Teile der Fahrbahn und die Bürgersteige sind von den zur Leerung an den Ausgang der Haigerer Straße /Ecke Westerbachstraße gestellten Tonnen blockiert. FOTO: privat
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Teile der Fahrbahn und die Bürgersteige sind von den zur Leerung an den Ausgang der Haigerer Straße /Ecke Westerbachstraße gestellten Tonnen blockiert.

Sossenheim: Frankfurter Entsorgung

Mülltonnen blockieren die Bürgersteige

  • Michael Forst
    VonMichael Forst
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Altes Problem ist plötzlich wieder da

Es ist ein Missstand, den Patricia Zielinski eigentlich längst behoben geglaubt hatte: Eine riesige Sammlung an Restmüll- und gelbe Verpackungstonnen blockiert seit kurzem wieder die Ausfahrt ihrer Haigerer Straße in Sossenheim. Wo sie auf die vielbefahrene Westerbachstraße trifft, stellen die Tonnen nach Aussagen der Nachbarin alle zwei Wochen nicht nur Teile der Fahrbahn, sondern auch die Bürgersteige zu.

Keine Chance mit dem Kinderwagen

Das hat gravierende Folgen, gerade für die Passanten. "Für Fußgänger, vor allem aber Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen, Kinder- sowie Einkaufswagen ist dann kein Vorbeikommen mehr - sie müssen auf die gefährliche Westerbachstraße ausweichen", beklagt Zielinski. Abbiegern werde zudem die Sicht genommen.

Gefährdet sieht die Sossenheimerin aber auch jene Autofahrer, die aus der Haigerer Straße auf die Westerbachstraße abbiegen wollen. Ihnen nehmen die Tonnen die Sicht. Und schließlich hat sie beobachtet, dass im Notfall etwa Feuerwehrwagen oder Sanitätsfahrzeuge keine Chance hätten,

Es sind genau die Probleme, die sie mit viel Beharrlichkeit bei den Ämtern und dem städtischen Müllentsorger FES im vergangenen Sommer so lange monierte, bis es gelöst war.

Hintergrund des Ganzen: Seit 2017 dürfen Müllfahrzeuge aus Sicherheitsgründen nicht mehr rückwärts fahren. So fuhren auch die Fahrzeuge des städtischen Müll-Entsorger FES nicht mehr in die enge Haigerer Straße. Stattdessen holten die Mitarbeiter die Tonnen bei den Bewohnern der Straße ab und stellen sie zur Leerung an die Ausfahrt zur Westerbachstraße.

Auf Zielinskis Druck hin lenkte die FES damals ein, setzte ihre kleinsten Mikro-Fahrzeuge ein, die wenigstens einen Teil der Haigerer Straße doch rückwärts befahren konnten. Und warum jetzt wieder die Rückkehr zu alter, bereits als gefährlich erkannter Unsitte? "Man kann wohl von einem Experiment sprechen, das schief gelaufen ist", formuliert FES-Sprecher Michael Werner etwas kleinlaut.

Hintergrund sei, dass die FES-Flotte nur drei der sogenannten Mikro-Fahrzeuge habe - und die auch teils zeitgleich in anderen Teilen der Stadt benötigt würden. Deswegen habe man zunächst beschlossen, wenigstens einen Teil der Müllsammel-Tour wieder mit den Fahrzeugen herkömmlicher Größe abzufahren - und die Tonnen dabei wie früher von Mitarbeitern an den Ausgang der Haigerer Straße stellen zu lassen. Zudem hätten sich Mieter im Wendehammer, am anderen Ende der Haigerer Straße, darüber beschwert, dass Mülltonnen vor ihrem Haus stünden.

Bei der neuerlichen Abholung an der Ecke zur Westerbachstraße hätte man den Fehler gemacht, mehr als nur eine Müllsorte gleichzeitig zur Leerung rauszustellen. Davon werde man sofort wieder abrücken. Ebenso wolle man künftig darauf achten, dass die Tonnen die Fußwege nicht blockieren. Dazu gehöre, beim Ordnungsamt darauf zu drängen, dass die schraffierte Fläche der Fahrbahn nicht von Falschparkern zugestellt wird, wie immer wieder geschehen. Denn dadurch fehle dann zusätzlich Platz für die Mülltonnen.

Das Ignorieren der Sperrflächen hat auch Patricia Zielinski längst als Problem ausgemacht. Aber dies dürfe "keinesfalls zulasten der Fußgänger gelöst werden", mahnt sie an. Das unangenehme Déjà-vu mit dem "Tonnen-Wald" mache sie "wirklich fassungslos". Deshalb fordert sie in einem Schreiben an die Stadt: "Bitte stellen Sie sofort ihr Verfahren um, und sorgen Sie dafür, dass diese gefährlichen Situationen nicht wieder entstehen."

Michael forst

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