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Ekel-Alarm in Frankfurt: Wachsender Müllberg stinkt Nachbarn gewaltig

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Von: Judith Dietermann

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Seit Wochen haben Anwohner an der Bernadottestraße in Frankfurt ein ekliges Problem. Zwischen ihren Häusern sammelt sich der Müll. Und der Berg wächst.

Frankfurt – Bewohner in Frankfurt sind sauer, weil sich seit Wochen Unrat stapelt und nicht entsorgt wird. Eine alte Matratze, blaue Müllsäcke, leere Flaschen und Dosen, Papp-Kartons und jede Menge Plastik – es ist ein Sammelsurium aus Müll und Sperrmüll, der sich seit sechs Wochen sammelt. Direkt auf der Wiese im Wendehammer neben den Gebäuden der Bernadottestraße, unter anderem die Hausnummern 14, 20 und 42 sind betroffen.

„Das ist traurig und ekelhaft“, sagt Anwohner René Moriggl und läuft mit gerümpfter Nase um den Müllberg herum. Eines versteht Moriggl allerdings nicht: Den Sperrmüll, der sich bis vor wenigen Tagen unmittelbar am Wendehammer gestapelt hatte, haben die Frankfurter Entsorgungsbetriebe kürzlich abgeholt, berichtet er.

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Den Dreck auf der Wiese hätten sie allerdings achtlos liegengelassen. Und sogar noch etwas vom Gehweg dorthin gekickt. „Seit sechs Wochen wird der Haufen dort nun immer größer. Ich habe schon die ersten Ratten gesehen“, sagt er. Weswegen seine Hausverwaltung auch beschlossen habe, Rattenköder auszulegen. Das Grundproblem, sagt er, löse das aber freilich nicht.

Fassungslos ist René Moriggl: Seit Wochen wächst der Müllberg neben dem Wendehammer. Er kann nicht glauben, dass die Menschen ihren Müll einfach hier entsorgen, statt in die Tonne zu werfen und dass die Säcke nicht entfernt werden.
Fassungslos ist René Moriggl: Seit Wochen wächst der Müllberg neben dem Wendehammer. Er kann nicht glauben, dass die Menschen ihren Müll einfach hier entsorgen, statt in die Tonne zu werfen und dass die Säcke nicht entfernt werden. © Rüffer

FES-Sprecher Stefan Röttele zeigte sich über die Müllansammlung "etwas überrascht". Weil es dort eine monatliche Siedlungsabfuhr gebe, weswegen dort "eigentlich nichts liegen" dürfe. Bei seiner Recherche stellte sich allerdings heraus, dass der Unrat sich eben auf der Wiese und damit auf nicht städtischem Gelände befindet.

Woraus sich ein neues Problem ergibt. Denn die Gebäude am Wendehammer haben unterschiedliche Eigentümer. Während zum Beispiel die Nummer 14 zum Immobilienmanager Ecowo zählt, ist die Nummer 42 im Eigentum der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia. Zu wem gehört also die Wiese?

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Die Vonovia will sich nun darum kümmern, dass der Müll auf der Wiese entfernt wird. "Wir werden das in die Wege leiten", versichert Vonovia-Sprecher Christoph Schwarz. Genau an dieser Stelle komme es immer wieder zu Problemen. Die Wiese abzugrenzen, etwa mit einem Zaun, sieht er nicht als Lösung. Dann würde der Müll dort angelehnt, das Problem nicht gelöst, meint er.

Viel mehr sieht Schwarz die Schwierigkeit darin, dass der Wendehammer, und damit auch die Wiese, wegen der dort regelwidrig abgestellten Fahrzeuge häufig nicht angefahren werden könnte. Ein Problem, das auch die FES kennt. Was sich allerdings deutlich verbessert habe, wie Stefan Röttele betont. „Unsere Probleme mit der wiederkehrenden Verparkung des Wendehammers sind deutlich weniger geworden – dank eines schnellen Drahts zum Straßenverkehrsamt“, sagt er.

Was allerdings auch das Grundproblem nicht lösen würde, meint derweil Schwarz. Weswegen er vielmehr an die Mieter, wenn sie es denn seien, die dort ihren Unrat ablegen, appelliert, die vorhandenen Sperrmüllplätze zu nutzen. Und er betont deutlich: Solche Zustände, wie den aktuellen, sofort der Vonovia zu melden. "Nur so können wir aktiv werden. Herauszufinden, wer den Müll dort ablagert, ist schwierig. Da haben wir als Unternehmen eine gewisse Machtlosigkeit", sagt Schwarz.

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René Moriggl ärgert vor allem das Gerangel um die Zuständigkeit. Ob der Müll nun auf städtischem oder privatem Grund liegt. „Das spielt doch letztlich keine Rolle. Wichtig ist, dass er wegkommt“, sagt er und zeigt auf einen offenen Farbeimer. An dem sich die Nachbarskinder bereits bedient und die hellgrüne Farbe an den Laternenpfeiler geschmiert haben. „Direkt hinter der Wiese liegt ein Spielplatz, die Kinder laufen an dem Müll vorbei. Das ist ekelhaft“, sagt er.

Seit 45 Jahren lebt Moriggl in der Bernadottestraße. Und das sehr gerne. Solche Müll-Probleme habe es zwar „immer wieder“ gegeben. Mal mehr oder weniger. Weswegen er sich aber sicher nicht daran gewöhnt habe. Im Gegenteil. „Das gehört sich nicht!“, sagt er und nimmt die Bewohner in die Pflicht, ihren Müll künftig ordentlich richtig zu entsorgen. (Judith Dietermann)

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