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Nach Räumung von Elendscamp: 18 Bewohner in Notunterkunft

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Räumung Roma-Lager an der Gutleutstraße in Frankfurt am 28.05.2018.
Räumung Roma-Lager an der Gutleutstraße in Frankfurt am 28.05.2018. © Heike Lyding

Nach der Räumung eines Lagers obdachloser Rumänen im Frankfurter Gutleutviertel haben 18 der Campbewohner in einer städtischen Notunterkunft übernachtet. Andere sind vorerst verschwunden.

haben 18 der Campbewohner in einer städtischen Notunterkunft übernachtet. Andere sind vorerst verschwunden. „Heute wird im Jobcenter geprüft, ob die Bewohner Ansprüche auf Leistungen haben”, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Sozialdezernats am Dienstag. Der Gerichtsvollzieher hatte am Montagmorgen in den Sperrholzhütten auf der Laderampe eines Industriegeländes zunächst 14 Erwachsene und einen 17 Jahre alten Jugendlichen angetroffen.

„Im Laufe des Tages haben sich dann noch weitere Bewohner beim Sozialamt gemeldet”, sagte Dezernatssprecherin Manuela Skotnik. Insgesamt handele es sich um 28 Bewohner des Lagers, die alle eine Zusage für eine Woche in der Notunterkunft erhalten hätten. „Wir wissen nicht, wo die übrigen zehn Bewohner übernachtet haben”, sagte Skotnik. Es gebe keine Informationen, ob einige der Obdachlosen auf eigene Faust die Rückreise nach Rumänien angetreten hätten.

Wie bereits bei einer ähnlichen Räumung im vergangenen Jahr will die Stadt denjenigen, die keine Leistungsansprüche in Deutschland haben, eine Fahrkarte nach Rumänien anbieten. Die meisten der Bewohner des Lagers sind rumänische Roma, die von Gelegenheitsarbeiten, dem Sammeln von Schrott und Pfandflaschen oder dem Verkauf weggeworfener Gegenstände auf Flohmärkten ihren Lebensunterhalt verdient hatten.

Ein Sprecher des Fördervereins Roma sagte, eine Frau habe bisher das Angebot einer Rückfahrkarte angenommen. Der Verein forderte erneut von der Stadt ein Haus für obdachlose Roma. Die überwiegende Mehrheit der Campbewohner habe keine Ansprüche auf Sozialleistungen und werde „in acht Tagen wieder auf der Straße sein”, sagte Geschäftsführer Joachim Brenner.

(dpa)

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