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Mitten durch diese Grünfläche südlich der Gerbermühl- bzw. Strahlenberger Straße (rechts) verläuft die Stadtgrenze. Dort könnte die Multifunktionshalle entstehen.

Offenbacher CDU gibt Widerstand auf

Multifunktionshalle am Kaiserlei: Weg frei für die Arena

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Erstmals seit Jahrzehnten haben die CDU-Fraktionen aus Frankfurt und Offenbach gemeinsam getagt. Herausgekommen ist eine Annäherung bei einem langjährigen Streitthema.

Als der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank (CDU) im vergangenen Sommer den Offenbacher Koalitionsvertrag von CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern las, bekam er schlechte Laune. Denn in einem einzigen Satz wurde das zunichte gemacht, woran er seit Jahren arbeitete: Demnach lehnt die neue politische Mehrheit in der Nachbarstadt die Multifunktionshalle ab, die auf beiden Seiten der Stadtgrenze am Kaiserlei entstehen soll. Dabei hatte sich Offenbach bereits 2012 vertraglich dazu verpflichtet, diese zu unterstützen. Auf eine Ausschreibung hatten sich mehrere potenzielle Investoren gemeldet, die eine 13 000 Zuschauer fassende Arena für Eishockey, Basketball und Konzerte errichten wollen. „Wir haben dann die Handbremse angezogen“, beschreibt Frank das Vorgehen.

Jetzt kann er wieder Gas geben. Denn die Bedenken aus Offenbach sind ausgeräumt. Der Durchbruch sei in dieser Woche bei einer gemeinsamen Sitzung der CDU-Fraktionen aus Frankfurt und Offenbach erzielt worden, berichteten am Freitag die Fraktionschefs Michael zu Löwenstein (Frankfurt) und Roland Walter (Offenbach). Eine solche Zusammenkunft habe es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Dieses erste Treffen führte zu einem konkreten Ergebnis: In einer gemeinsamen Erklärung unterstützen die Fraktionen den Bau der Multifunktionshalle.

„Wir verkennen nicht, dass es sich um ein Projekt von regionaler Bedeutung handelt“, betonte der Offenbacher CDU-Politiker Peter Freier, der seit dem vergangenen Sommer Stadtkämmerer ist. Es gebe aber nach wie vor Bedenken, dass der Kaiserlei-Kreisel, der bis Ende 2019 in eine Kreuzung umgebaut werden soll, dem zusätzlichen Verkehr nicht gewachsen ist. Jetzt wurde vereinbart, dass eine möglicherweise nötige Änderung der Verkehrsführung – Frank spricht von einer zusätzlichen Abbiegespur – erst nach Abschluss der Umbauarbeiten in Angriff genommen wird. Finanziell soll die Stadt Offenbach dadurch nicht belastet werden, die Kosten sollen komplett die Investoren tragen. Sollte das nicht gelingen, will Frank beim Land wegen einer Mitfinanzierung anklopfen. Um wie viel Geld es geht, ist noch nicht klar. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer wollen sich die beiden Nachbarstädte „freundschaftlich teilen“, sagte Frank.

Frank hofft jetzt, in den wenigen Monaten das Ausschreibungsverfahren beenden zu können. Im Rennen sind zwei Bieter, das Unternehmen Lagardère Sports, das auch an der Betreibergesellschaft der Commerzbank-Arena beteiligt ist, und die Anschutz Entertainment Group, die in Berlin und Hamburg große Hallen betreibt. Zuschüsse aus Steuermitteln soll es für das Projekt nicht geben, die Stadt Frankfurt werde das 20 000 Quadratmeter Grundstück zu marktüblichen Preisen zur Verfügung stellen, sagte Frank. Ein Einkaufszentrum oder ein Hotel werde neben der Halle nicht genehmigt.

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