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Änderungen für Verkehr in Frankfurt – Einzelhändler „entsetzt“ über eine Maßnahme

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Von: Gernot Gottwals, Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Diese Vision der Berliner Straße hatten die Grünen 2021 im Wahlkampf vorgestellt. Ähnlich wird es nun umgesetzt mit weniger Auto-, dafür Radspuren.
Diese Vision der Berliner Straße hatten die Grünen 2021 im Wahlkampf vorgestellt. Ähnlich wird es nun umgesetzt mit weniger Auto-, dafür Radspuren. © Drei Eins Architekten fuer Die G

Der Verkehr in der Frankfurter Innenstadt soll beruhigt werden. Mehrere Maßnahmen sind geplant. Eine stört Einzelhändler besonders.

Frankfurt – Lange stand die Berliner Straße in Frankfurt für die autogerechte Innenstadt. Das will die Stadt nun ändern: In Kürze muss die Fahrbahndecke saniert werden, danach wird die vier- zur zweispurigen Straße markiert, und Fahrradfahrer erhalten eigene Spuren. Es ist nur eines von vielen Projekten, mit denen die Stadt den Verkehr in der Innenstadt von Frankfurt beruhigen und zugleich flüssiger machen will.

"Wir vermeiden unnötige motorisierte Fahrten, bremsen Poser und Park-Such-Verkehr aus und machen zudem die Töngesgasse als Fahrradstraße attraktiv", warb Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne). Er stellte im Frankfurter Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) die umfangreiche Planung "Radverkehr und Verkehrsberuhigung Innenstadt" vor.

Auto-Poser sollen in der Innenstadt von Frankfurt ausgebremst werden:

Die wichtigsten Elemente:

Berliner Straße: Bereits in der aktuellen Woche beginnt das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) mit der 280 000 Euro teuren Sanierung der kaputten Fahrbahn zwischen Kornmarkt und Fahrgasse. Das ist laut Majer der Auftakt zum fahrradfreundlichen Umbau der Berliner Straße. Die Arbeiten dauern bis in die Osterferien, eine Fahrspur bleibt je Richtung derweil stets frei. Anschließend wird die Straße neu markiert mit je einer Fahrrad- statt der rechten Autofahrspur. Dass die Stadt dies erst am Mittwoch per Pressemitteilung erläuterte, kritisiert CDU-Fraktionsvorsitzende Sara Steinhardt. Sie befürchtet hier viel mehr Stau.

Ostzeil: Die Zufahrt von der Konstablerwache her soll gesperrt werden. Weil Autofahrer hier die Fußgänger vorlassen müssen, kommt es oft zu Rückstau auf der Kurt-Schumacher-Straße, seit hier eine Radspur ergänzt und dafür eine Autospur entfallen ist. Indem Autos geradeaus fahren müssen, soll der Rückstau geringer werden, der in der Stoßzeit über die Kreuzung hinweg bis in Battonn- und Berliner Straße reicht.

Frankfurt: Einzelhändler entsetzt über geplante Sperrung

"Die Bedeutung der Ostzeil zur Andienung des Gerichtsviertels ist nicht zu unterschätzen", meint FDP-Stadtverordneter Uwe Schulz. Auch die Sprecherin der IG Töngesgasse, Sibylle Zolles, ist "entsetzt vom Wegfall des Abbiegers in die Ostzeil", da man, von Süden kommend, nur per Blockumfahrung via Ostzeil in die westliche Innenstadt komme. Die Lösung erklärt Ingmar Bolle vom Straßenverkehrsamt: Autos sollten künftig bereits eine Straße zuvor nach rechts in die Allerheiligenstraße abbiegen.

Friedrich-Stoltze-Platz: Die Kreuzung soll diagonal gesperrt werden - Autos können dann nur noch vom Roßmarkt her in die Bleidenstraße und vom Kornmarkt in den Kleinen Hirschgraben jeweils nach links abbiegen. So soll die Strecke nicht nur für Autoposer uninteressant werden, sondern der ganze Block entlastet werden. Vor allem sollen die Autos aus dem Parkhaus Hauptwache nur noch nach links direkt zur Berliner Straße abbiegen.

Töngesgasse: Die Linksabbiegemöglichkeit in die Hasengasse soll baulich blockiert werden, ebenfalls um Autoposern den Weg abzuschneiden. Man wolle die Parkplatzsuche minimieren, dafür die Parkhäuser besser anbinden, straßenseitiges Parken auf Liefer- und Ladezonen, Behindertenparkplätze und E-Scooter-Flächen reduzieren, erklärt Bolle.

Verkehr in Frankfurt: Probleme beim Ausfahren aus dem Parkhaus Konstablerwache

Sibylle Zolles findet, man müsse den Hebel anders ansetzen: "Attraktiv sind die Halteverbots- und Ladezonen, weil es kaum Kontrollen und Strafzettel gibt." Auch sei das Parkhaus Konstablerwache unattraktiv, da der fließende Verkehr der Töngesgasse oft die Ausfahrt blockiere. "Hier müsste eine Möglichkeit gefunden werden, bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus auch mal Vorrang zu bekommen", fordert Zolles.

Majer, Bolle und Stefan Lüdecke von der Stabsstelle Radverkehr sichern zu, solche Ideen zu berücksichtigen. "Wir sind für schnelle und schnell zu korrigierende Maßnahmen ohne große Baumaßnahmen", verspricht der Mobilitätsdezernent. "Wir haben einen Ortstermin, um unser Feintuning anzupassen." (Gernot Gottwals, Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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