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Nadelöhr vor dem Frankfurter Hauptbahnhof beseitigt

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die neue Gleisverbindung vom Hauptbahnhof auf den Homburger Damm schafft Kapazität und reduziert Verspätungen. FOTO: Fricke/DPA
Die neue Gleisverbindung vom Hauptbahnhof auf den Homburger Damm schafft Kapazität und reduziert Verspätungen. © dpa

Die ausgebaute Schienenstrecke Homburger Damm geht in Betrieb. Damit wirken sich Verspätungen einzelner Züge nicht mehr so stark auf andere Züge aus.

Frankfurt -Ein recht kurzes Stück Gleis mit großem Nutzen: Mit einer zusätzlichen Zufahrt aus Richtung Höchst in den Frankfurter Hauptbahnhof beseitigt die Bahn ein Nadelöhr im Schienennetz. Am Montag ging das neue Gleis nach vier Jahren Bauzeit in Betrieb. Es ist der Anfang eines erheblichen Ausbaus des Bahnknotens Frankfurt.

"Die Probleme, die wir im Frankfurter Knoten lösen, haben Ausstrahlwirkung auf das gesamte Netz", erklärt Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla bei der Inbetriebnahme der 800 Meter langen Strecke. Sie verbindet im Stadtteil Gallus den Homburger Damm mit dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs. Vor allem Regionalzüge aus Limburg, Königstein, Wiesbaden und dem Rheingau fahren dort entlang.

Weil Züge bisher teils dasselbe Gleis für Ein- und Ausfahrt nutzen mussten, wurden Verspätungen einzelner Züge auch auf andere Züge übertragen. Auch der Fernverkehr litt darunter. "Die zusätzliche Infrastruktur ermöglicht weniger Wartezeiten und pünktlichere Züge", freut sich daher der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Bund und Bahn investierten 180 Millionen Euro in das Vorhaben.

Im Frankfurter Hauptbahnhof Züge neu sortieren

Es ist auch ein erster Schritt für eine Neusortierung der Züge im Hauptbahnhof. Die Bahn möchte künftig die ICE- und IC-Züge auf den südlichen Gleisen abfertigen, den Regionalverkehr auf den nördlichen. Dank der neuen Verbindung können nun RE-Züge nach Limburg von den 20er-Gleisen abfahren statt von den Gleisen 1 und 2. In den regulären Betrieb geht das neue Gleis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember. Für Bund, Land und Bahn ist der Homburger Damm nur ein erstes Projekt, um die Kapazität des Hauptbahnhofs zu erhöhen. Denn der Bund plant, die Fahrgastzahlen bis 2030 zu verdoppeln. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) drängt seit langem auf mehr Kapazität im Hauptbahnhof für Regionalzüge.

2022 Baubeginn für zwei weitere Frankfurter Projekte

Als wichtigstes Vorhaben soll der Fernbahntunnel samt Tiefbahnhof 20 Prozent mehr Kapazität für den Fernverkehr in ganz Deutschland bringen. Das Mega-Projekt soll für 3,5 Milliarden Euro bis Ende kommenden Jahrzehnts Realität werden.

Bereits in Bau sind eigene Gleise für die S-Bahn-Linie 6. Die Strecke soll 2023 bis Bad Vilbel und 2028 bis Friedberg in Betrieb gehen und 570 Millionen Euro kosten. Sie bietet dann auch mehr Kapazität für Regional- und Fernzüge auf der am zweitstärksten genutzten Pendlerstrecke im Rhein-Main-Gebiet nach Gießen.

Mit zwei weiteren Vorhaben will die Bahn nächstes Jahr beginnen. Dann sollen die Bauarbeiten für den Ausbau des Knotens Stadion starten. Von dort bis in den Zulauf des Hauptbahnhofs werden neue Gleise gebaut, Fern- und Regionalverkehr dadurch voneinander getrennt. Dafür errichtet die Bahn auch eine dritte Mainbrücke in Niederrad. S-Bahnen, Regionalzüge und ICEs Richtung Flughafen und Mannheim sollen dadurch pünktlicher fahren.

Ebenfalls fürs nächste Jahr hofft die Bahn auf die Genehmigung für die nordmainische S-Bahn. In Frankfurt und Maintal könnten dann die Bauarbeiten beginnen. Die Strecke wird vom Frankfurter Ostbahnhof durch einen neuen Tunnel an den S-Bahn-Tunnel zur Konstablerwache angeschlossen. Ab Ende des Jahrzehnts soll die S5 von Bad Homburg nach Hanau hier entlang fahren.

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