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Flanier- und Partymeile

Museumsuferfest: Auf ins bunte Kultur-Spektakel am Main

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Das Museumsuferfest bietet noch bis einschließlich Sonntag viel Lärm und viel Party, viel Gastronomie und Kommerz. Und, eher am Rande, auch viel Kultur. Man muss halt genau hinschauen. Und hinhören.

Die Frankfurter lieben es oder hassen es: Das Museumsuferfest mit Kultur, Kunsthandwerkwerk, Remmidemmi, seinen etwa 1000 Verkaufs-, Essens- und Getränkeständen, seinen Bühnen des kleinen Showbizz, seinem Lärm, seinen Wespen, seinem Gedränge. In diesem Jahr schlug der Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei der Eröffnung versöhnliche Töne an: „Kultur heißt auch, Verbindendes zu pflegen statt Trennendes.“ Leider seien erhöhte Sicherheitsvorkehrungen erforderlich, die Besucher müssten Verständnis haben. Aber: „Wir Frankfurter lassen uns durch nichts und niemanden einschüchtern.“

Windböen als Drohung?

Was heißt das? Hat es Drohungen gegeben? „Nein!“, versichert Kurt Stroscher, namens der Tourismus + Congress GmbH für die Ausrichtung des Fests verantwortlich. Gar nicht. Wenngleich Stroscher wie im Vorjahr schon Betonblöcke auf die Straßen stellen ließ. Aber vielleicht meinte der OB ja das Wetter? Gut möglich. Es ist kühler geworden und für den heutigen Samstag sagt der Deutsche Wetterdienst Windböen bis 50 km/h voraus. „Allerdings“, versichert Denny Karran vom Deutschen Wetterdienst, „wird es aller Wahrscheinlichkeit nach trocken bleiben. Allenfalls ein paar kurze Schauer sind möglich.“ Das gelte auch für den Sonntag, allerdings wird da der Wind abflauen. So gesehen kein Grund für die Besucher von, das Museumsuferfest zu meiden. So etwas kann sie nicht einschüchtern.

Exotik gefällt

Auch wer kein Remmidemmi mag, der vermag das Fest zu schätzen. Mit seinen vielen exotischen Standbeschickern und Köchen, der Internationalität der Stadt angemessen etwa aus Indien, Bengalien, Argentinien, aus europäischen Ländern und aus Georgien.

Georgien, Gastland der Buchmesse, präsentiert sich auf fast 100 Metern Standfläche (der Meter kostet, wie wir von einem Händler auf der Südseite erfahren haben, 110 Euro). Auf der großen Bühne der Georgier eröffnete Feldmann das Fest, präsentierte der Generalkonsul Iosseb Chkhikvishvili sein Land, ehe die Jazz- und Ethno-Folk-Gruppe Iriao aus Tiflis die Bühne einnahm. Iriao aus Tiflis hat Georgien auch beim Eurovision Song Contest vertreten. Auf dem Bühnenhintergrund wurden Videos mit schönen Bilden des Landes eingespielt.

Schon kurz zuvor hatte auf der südlichen Mainseite die Frankfurter Sängerin Fee ihr Publikum bezaubert. Wer Kultur sucht, wird auf den 16 Bühnen entlang des Mains neben Musikern auch Tänzer und Chöre finden. Oder er lauscht im Karmeliterkloster alter Musik auf Originalinstrumenten. Programme haben auch wieder fünf Kirchen mit ihrer Orgelmeile (am Samstag) und der Chormeile (am Sonntag) vorbereitet.

Kultur gibt es – was Wunder bei einem Museumsuferfest – zuhauf in den Museen. Für 7 Euro kann man den Museumsufer-Botton erwerben und damit alle beteiligten 22 Häuser besuchen. In vielen sind Führungen durch die laufenden Ausstellungen angesetzt oder museumspädagogische Workshops für Kinder. Das ist eigentlich das ganz normale Programm an einem Wochenende. Das Museumsuferfest ist ein Fest des Museumsufers – und nicht zuerst der Museen am Ufer. Und dabei vermischt sich manchmal auch der Kommerz mit der Kunst. Das kann man an der wirklich wunderbaren Verkaufsmeile der Kunstgewerbler sehen (Sachsenhausen, Schaumainkai).

Da verkaufen Künstler ihre Werke – wie etwa Karin Jung vom Atelier Unikart. „Ein Bild kostet bei uns einen Frankfurter Einheitspreis“, verkündet sie. Ein Meter auf ein Meter gleich 425 Euro. Egal, welches Motiv. Ist das nicht charmant? Ein paar Meter weiter poliert der Bildhauer Merchers Chiwawa eine seiner Deko-Skulpturen. Verkauft wird sie am Stand von „Shona Art“.

Feierstunden

Das Museumsufer steigt heute und morgen jeweils von 10 Uhr bis Mitternacht. Das große Feuerwerk wird am Sonntag um 22 Uhr abgebrannt.

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