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Nach Pilzvergiftung: Auch jüngste Tochter darf Krankenhaus verlassen

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Von: Alexander Gottschalk

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Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zu den giftigsten Pilzen, die in Deutschland zu finden sind. Isst man nur einen, kann das schon tödlich sein.
Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zu den giftigsten Pilzen, die in Deutschland zu finden sind. Isst man nur einen, kann das schon tödlich sein. © Bernd Wüstneck (Zentralbild)

Die Tage des Bangens sind vorbei: Nachdem ein Vater und seine drei Töchter vom giftigen Knollenblätterpilz gegessen hatte, mussten sie wochenlang behandelt werden. Nach einer Lebertransplantation ist jetzt auch die jüngste Tochter auf dem Weg der Besserung.

Der Familie aus Fechenheim, die sich Ende August eine schwere Pilzvergiftung zugezogen hatte, geht es besser. Bald soll auch das letzte Kind aus dem Krankenhaus entlassen werden. Der Vater und seine drei Töchter hatten einen giftigen Grünen Knollenblätterpilz gegessen, den der Mann im Wald gefunden und offenbar mit einem essbaren Pilz aus seiner syrischen Heimat verwechselt hatte. Der Knollenblätterpilz enthält das Gift Amatoxin und kann unheilbare Leberschäden verursachen. Während der Familienvater im Leberzentrum der Frankfurter Uni-Klinik behandelt wurde, mussten die drei Kinder in Spezialkliniken in Essen und Hannover verlegt werden.

Inzwischen konnten der Mann und die beiden älteren Töchter das Krankenhaus verlassen. Die fünf und sieben Jahre alten Töchter waren noch bis vor wenigen Tagen am Universitätsklinikum in Essen in Behandlung. „Das Pilz-Gift hatte in kurzer Zeit die Leber der beiden Kinder massiv geschädigt“, erklärt der Ärztliche Direktor Dr. Jochen Werner. Die Folge: Selbst die Experten konnten das Organ des jüngeren Mädchens nicht mehr retten.

Über ein Leberersatzverfahren überbrückten die Ärzte die Zeit, bis ein  Spende-Organ zur Verfügung stand. Die anschließende Transplantation habe die 5-Jährige  gut überstanden, in wenigen Tagen könne sie die Klinik wieder verlassen,  heißt es in einer Mitteilung aus Essen. Darin bedankten sich die Eltern nicht nur dafür, dass die Ärzte ihren Kindern das Leben gerettet haben, sondern auch für die „beispielhafte psychosoziale Betreuung“.

Von Alexander Gottschalk

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat in dem Fall jetzt Anklage gegen zwei Ärzte erhoben. Die jüngste Tochter der Familie war an den Folgen der Pilzvergiftung im Mai 2018 verstorben.

Bei einem anderen Vorfall in Frankfurt wurde eine Familie mit Kindern mit Pfefferspray attackiert. Die Kinder haben "vor Schmerzen geschrien", hieß es bei der Verhandlung vor Gericht.  

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