Multifunktionshalle am Kaiserlei

Multifunktionshalle: Markus Frank greift zu Plan B

Die Ausschreibung für die Multifunktionshalle am Kaiserlei wird noch vor dem Sommer auf den Weg gebracht. Allerdings wird diese nicht so attraktiv, wie erhofft. Investoren soll es dennoch geben.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) greift zu Plan B. Damit es endlich Fortschritte für den Bau einer bis zu 15 000 Zuschauer fassenden Multifunktionshalle am Kaiserlei gibt, wird diese nun auch ohne weiteres Zutun aus Offenbach ausgeschrieben. „Unser Ziel ist es, dies bis Sommer zu tun“, kündigt Frank im Gespräch mit dieser Zeitung an. Damit könnte der gordische Knoten durchschlagen sein.

Denn bisher hatte man sich zwischen Frankfurt und der Nachbarstadt in schöner Regelmäßigkeit die Schuld hin und her geschoben, wer denn für die Verzögerungen verantwortlich sei. Ursprünglich sollte die Ausschreibung für die Halle, die direkt auf der Stadtgrenze läge, nämlich schon vor mehr als zwei Jahren starten. Doch stattdessen begannen die Diskussionen. Zuletzt hatte das Offenbacher Stadtparlament im Dezember vergangenen Jahres zwei Bebauungspläne für das Gebiet verabschiedet – die aber enthielten keine Multifunktionshalle.

Dies gefiel den Machern in Frankfurt gar nicht. „Unser Ziel war eine möglichst attraktive Ausschreibung“, erklärt Frank. Aus Sicht von Frankfurts Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel hätte dazu gehört, dass die Änderung des Bebauungsplans zumindest auf den Weg gebracht und außerdem ein Umlegungsverfahren für die Grundstücke gestartet ist. „Solange es keinen Investor gibt, wird es keine Veränderung geben“, wiederholt aber Fabian El-Sheikh, Sprecher der Stadt Offenbach, die Position seiner Kommune.

Nun lenkt Frank also ein, wartet nicht mehr darauf, dass in der Nachbarstadt etwas passiert. „So kommen wir voran, auch wenn es für mich nur die zweitbeste Möglichkeit ist“, sagt er. Allerdings wird die schon fast fertige Ausschreibung nun auch die Probleme enthalten. Dazu gehören nicht nur die Bebauungspläne und das Umlegungsverfahren, sondern auch die Verkehrsanbindung. „Der Investor müsste auch ein Verkehrskonzept vorlegen“, betont El-Sheikh. Dieser muss wohl vor allem über die neue Kaiserlei-Kreuzung, die 2016 aus dem bisherigen Kreisel entstehen soll, und die A 661 abgewickelt werden.

Frank geht mit der Ausschreibung ganz bewusst ins Risiko. Schon einmal hatte die Stadt einen Investor für eine Multifunktionshalle gesucht – und für das Gelände am Stadion niemanden gefunden, mit dem man sich einigen konnte. Dennoch bleibt der Sportdezernent optimistisch. Und das kann er auch sein. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass es Interessenten für den Bau gibt. Und der wird nicht billig. Auch wenn geplant ist, dass die Städte Frankfurt und Offenbach die Grundstücke zur Verfügung stellen, werden die Baukosten für die Sport- und Veranstaltungshalle auf bis zu 150 Millionen Euro geschätzt – und die soll alleine der Investor tragen.

Und die Offenbacher? „Wir begleiten das positiv und wollen die Halle nicht verhindern“, betont El-Sheikh. Daher habe man auch Frankfurt die Option für die Grundstücke auf Offenbacher Seite gegeben. Die hatte Frankfurt Ende vergangenen Jahres gezogen, sich so 22 000 Quadratmeter Platz für die Halle reserviert. Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) sehe grundsätzlich Bedarf für eine solche Halle im Rhein-Main-Gebiet, sagt der Stadtsprecher. Diese Ansicht zumindest teilt er mit Markus Frank. Ob sie denn am Kaiserlei kommt, bleibt abzuwarten.

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