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Nachwuchssorgen trotz sinkender Arbeitslosenzahlen in Hessen

Trotz zuletzt gedämpfter Konjunkturprognosen boomt der hessische Arbeitsmarkt weiter. Im Mai waren erneut weniger Arbeitslose gemeldet als im Vormonat.

Immer mehr Arbeitslose finden in Hessen einen Job. Im Mai waren 153 375 Menschen erwerbslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Quote von 4,9 Prozent auf 4,5 Prozent und erreicht damit den besten Wert in einem Mai seit 37 Jahren.

Rekorde erreichte der hessische Arbeitsmarkt auch bei der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Mit 2,5 Millionen erhöhte sich deren Zahl im Vergleich zum Mai 2017 um 2,6 Prozent. In Hessen gab es damit einen stärkeren Zuwachs als in Westdeutschland und dem Bundesgebiet.

Allgemein stieg der Bestand der offenen Stellen binnen Jahresfrist um 8,9 Prozent auf mehr als 55 000 an. Vor allem Arbeitgeber aus Lagerwirtschaft, Verkauf und Altenpflege suchen Mitarbeiter.

Nachwuchssorgen gibt es im Handwerk. «Nach wie vor interessiert sich ein großer Teil der jungen Menschen lediglich für eine kleine Auswahl an Ausbildungsberufen», erklärte Direktionschef Frank Martin. Dazu gehörten Büroberufe und Stellen im Einzelhandel. Unter dem Strich waren jedoch gut die Hälfte der 33 500 gemeldeten Ausbildungsstellen im Mai noch nicht besetzt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, dass trotz positiver Entwicklung des Arbeitsmarktes Alleinerziehende nicht profitierten. «Es besteht enormer Handlungsbedarf, um sie und damit ihre Kinder wirksam vor Armut zu schützen. Löhne und Sozialleistungen sind dazu jedoch häufig zu niedrig», teilte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, mit.

Die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) begrüßte die Entwicklung bei den Beschäftigten über 55 Jahren. Die Chance älterer Arbeitsloser, eine Anstellung zu bekommen, sei doppelt so gut wie vor 15 Jahren. «Die hessischen Unternehmen schätzen die Fachkenntnisse und Erfahrungen älterer Arbeitnehmer und nutzen diese gerne», befand VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert.

(dpa)

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