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Harald Faber zeigt den Raum des Archäologischen Forums Nida.

Bürgerverein Heddernheim

Ein Museum für die Fastnacht

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Der Bürgerverein Heddernheim ist im Umbaufieber und hat für sein Heimatmuseum im Schloss ein neues Konzept entwickelt. Ein Fastnachtsmuseum soll der Beginn für etwas ganz Großes werden: Das 1584 erbaute Gebäude soll ein kultureller Treffpunkt im Stadtteil werden.

Vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl fasst Dietmar Pontow an die Ecke des Plakates zur 111. Heddemer Fastnacht. Dann setzt der Vorsitzende der Zuggemeinschaft Klaa Paris einen Fuß auf die Leiter und steigt langsam empor. Stufe für Stufe. Lothar Kilian, Vorsitzender des Bürgervereins, passt derweil auf, dass Pontow nicht das Gleichgewicht verliert. Auf der frisch gestrichenen Wand mit den roten, weißen, blauen und gelben Streifen – den Farben der Zuggemeinschaft – wollen die beiden Fastnachter das Plakat anbringen, neben den bereits hängenden Poster. Das älteste stammt von 1872 –- fast aus jedem Jahr haben die Heddemer Käwwern ein Exemplar gesammelt.

Ausgestellt werden sollen die historischen Plakate mit zahlreichen anderen Dingen rund um das närrische Treiben in Klaa Paris im neuen Fastnachtsmuseum im Heddernheimer Schloss. In den beiden Räumen, in denen bislang das Heimatmuseum untergebracht war. „20 Jahre lang gab es das Museum, irgendwann haben wir die Sachen schätzen lassen. Es handelt sich fast ausschließlich um sogenannte Flachware, die kaum etwas wert ist“, erklärt Lothar Kilian.

Zudem sei Zeit gewesen für etwas Neues, etwas Größeres. Denn der Bürgerverein will nicht nur das Fastnachtsmuseum eröffnen, er will aus dem alten Schloss, das derzeit auch noch vier vermietete Wohnungen beherbergt, einen kulturellen Treffpunkt im Stadtteil machen. „Es soll eine Art

Kulturzentrum

werden, ein Treffpunkt für die Vereine. So etwas gibt es in Heddernheim nicht, wir haben noch nicht mal ein Bürgerhaus“, erklärt Stephanie Mohr-Hauke, Schriftführerin beim Bürgerverein.

Dafür brauche der Verein aber mehr Platz, deswegen bestehe der Wunsch, die noch vermieteten Wohnungen zusätzlich nutzen zu können. „Darin ist es ja auch kein schönes Wohnen, das Haus ist nicht gedämmt, die Heizkosten explodieren“, weiß Mohr-Hauke, dass eine Sanierung des 1584 erbauten Schlosses dringend nötig ist. Das sei jedoch Aufgabe der Stadt, der das Schloss gehört. Der Bürgerverein darf seine Fläche mietfrei nutzen, nur die Umlagen müssen übernommen werden. „Es muss etwas getan werden. Das Haus ist ein Denkmal, und die Stadt unternimmt nichts“, bedauert Lothar Kilian.

Anteilige Kosten würden auch auf die Fastnachtsvereine zukommen, die sich am Museum beteiligen wollen. Deswegen ziere sich das 1. Frankfurter Gardecorps auch noch ein wenig. „Die werde ich mir aber noch mal an den Hörnern packen“, verspricht Dietmar Pontow. Mit dabei sind neben den Heddemer Käwwern freilich auch die Fidelen Nassauer, die Kolpingfamilie, der KTC Rot-Weiß, die Turnerschaft Heddernheim und die Zuggemeinschaft. Also alle, die in Klaa Paris Rang und Namen haben, werden in ihre Archive und Keller eintauchen und ihre Schätze ausstellen.

Nicht viel verändern wird sich trotz des Umbaus im Ausstellungsraum des Archäologischen Forums Nida. Nur ein paar Ausstellungsstücke werden erneuert, erklärt Vorstandsmitglied Harald Faber.

Ein besonderes Schmankerl soll die Besucher im Eingangsbereich erwarten – neben einer Nachbildung der „Gemaa Bump“ (Gemeindepumpe) aus Holz wird dort auch die Zeitkapsel aus dem Jahr 1895 gezeigt. Beim Umsetzen der Skulptur „Die Liegende“ wurde sie im Herbst 2016 entdeckt.

Schon Ende Mai, vielleicht auch etwas später könnte das neue Museum eröffnen. Einen festen Zeitplan gibt es nicht. Ebenso wenig wie für das gewünschte

Kulturzentrum

, in dem auch Künstler aus den Heddernheimer Höfen Platz finden könnten. „Bei uns ist es eng, es fehlt für viele Kreative der Platz. Hier hätten wir ihn“, sagt Andrea Völzing, die sich im Bürgerverein für die Künstler stark machen will.

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