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Wie geht es mit dem Flughafen weiter? Klar ist: Das Terminal 3 ist im Bau. Das zeigt auch diese Luftaufnahme. Weitere große Baumaßnahmen soll es aber nicht geben ? weder eine neue Start- oder Landebahn, noch ein neues Passagierabfertigungsgebäude.

Luftverkehr

Nach Terminal 3 kein weiterer Ausbau am Airport

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Wird der Flughafen weiter erweitert? Werden die Nachtflugregelungen verschärft? Oder doch gelockert? Wenn es um den Frankfurter Flughafen geht, gibt es immer viele Fragen. Eine Gesprächsrunde versuchte, Licht ins Dunkel zu bringen und aufzuzeigen, wie sich der Airport in Zukunft entwickeln könnte.

. Dabei ging es um Befestigungen an den Dächern in Flörsheim, die die Anwohner eigentlich davor schützen sollen, dass keine Ziegel herabfallen, laut einem Gutachten aber schwere Mängel aufweisen würden. Stefan Schulte jedoch bleibt.

Der Aufsichtsrat des Flughafenbetreibers hat gestern seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Dieser ist nun bis zum 31. August 2024 gültig. Laut einer Mitteilung des Konzerns soll damit das Ziel zum Ausdruck kommen, „Fraport auch künftig erfolgreich im globalen Wettbewerb zu entwickeln“. Ein weiterer Ausbau des Airports ist mit diesen Worten aber nicht gemeint. „Es gibt keinerlei Planungen für weitere Start- und Landebahnen oder sonstige Kapazitätserweiterungen.“ Das hat Jürgen Harrer, CDU-Politiker und Leiter der Fraport-Unternehmenskommunikation bei einer Gesprächsrunde dieser Tage zum Thema „Wie geht es mit dem Flughafen nach der Landtagswahl weiter“ gesagt.

Momentan sei man bei Fraport mit „ganz anderen Dingen“ beschäftigt – mit dem Bau des Terminal 3 im Süden des Flughafens. 3,4 Milliarden Euro werden dort investiert. Zum Sommerflugplan 2023 soll das neue Passagierabfertigungsgebäude fertig sein. „Dann haben wir für die nächsten Jahrzehnt die Kapazitäten am Boden, mit denen wir am Wachstum im Luftverkehr teilhaben können“, so Harrer. Momentan sei dies jedoch noch schwer. Man habe die Kapazitätsgrenze erreicht, die Prozesse am Flughafen seien „auf Kante genäht“.Die beiden bestehenden Terminals könnten nicht mehr als 68 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen. „In diesem Jahr werden wir aber an der 70-Millionen-Marke kratzen“, sagte Harrer. „Die aktuellsten Prognosen rechnen mit insgesamt 69,4 Millionen Fluggästen.“

Für Jörg-Uwe Hahn (FDP), einst stellvertretender Ministerpräsident in Hessen, heute Stadtverordneter in Bad Vilbel, ist das Thema Ausbau als beendet. „Es ist viel wichtiger, nun die Prozesse am Boden und am Himmel zu organisieren.“

Damit sprach er den überfüllten Luftraum, die fehlenden Fluglotsen und den Personalmangel an den Sicherheitskontrollen an. Die Folge davon spürten in diesem Frühjahr und Sommer Passagiere, aber auch Anwohner rund um den Flughafen besonders deutlich: Chaos vor den Sicherheitskontrollen, verpasste Flüge, Annullierungen, Verspätungen. In Kombination mit Fluglotsen-Streiks und Unwettern landeten vermehrt Maschinen in Frankfurt nach 23 Uhr – dann wenn eigentlich Ruhe am Himmel sein sollte. Ein Luftfahrt-Gipfel Anfang Oktober mit Vertretern aus Politik, von Flughäfen, Airlines, der Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung soll nun Lösungen für das Chaos finden.

Für Jan Fischer (CDU), Bürgermeister von Nauheim und stellvertretender Vorsitzender der Fluglärmkommission, ist ganz klar: „Wenn auf Mallorca ein Gewitter ist, dann dürfen die Maschinen erst gar nicht starten, wenn man weiß, dass sie in Frankfurt zu spät ankommen.“ Er fordert, dass die Entgelte für Landungen nach 23 Uhr drastisch erhöht werden. Von einer flexibleren Handhabung des Nachtflugverbots hält er nichts. Zudem setzt er auf technische Neuerungen, damit es für die Bürger leiser wird.

„Das ist doch alles hohles Geschwätz“, sagt Klaus Rehnig von der Bürgerinitiative „Stop Fluglärm“. In der ersten Stunde nach dem Nachtflugverbot, also zwischen fünf und sechs Uhr, gebe es nur 35 Flugbewegungen. „Das ist nicht viel, aber gerade die nerven uns“, so Rehnig. „Wenn man diese eine Stunde nach hinten verlegt, könnten wir länger schlafen. Das könnte man doch mal ein Jahr testen.“ Und dann fügt er an: „Wir müssen aufeinander zugehen und nicht immer auf unseren Standpunkten beharren.“

Ob sich Fraport-Chef Stefan Schulte darauf einlässt? Das wird sich in den kommenden sechs Jahren zeigen.

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