bei deren Umsetzung man auch die großen Wohnungsbaugesellschaften in der Verantwortung sieht.

Zum einen soll den entsprechenden Hausanschriften in der Nordweststadt ein umzäunter oder ummauerter Sperrmüllplatz zugewiesen werden. "Feste und umfriedete Sperrmüllplätze, die systematisch in der ganzen Nordweststadt eingerichtet werden, können dafür sorgen, dass die Verwahrlosungen zurückgehen und der aus Unwissenheit oder Dreistigkeit zum Beispiel drei Wochen zu früh abgelegte Sperrmüll nicht im Weg herumliegt", heißt es in dem Antrag. Zum anderen will man an die Wohnungsbaugesellschaften appellieren, zur Sauberhaltung der Grundstücke eigene "Müll-Sheriffs" einzusetzen, beispielsweise Ein-Euro-Jobber.

Mehr Kontrollen der Stadtpolizei

Darüber hinaus schlägt die CDU vor, die Nordweststadt mit den Straßen Weißkirchener Weg, Gerhart-Hauptmann-Ring, Thomas-Mann-Straße, Praunheimer Weg, Hammarskjöldring, Bernadottestraße, Heilmannstraße, Ernst-Kahn-Straße und In der Römerstadt 2021 zum "abfallpolizeilichen Ermittlungsschwerpunkt" zu erklären, wobei vermehrt Sperrmüllsünder ermittelt und bestraft werden sollen.

Außerdem sollten die Bußgelder für illegale Sperrmüllentsorgung und nicht termingerecht hinausgestellten Sperrmüll bis zum maximal zulässigen Betrag erhöht werden - "vor allem, wenn es um umweltschädlichen Sperrmüll wie zum Beispiel Kühlschränke geht. Bei Sperrmüll über einem Kubikmeter und 100 Kilogramm wären das 1500 Euro", informiert die Fraktion.

Wilder Sperrmüll sei ein Dauerthema, klagt Ortsvorsteher Klaus Nattrodt (CDU): "Kaum ist er abgeholt, steht zwei Stunden später wieder was Neues da." Solche Probleme beobachte man jedoch nicht nur in der Nordweststadt, sondern überall in Frankfurt.

Stefan Röttele, Pressesprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), spricht ebenfalls von einem "anhaltenden Problem": "Es gibt einen gewissen Prozentsatz an Leuten, die sich nicht an die Regeln halten." In den Straßen, die in dem CDU-Antrag aufgeführt werden, seien fast alle Gebäude an die Siedlungsabfuhr angeschlossen. Das heißt, dort gibt es einen festen Abfuhrplatz, von dem Sperrmüll zu festen Zeiten abgeholt wird, normalerweise einmal pro Monat. Wie bei den individuell vereinbarten Terminen darf er frühestens am Vortag ab 15.30 Uhr hinausgestellt werden.

Tage vorher rausgestellt

An diese Vorschrift halten sich viele jedoch nicht, weiß Röttele. "Wir haben es oft mit dem Problem des verfrühten Rausstellens zu tun", sagt der Unternehmenssprecher. Das sei kein Kavaliersdelikt, sondern könne von der Stadt als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Mit gutem Grund. Denn solche Ablagerungen locken Nachahmer an, die dann Sachen, die sie loswerden wollen, einfach dazustellen.

Die Anregungen der CDU beurteilt der FES-Sprecher eher zurückhaltend. Zwar seien umzäunte oder ummauerte Abholplätze grundsätzlich besser als wilde Ablagerungen, sagt er. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass dann an diesen Stellen eine Vermüllung drohe. Letztlich beträfen die Vorschläge vor allem die großen Wohnungsbaugesellschaften, mit denen die FES im Übrigen regelmäßig im Gespräch sei. Und die vorgeschlagenen Müll-Sheriffs? "Unrecht wäre uns das sicher nicht", sagt Röttele. Brigitte Degelmann

Der Ortsbeirat 8 tagt

Donnerstag, 26. November, 20 Uhr, Bürgerhaus Nordwest, Walter-Möller-Platz.

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