+
Gerade im Frühling war der Goetheturm im Stadtwald ein beliebtes Ausflugsziel. Im Herbst brannte er ab.

Beliebtes Ausflugsziel

Nach Brand: Goetheturm steht erst 2020

  • schließen

Gute Nachrichten für drei zerstörte Wahrzeichen: Der koreanische und der chinesische Pavillon werden 2019 wieder eröffnet. Der Wiederaufbau des Goetheturms dauert wohl bis 2020.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) sparte nicht mit Gefühl: „Die Brandwunden in der Stadt sind bald geheilt. Das ist mir auch ganz persönlich ein Herzensanliegen“, sagte sie gestern im Umweltausschuss. Dementsprechend zügig hätten die Ämter gearbeitet. Jetzt stehen zumindest für die beiden asiatischen Pavillons, die im vergangenen Jahr von Unbekannten angezündet worden waren, die Termine für die Neueröffnung.

Am schnellsten geht es im  Koreanischen Garten : Für den Morgentaupavillon, der vor gut einem Jahr, im April, restlos zerstört worden war, werden jetzt in Südkorea neue Teile gefertigt. Bis zum Herbst sollten sie nach Frankfurt geliefert sein. Dann könne der Wiederaufbau im Grüneburgpark beginnen, so Heilig. Klappt alles nach Plan, wird im nächsten Frühling Eröffnung gefeiert. Dann werden sicherlich auch einige besonders engagierte Unterstützer dabei sein. 37 145 Euro haben Frankfurter für den Wiederaufbau des exotischen Holzbaus an Spenden aufgebracht. Insgesamt schätzte eine Versicherung den Schaden auf 210 000 Euro.

Sogar 1,5 Millionen Euro wird es kosten, den Chinesischen Garten im Bethmannpark wieder herzurichten. Dort müssen nicht nur der große Wasserpavillon, sondern auch ein großer Teil des Laubengangs wieder hergestellt werden. Auch dafür wird in weiter Ferne für Frankfurt gearbeitet: Schreiner in China fertigen im Laufe dieses Jahres die neuen Teile, die dann nach Europa verschifft werden. Im Frühling 2019 können Handwerker damit beginnen, sie direkt am Standort zusammenzufügen. Zur Jahresmitte, so die Hoffnung, steht das gesamte Ensemble wieder in alter Schönheit da und der kleine Garten, den die Volksrepublik China einst den Frankfurtern schenkte, wird wieder für Besucher geöffnet.

Wann die Stadt die Eröffnung eines neuen feiern kann, konnte Heilig gestern noch nicht sagen. Es wird wohl 2020 werden. Aktuell laufe erst eine Ausschreibung zur Beauftragung eines Planungsbüros, das auf Holzbauten spezialisiert ist. Zeitgleich werde geprüft, ob der neue Turm auf dem Fundament des alten errichtet werden kann. Dieser war im Oktober 2017 in der Nacht bis auf die letzten Pfosten niedergebrannt. Auch da waren unbekannte Brandstifter am Werk, die Suche nach ihnen verlief bislang ergebnislos.

Erst Ende 2019, so Heiligs Schätzung, kann der tatsächliche Bau des Turms im Stadtwald losgehen. Denn bislang steht auch noch nicht fest, wie der neue überhaupt aussehen soll und ob es eine Möglichkeit gibt, ihn auch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen.

So oder so warten die Frankfurter auf den Tag der Einweihung, sie wollen ihren Turm zurück. Das beweist die Summe von 148 660 Euro, die in einem halben Jahr als Spenden für den Wiederaufbau gesammelt wurden. „Der Goetheturm ist unser ganz eigenes Frankfurter Weltkulturerbe“, so Heilig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare