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Das Restaurant der Franchise-Kette ?Bareburger? am Schweizer Platz hat täglich geöffnet. Die Abluftanlage werde täglich gereinigt, heißt es dort.

Abluft aus der Küche

Den Nachbarn des Restaurants "Bareburger" stinkt es

Mittags ab 12 Uhr und den ganzen Abend verbreitet sich der Geruch nach gebratenen Zwiebeln, Fett und Fleisch im Hinterhof. Dort steht die Abluftanlage des Restaurants „Bareburger“ in der Schweizer Straße 56. Anwohner fühlen sich belästigt.

Ihre Terrasse sei ab mittags nicht benutzbar, klagt eine Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden will. „Meine Wäsche kann ich nicht mehr draußen aufhängen, sie würde nur den Essensgeruch annehmen.“ Mehrere Nachbarn klagen darüber, dass sie ihre Schlafzimmerfenster zum Hinterhof wegen des dauernden Gestanks nicht zum Lüften öffnen können.

Die Abluftanlage des Restaurants, in dem mittags und abends hauptsächlich Burger und Pommes Frites serviert werden, ragt im Hinterhof zwischen Schweizer Straße, Schneckenhofstraße und Cranachstraße wenige Meter hoch in den Himmel. Unten im Hof sind hauptsächlich Dächer von Kellern, Abstellflächen, weitere Lüftungsanlagen, aber auch Bäume und eine Terrasse. Viele Häuser, die an der Schneckenhofstraße und der Schweizer Straße liegen, haben Balkone. Tatsächlich, der Geruchstest an einem Dienstagmittag bestätigt: Wer sich in einer Wohnung zum Hinterhof bei offenem Fenster aufhält, dem steigt nicht weit nach 12 Uhr unangenehmer Essensgeruch in die Nase. „Der Zwiebel- und Bratengeruch wird nachmittags weniger, aber ab 17 Uhr setzt er wieder ein und hält sich bis in die späten Abendstunden. Es ist kaum noch erträglich,“ klagt die Anwohnerin. Ihre wiederholten Beschwerden bei der Stadt hätten nichts genutzt: „Dort heißt es nur, die Anlage sei ordentlich installiert. Aber ob sie richtig betrieben wird, das wird wohl nicht kontrolliert,“ vermutet sie.

Das Ordnungsamt bestätigt, dass die Beschwerden eingegangen sind. „Wir prüfen diese derzeit“, sagt Michael Jenisch, Sprecher des Ordnungsamts. Die Dunstabzugsanlage sei aber genehmigt worden und „ordnungsgemäß in Betrieb“.

Die Abluft aus Restaurantküchen, erläutert Jenisch weiter, werde normalerweise über den Dachfirst ausgeleitet. Wenn dies baulich nicht möglich sei, so wie im Fall vom „Bareburger“, könne eine Dunstabzugsanlage in niedrigerer Höhe installiert werden, die mit Geruchsvernichtern arbeitet. „Die Reinigung der Dunstabzugsanlage muss je nach Nutzungsintensität, mindestens jedoch einmal im Jahr von einer Fachfirma durchgeführt werden,“ so Jenisch. „Die Oberflächen der Anlage und die Fettfilter müssen täglich vom Personal gereinigt werden.“

Der Betreiber der Restaurants, Nishant Kohli sagt, dass genau dies geschehe: „Das Personal reinigt jeden Tag alle Filterkassetten in der Haube und die speziellen Filter unten in der Anlage,“ beteuert er. Das Gerät habe die Firma „Klimatechnik Freese“ eingebaut. Im August 2017 sei sie von der Stadt genehmigt worden, auch der Schornsteinfeger habe alles abgesegnet. Die Firma führe alle sechs Monate eine Wartung durch. „Zudem beauftragen wir zweimal im Jahr eine weitere Fachfirma für die Grundreinigung dieser komplexen Anlage.“ Es bleibt also abzuwarten, was die Prüfung des Ordnungsamts ergibt.

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