Das knapp 20 Meter lange und fünf Meter breite Feuerlöschboot aus dem Jahr 1961 soll in Norderstedt nördlich von Hamburg Teil der Dauerausstellung werden.
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Das knapp 20 Meter lange und fünf Meter breite Feuerlöschboot aus dem Jahr 1961 soll in Norderstedt nördlich von Hamburg Teil der Dauerausstellung werden.

Zersägen ist eine Option

Frankfurter Feuerlöschboot kommt ins Museum – doch der Transport gestaltet sich schwierig

  • Holger Vonhof
    VonHolger Vonhof
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Momentan liegt das Feuerlöschtboot aus Frankfurt noch im Wasser – dabei sollte es schon längst in einem Museum in Hamburg sein. Grund für die Verzögerung ist der aufwändige Transport.

Frankfurt – Das ausrangierte Feuerlöschboot "Hoechst" aus dem Industriepark Höchst ist immer noch nicht an seinem neuen Bestimmungsort angekommen. Es soll neues Exponat für das Feuerwehrmuseum in Norderstedt werden - doch seit Monaten verzögert sich der Transport. Immer wieder.

Bereits im Mai war das Boot auf dem Main verabschiedet worden. Ende Juli sollte es dann in Hamburg aus dem Wasser auf einen Tieflader gehoben werden. Doch es gab Probleme mit dem Kran, der aufwendige Schwerlast-Transport wurde abgesagt. Einen neuen Termin gebe es noch nicht, sagte der Leiter des Feuerwehrmuseums Schleswig-Holstein, Hajo Brandenburg, auf Anfrage.

Feuerlöschboot aus Frankfurt: Droht dem Boot der Schneidbrenner?

Das Boot sei weiterhin im Stadtteil Billbrook. Noch immer sei nicht entschieden, wie das im derzeitigen Zustand 40 Tonnen schwere Boot am besten transportiert werden könne, sagte Brandenburg weiter. Es werde nun auch darüber nachgedacht, es für die Fahrt in mehrere Teile zu zerlegen. Droht dem Boot nun doch der Schneidbrenner?

Das knapp 20 Meter lange und fünf Meter breite Feuerlöschboot aus dem Jahr 1961 soll in Norderstedt nördlich von Hamburg Teil der Dauerausstellung werden. Das Schiffchen der Werkfeuerwehr von Infraserv Höchst, davor Hoechst AG, war seinerzeit das erste Feuerlöschboot überhaupt auf dem hessischen Abschnitt des Mains. Erst danach schaffte sich auch die Frankfurter Berufsfeuerwehr ein Löschboot an.

Das Höchster Löschboot blieb knapp 60 Jahre lang im Dienst, weil das Pendant der Frankfurter Feuerwehr für einen Einsatz im Industriepark Höchst einen weiten Weg flussabwärts hat und zudem erst durch die Griesheimer Schleuse muss. Wegen seines Alters hat die Werkfeuerwehr das Feuerlöschboot "Hoechst" schließlich doch aufgegeben: "Es wurde außer Dienst gestellt, weil es ein paar technische Probleme hat", sagt Brandenburg. "Da haben wir zugegriffen." Man habe einen guten Preis bekommen. Eine genaue Summe wollte der Norderstedter Museumsleiter nicht nennen. Eine Museums-Mannschaft hatte das Boot, das noch fahren kann, über 600 Kilometer vom Main zur Elbe überführt. Dabei kam es jedoch auch zu einer Panne an der Staustufe Eddersheim (wir berichteten).

Feuerlöschboot aus Frankfurt: Leiter des Museums bedauert die Weggabe

"Das Feuerlöschboot soll einen Platz im Außenbereich des Museums bekommen", berichtet Brandenburg. Das Ausstellungsstück sei etwas ganz Besonderes, denn seines Wissens nach habe nur ein anderes Feuerwehrmuseum in Deutschland ein Original-Feuerlöschboot - das sei die "Emden" im Deutschen Feuerwehrmuseum Fulda. Er hoffe, dass sich bald eine gute Lösung für den Transport finde, betonte er.

Hauptbrandmeister Ralf Keine, der Leiter des Museums der Frankfurter Feuerwehr, das seit Kurzem im Industriepark Griesheim untergekommen ist, bedauerte im Sommer, das Boot nicht übernehmen zu können. Zum einen fehle der Platz für ein solch großes Objekt, zum anderen sei "der Museumsverein als Förderverein mit seinen vergleichsweise bescheidenen Finanzmitteln nicht in der Lage".

Frankfurter Feuerlöschboot: Weitaus schwerer als angenommen

Über die Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen (AGFM) hatte Ralf Keine vom Leiter des Deutschen Feuerwehrmuseums (DFM) in Fulda, Rolf Schamberger, den Tipp erhalten, dass der Mäzen des Feuerwehrmuseums in Norderstedt bei Hamburg ein Feuerlöschboot als Exponat suche. So kam die Übernahme zustande.

Dass das Boot nicht wie gedacht aus dem Wasser zu hieven sei, habe damit zu tun, dass es weitaus schwerer sei als angegeben, hatte Hajo Brandenburg gegenüber dem Höchster Kreisblatt erklärt. So ist es nun durchaus möglich, dass vor dem Weitertransport die Schneidbrenner bemüht werden müssen. (Holger Vonhof mit lhe)

Während ein Boot Frankfurt verlassen muss, eröffnet in einem anderen ein Hotel unter neuem Namen: Die schwimmende Unterkunft mit Terrasse und Tanzfläche liegt schon seit 1959 vor Frankfurt-Höchst, nun führt Christian Zürcher das Hotelschiff Peter Schlott unter dem Namen Mainod weiter.

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