Nach Interview: Vatikan will Jesuitenpater nicht als Rektor

Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche hat der Vatikan den Rektor einer katholischen Hochschule in Frankfurt aus dem Amt gedrängt.

Wegen liberaler Äußerungen zu Homosexualität und Frauen in der Kirche hat der Vatikan den Rektor einer katholischen Hochschule in Frankfurt aus dem Amt gedrängt. Dem Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig sei die Unbedenklichkeitserklärung aus Rom verweigert worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Provinz der Jesuiten in München am Montag. Der Vatikan fordere zudem einen Widerruf. Zuerst hatten die „Frankfurter Rundschau” und der „Kölner Stadt-Anzeiger” (Montag-Ausgaben) berichtet.

In einem Interview mit der „Frankfurter Neuen Presse” hatte Wucherpfennig 2016 unter anderem gesagt, zum Thema Homosexualität gebe es „missverständlich formulierte Stellen in der Bibel”. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, sagte die Sprecherin. Man hoffe, dass der Vatikan einlenke. Sowohl der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, als auch der Provinzial der deutschen Jesuiten, Johannes Siebner, stellen sich hinter Wucherpfennig.

Der 1965 in Hannover geborene Pater hat seit 2008 den Lehrstuhl für Exegese des Neuen Testaments in Sankt Georgen inne, ab 2014 war er Rektor. Derzeit wird die Hochschule, zu der auch ein Priesterseminar gehört, von seinem Stellvertreter kommissarisch geleitet.

(dpa)

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