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An der nördlichen Einfahrt in die Eckenheimer Landstraße wird noch ein Schild mit der Aufschrift ?Anlieger frei? angebracht. Das Fehlen wurde von Geschäftsleuten kritisiert.

Eckenheimer Landstraße

Nachbessern an der Baustelle

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Anregungen von Einzelhändlern sollen umgesetzt werden, damit Kunden die Geschäfte in der gesperrten Eckenheimer Landstraße besser erreichen können.

Eine finanzielle Entschädigung für die vom Bau der Hochbahnsteige in der Eckenheimer Landstraße betroffenen Einzelhändler gibt es nach Angaben von Bernd Conrads nicht. „Das wurde schon im Zusammenhang mit dem Bau der Straßenbahn in der Stresemannallee in Richtung Neu-Isenburg geprüft. Es gibt aber keinen rechtlichen Anspruch darauf und ist nicht vorgesehen von uns“, erklärte der Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in der Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) am Donnerstagabend in der Bürgerfragestunde.

Die Geschäftsleute hatten zuletzt über erhebliche Umsatzeinbußen geklagt, weil die Eckenheimer wegen des Baus der barrierefreien Stationen „Musterschule“ und „Glauburgstraße“ entlang der U-Bahn-Linie 5 für fünf Monate gesperrt ist (wir berichteten). In der Sitzung standen Mitarbeiter der VGF, des Straßenverkehrsamtes und Verkehrsdezernent Stephan Majer (Grüne) Rede und Antwort.

Kritik wurde vor allem am Baustellenmanagement geäußert. So bemängelte der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Krug, dass Kunden die Logistikspur für Baustellenfahrzeuge zwar benutzen dürften, dies aber an der Zufahrt nicht gekennzeichnet sei. Ein Zusatzschild mit der Aufschrift „Anlieger frei“ sei anzubringen. Zudem, so wandte Götz Dersch vom gleichnamigen Spielwarenladen ein, stünden viel zu wenige Parkplätze, die zudem nicht gekennzeichnet seien, zur Verfügung. Am meisten ärgere ihn aber, dass die Geschäftsleute erst eine Woche vor Baubeginn von der Vollsperrung erfahren hätten. Majer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass ein Anwohner gegen den Bau geklagt habe und man auf das Urteil habe warten müssen. „Man hätte aber auch schon vorher auf die Geschäftsleute zugehen und ankündigen können, dass während der Bauarbeiten die Eckenheimer gesperrt wird“, entgegnete Dersch.

Dorothee Allekotte vom Straßenverkehrsamt versprach, es werde so schnell wie möglich reagiert, entsprechende Schilder würden angebracht und mehr Parkflächen als Kurzzeitparkplätze unmittelbar an den Geschäften ausgewiesen. „Das ist machbar“, sagte sie. Auch die Verkehrsposten, die montags bis samstags jeweils von 7 bis 20 Uhr in Büdchen sitzen, sollen angewiesen werden, aktiver auf die Verkehrsteilnehmer zuzugehen. Conrads erklärte, die VGF habe bereits Karten mit darauf gekennzeichneten Parkplätzen und Zufahrten zu den Geschäften vorbereitet. Diese würden auf der Internetseite () unter dem Punkt barrierefreie U 5 veröffentlicht.

Den von Krug geäußerten Wunsch, die Querungsmöglichkeiten der Eckenheimer dem Baufortschritt entsprechend flexibler zu gestalten, kann laut Allekotte nicht entsprochen werden. „Wir halten bewusst an der Verkehrsführung fest, damit sich die Verkehrsteilnehmer nicht alle zwei Wochen umorientieren müssen“, erklärte sie. Die Poller in der Stalburgstraße sollen sicher stehen bleiben. Würden sie entfernt, entstünden laut Allekotte Verkehrsbeziehungen vom Oeder Weg bis hinüber zur Friedberger Landstraße – so würde nur zusätzlicher Verkehr produziert.

Majer verwies darauf, dass die Baustelle eine der größten der vergangenen Jahre in Frankfurt sei und man versuche, allen Ansprüchen gerecht zu werden. „Im Vordergrund steht dabei immer die Sicherheit“, erklärte er. Um die Sicherheit von Schülern sorgt sich allerdings die Kinderbeauftragte Ulrike Grzimek. Im Oeder Weg habe der Verkehr deutlich zugenommen. Ihrer Meinung nach seien deshalb dringend Maßnahmen zur Schulwegsicherung erforderlich.

Kein Verständnis äußerte ein Anwohner, dass Schienen schon jetzt etwa an der Ecke Schwarzburgstraße lagerten, obwohl sie erst viel später verbaut würden. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Koch wollte deswegen wissen, ob es nicht möglich sei, Baumaterial „just in time“ – also genau dann, wenn sie gebraucht werden – anzuliefern. Laut Projektleiter Tobias Kupfer sei dies allerdings nicht möglich. „Wir müssen schon einen gewissen Stand vorhalten“, erklärte er. Seinen Angaben zufolge mache der Bau gute Fortschritte – der Kanalbau sei bereits abgeschlossen, im Moment würde der Straßenunterbau ausgeführt, anschließend die Fundamente für die Bahnsteige vorbereitet und auch schon neue Schienen verlegt. Er sei optimistisch, dass Ende August alles abgeschlossen sei.

Koch erinnerte nochmals an den Wunsch einiger Gastronomen und Geschäftsleute, ein Baustellenfest veranstalten zu dürfen, um auf sich und ihr Angebot hinzuweisen zu können. „Ich finde das gut, aber dazu muss natürlich die Logistikspur frei sein.“

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