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Jedes Jahr kommt diese fröhliche Gruppe aus Karben nach Klaa Paris. Diesmal klebten sie förmlich aneinander.

180. Fastnachtsumzug

Bei blauem Himmel und Sonne stürmen die Narren Klaa Paris

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„Klaa Paris Helau“ hieß es gestern beim 180. Fastnachtsumzug in Heddernheim. Etwa 100 000 Besucher kamen, um sich den Umzug anzuschauen und zu feiern. Für viele ein Ereignis, das schon längst zur Tradition geworden ist.

Frankfurt - Der Wettergott muss ein Narr sein. Statt vorhergesagtem Wind und Schauern kommt am Dienstag zum Start des 180. Fastnachtumzugs in Klaa Paris die Sonne ’raus. Einzig Kamelle regnet es an diesem Tag vom Himmel.

Punktgenau um 14.31 Uhr eröffnet Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit einem lauten Kanonenschlag den Umzug. „Wir lassen uns von nichts und niemandem das Feiern verbieten“, ruft er den Zuschauern entgegen. Danach schlängeln sich die 111 Zugummern durch die Gassen in Heddernheim – vorbei an etwa 100 000 Besuchern. Das Motto in diesem Jahr: „Klaa Paris ist jederzeit ein Inbegriff der Fröhlichkeit.“

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Klaa Paris: Disco und schunkeln

Doch schon bevor die Musikgruppen und Motivwagen durch die Straßen ziehen, feiern sich die bunt verkleideten Fastnachter warm. Geschäfte, die direkt am Zugweg liegen, werden zur öffentlichen Disco, die Innenhöfe oder Gärten zum Treffpunkt, hier wird gemütlich vorgefeiert. Auch an den Fenstern und auf den Balkonen schunkeln die Bewohner, zusammen mit den Menschen auf den Straßen.

„Klaa Paris ist einfach Bombe. Nicht zu groß und nicht zu klein und die Leute hier sind alle sehr gut drauf“, beschreibt Rebecca Clausen aus Eschersheim die Atmosphäre in Heddernheim. Seit 20 Jahren kommt sie mit einer kleinen Gruppe von Freunden regelmäßig nach Klaa Paris. „Für Frankfurter ist das einfach Pflicht“, betont sie. Verkleidet hat sich die Truppe in diesem Jahr als „Gebüsch“. Mit echten Pflanzen aus dem heimischen Garten wurden die Jacken geschmückt und die Gesichter in passendem Grün geschminkt. Auch eine Gruppe aus der Wetterau fällt mit bunten Gruppenkostümen auf: Die Arbeitskollegen aus Karben haben sich mit gelben Overalls als bekannte Klebstoffmarke verkleidet. Klaa Paris hat für die Wetterauer die schönste Atmosphäre mit „netten und normalen Leuten, mit denen man gut feiern kann.“

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Der Umzug ist für viele Frankfurter und auch Besucher aus dem Umland längst zur Tradition geworden. So auch für Bärbel Kippenberger aus Praunheim: „Früher war ich hier mit meinen Eltern, dann mit meinen Kindern und heute sind meine Enkelkinder dabei.“

Als endlich die ersten Wagen des närrischen Lindwurms in Sicht kommen, haben sich die Kinder schon längst ihre Plätze am Straßenrand gesichert. Mit der Hand oder dem umgedrehten Cowboyhut fangen sie die Süßigkeiten auf, die von den Wagen geworfen werden. Zwölf Musikgruppen und acht Motivwagen sorgen für ordentlich Stimmung – darunter sind viele Menschen von Vereinen und Firmen, die bei dem Umzug mitlaufen.

Klaa Paris: Abschied vom Dietmar

Dietmar Pontow verfolgt den Umzug von der Ehrentribüne am Karl-Perrotte-Platz aus. Für ihn gerät der heutige Tag zu einem kleinen Abschied. Nach Jahrzehnte langem Einsatz als Vorsitzender der Zuggemeinschaft Klaa Paris hat er kürzlich seinen Posten geräumt. Wehmütig ist er deshalb jedoch nicht. „Ich weiß, dass ich einen guten Nachfolger habe“, sagt er. Zurück blickt er auf eine im Wortsinn tolle Zeit, die er der Unterstützung des Vereins und seiner Familie zu verdanken habe. Nach Klaa Paris kommt er selbstredend auch weiterhin. „Ich bin ja nicht aus der Welt“, sagt er und lacht.

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