Auf der Linie 34 wurden die Doppeldecker-Busse kurz vor Weihnachten getestet. Nun folgt der nächste Versuch auf der Linie 30.
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Auf der Linie 34 wurden die Doppeldecker-Busse kurz vor Weihnachten getestet. Nun folgt der nächste Versuch auf der Linie 30.

Neuer Bus

Nächster Doppeldecker-Test

Ein erster Test, ob es sich lohnt, in Frankfurt auch auf Doppeldecker-Busse zu setzen, war erfolgreich. Nun geht es auf der Linie 30 darum, ob sie auch eine Alternative zu Gelenkbussen sein können.

Ein Berliner Doppeldecker-Bus wird vom heutigen Dienstag bis Samstag, 6. Februar, im Frankfurter Linienverkehr getestet. Ende vergangenen Jahres war er bereits das erste Mal unterwegs, damals auf der Linie 34, die von der Mönchhofstraße im Gallus über den Dornbusch nach Bornheim-Mitte fährt. Dieses Mal wird er auf der Linie 30 zwischen Sachsenhausen und dem benachbarten Bad Vilbel verkehren und einen regulären Gelenkbus ersetzen. Mit diesem zweiten Test will die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq in Erfahrung bringen, ob ein Doppeldecker bei Fahrzeit und Dauer des Aufenthalts an den Haltestellen mit einem Gelenkbus „mithalten“ kann – oder ob die Doppelstöckigkeit Verzögerungen hervorruft.

Kurz vor Weihnachten hatte er beim Test auf der Linie 34, auf der die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen sind, einen Standardbus ersetzt. Das Ergebnis dieses Test: Von fast 400 befragten Fahrgästen fanden zwischen 87 im Bus unten, und 95 Prozent im Bus oben, den Einsatz eher gut. Nur wenige Fahrgäste, insgesamt elf der 399 befragten Personen, sprachen sich gegen den Einsatz aus.

„Auch wenn sich viele Fahrgäste sicher durch den Charme des Besonderen beeinflussen ließen“, urteilt Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), „so ist die Botschaft der Fahrgäste doch sehr eindeutig: Der Einsatz von Doppeldecker-Linienbussen würde auf ihre breite Zustimmung stoßen.“ In der Nachbarstadt ist man zufrieden, nun in den zweiten Test einbezogen zu werden. „Wir freuen uns, dass Bad Vilbel Teil der zweiten Teststrecke sein wird und sehen dem Einsatz positiv entgegen“, findet der erste Stadtrat und Verkehrsdezernent der Stadt Bad Vilbel, Jörg Frank (CDU).

Der 2009 gebaute, 13,70 Meter lange Niederflur-Doppeldecker ist der modernste im täglichen Berliner Linieneinsatz. Er wird bis Freitag von 5.32 Uhr bis 21.12 Uhr und am Samstag von 4.52 Uhr bis 13.19 Uhr auf der knapp 14 Kilometer langen Linie verkehren, die vom Hainer Weg am Südrand Sachsenhausens quer durch die Innenstadt bis in die benachbarte Brunnenstadt führt. Er ersetzt einen der bis zu zwölf auf dieser Linie planmäßig eingesetzten Busse.

Geschulte Mitarbeiter begleiten die Fahrten, um die Aufenthaltszeiten an den Haltestellen sekundengenau zu ermitteln. In der folgenden Woche werden sie die Vergleichszeiten im Gelenkbus erheben. „Wir haben für diesen zweiten Test die Linie 30 ausgewählt“, erklärt Traffiq-Geschäftsführer Hans-Jörg von Berlepsch, „weil wir auf dieser stark nachgefragten Linie gut erproben können, ob ein Doppelstock-Bus auch im Alltagsbetrieb mit einem Gelenkbus ,konkurrieren‘ kann.“ Das Platzangebot in beiden Bustypen ist ungefähr gleich. Heute nutzen an einem Werktag rund 12 000 Fahrgäste die Linie 30.

„Dieser Test ist der zweite Schritt auf unserem Weg zu prüfen, ob der Einsatz von Doppelstock-Bussen eine Alternative beziehungsweise eine Ergänzung zu den heute in Frankfurt verkehrenden Bussen ist“, sagt Majer. Weitere Schritte – etwa, ob der Umbau der Buswerkstätten wirtschaftlich vernünftig ist – würden folgen, bevor den politischen Gremien einen fundierten Entscheidungsvorschlag vorlegt werde. „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Doppelstock-Busse in Frankfurt fahren – sie würden gut zu unserer Stadt passen.“

(pia)

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