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Eines der schönsten Gesichter des Liberalismus: Nicola Beer.

FDP-Kandidatin bei OB-Wahl?

Der Ruf nach Nicola Beer wird lauter

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Ex-Ordnungsdezernent Volker Stein (FDP) hat seine Liberalen provoziert, indem er sich zum unabhängigen Oberbürgermeisterkandidaten bei der Wahl 2018 ausgerufen hat. Bei den Liberalen mehren sich nun die Stimmen, dass Nicola Beer für die FDP als offizielle OB-Kandidatin ins Rennen gehen soll. Die jedoch hält sich bedeckt.

Einen eigenen Oberbürgermeisterkandidaten hat die FDP zuletzt 2001 gestellt – damals erreichte Hans-Joachim Otto gerade einmal 1,8 Prozent. 2007 und 2012 verzichteten die Liberalen auf einen eigenen Kandidaten. Jetzt gibt es offenbar Nachholbedarf. Ohne Rücksprache mit seiner Partei zu halten, verkündete der 66-jährige Volker Stein kürzlich seine Kandidatur als unabhängiger Kandidat.

Offizieller FDP-Kandidat wäre Stein nie geworden, sein Stern ist bei den Liberalen seit April 2012 gesunken. Auf einem turbulenten Parteitag erhielt Stein nicht die nötigen Stimmen bei der Wahl zum stellvertretenden Frankfurter FDP-Kreisvorsitzenden. Einige Liberale nahmen Stein offensichtlich die Wählerinitiative für den CDU-Kandidaten Boris Rhein bei der Oberbürgermeisterwahl 2012 übel. Nun will Stein selbst antreten und spuckt große Töne: Den CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Uwe Becker werde er hinter sich lassen, erklärte er und gab damit gleichzeitig sein Minimalziel aus, nämlich mindestens die Stichwahl gegen Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) zu erreichen. Das war gleichzeitig eine Kampfansage gegen die eigene Partei. Mit einem Parteiausschlussverfahren muss Stein wohl nicht rechnen. Solange er als unabhängiger Kandidat auftritt und nicht für eine andere Partei, sehen die Parteistatuten der Liberalen einen Rauswurf nicht vor.

Die Liberalen stehen nun unter Zugzwang und kommen offensichtlich nicht umhin, ihrerseits einen eigenen Kandidaten zu präsentieren. In führenden FDP-Kreisen fällt derzeit immer häufiger ein Name: Nicola Beer. Doch die 46-Jährige hält sich auf Anfrage bedeckt. „Es ist für mich derzeit kein Thema“, sagt Beer. „Ich konzentriere mich auf die Bundestagswahl.“

Kürzlich wurde Beer als FDP-Direktkandidatin für den Frankfurter Bundestagswahlkreis 182 und Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Bundestagswahl 2017 nominiert. „Wir werden uns Zeit nehmen, um eine Entscheidung über die OB-Kandidatur zu treffen“, fügte sie hinzu. Die Frankfurter Oberbürgermeisterwahl ist erst 2018.

Die Landtagsabgeordnete ist seit 7. Dezember 2013 Generalsekretärin der FDP und eine erfahrene Politikerin. Im Februar 2009 wurde sie Staatssekretärin für Europaangelegenheiten im hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa. Am 31. Mai 2012 wurde sie als Nachfolgerin von Dorothea Henzler zur hessischen Kultusministerin ernannt. Seit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag bei der Wahl im September 2013 geht es mit der Partei wieder aufwärts, woran sicher auch die Generalsekretärin ihren Anteil hat.

Beer ist eine zuverlässige Parteisoldatin. Auch als Volker Stein 2012 als Frankfurter Parteivize scheiterte und überdies ein Kandidat der Jungen Liberalen (Julis) durchfiel, ließ sich Beer auf dem Parteitag breit schlagen, als Frankfurter FDP-Vize anzutreten und schaffte, was den beiden anderen nicht vergönnt war: Sie wurde mit großer Mehrheit gewählt. „Nicola Beer wird immer gewählt“, kommentierte damals die Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Annette Rinn, das Ergebnis. Würde Beer als Oberbürgermeisterin gewählt? Zumindest könnte sie das Männerduell Feldmann gegen Becker (und Stein) um eine charmante Variante bereichern. Das Pikante daran ist: Nicola Beer ist die geschiedene Frau von Volker Stein. Die beiden haben Zwillingssöhne. Seit 2001 leben die beiden getrennt.

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