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Nassauische Heimstätte verbindet Sanierungen sozialen Projekten

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Die Pflanzaktionen beim Projekt ?Essbare Siedlung? sind bei den Anwohnern beliebt.
Die Pflanzaktionen beim Projekt ?Essbare Siedlung? sind bei den Anwohnern beliebt. © Thomas Rohnke

In Niederrad zeigt die Nassauische Heimstätte, wie energetische und soziale Quartiersentwicklung funktioniert. Jetzt wurden 25 geförderte Mietwohnungen im Passivhausstandard an die Mieter übergeben.

Mitten im Quartier der Nassauischen Heimstätte (NH) an der Adolf-Miersch-Straße/Ecke Melibocusstraße sind zwei Gebäude mit 25 Wohnungen fertiggestellt worden. Die Mietwohnungen sind alle öffentlich gefördert und entstehen im besonders Energie sparenden Passivhausstandard. Die 15 Drei-Zimmer-Wohnungen und zehn Vierzimmer-Wohnungen in den Größen von 78,1 bis 91,3 Quadratmeter sind zudem barrierearm. Baubeginn war im Herbst 2015. Im Keller des einen Gebäudes wird es eine Heizzentrale mit zwei Pelletkesseln geben, die auch noch zwei Bestandsgebäude mit Wärme mitversorgen kann. Die Nassauische Heimstätte investierte rund 7,9 Millionen Euro in den Neubau.

Diese neuen günstigen Wohnungen, die am West-Giebel der Wohnhäuser Melibocusstraße 62 und 70 wachsen, fügen sich ein in ein umfangreiches Entwicklungskonzept für das Quartier in Niederrad. Hier wird nicht nur energieeffizient neu gebaut, sondern auch der Bestand nach und nach energetisch modernisiert. Hier werden die Freiflächen – gemeinsam mit den Mietern – mit essbaren Früchten und Kräutern bepflanzt. Gemeinsame Aktivitäten und haushaltsnahe Dienstleistungen stärken die Nachbarschaft einer zunehmend älter werdenden Mieterschaft.

Viele Facetten

„Die energetische und soziale Quartiersentwicklung ist das Herzstück unserer Nachhaltigkeitsstrategie und mit den eben fertiggestellten Wohnungen im Passivhausstand haben wir einen weiteren Baustein auf dem Weg zu einem nachhaltigen Quartier in Niederrad gesetzt“, sagte Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte, bei der Einweihung der Neubauten. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) lobte das Konzept mit seiner Vielfalt an Aktivitäten und Ansätzen, die in der Adolf-Miersch-Siedlung ineinandergreifen. „Neubauten im Passivhausstandard sind in Frankfurt keine Besonderheit, aber hier wird eine gesamte Siedlung energetisch fit gemacht und auch noch mit einem Energie-Plus-Haus für Studentenwohnen gekrönt. Noch mehr begeistert mich das Konzept der ,Essbaren Siedlung’.“ Die Nassauische Heimstätte zeige hier beispielhaft, welch großes Naturschutz-Potenzial in den Grünflächen der Wohnungsgesellschaften schlummere. Gemeinsames Gärtnern oder das Car-Sharing-Angebot seien innovative Ansätze, die man in vielen Frankfurter Siedlungen umsetzen könne.

1950er Jahre

Westphal ergänzte, dass das Wohnungsunternehmen bei der Quartiersentwicklung einen anderen Fokus habe als die Gebäudeebene. „Wir möchten für das Gesamtquartier eine gute Energiebilanz statt technischer Höchstleistungen bei Einzelgebäuden. Wir wollen unsere Mieter auf den Weg mitnehmen und dafür sorgen, dass sie möglichst lange in ihren Wohnungen wohnen bleiben, weil wir die Mieten bezahlbar halten und ihnen das Leben leichter machen.“

Das Quartier umfasst 486 Wohnungen aus den 1950er Jahren. Insgesamt 11,3 Millionen Euro hat die NH in den vergangenen drei Jahren dort in die Modernisierung der Gebäude und Freiflächen investiert. Wärmedämmung für die Fassaden, neue Balkone und Leitungssysteme sind zentrale Elemente der umfassenden Sanierung für mehr Wohnkomfort und weniger Energieverbrauch. Bis Ende 2026 sind Gesamtinvestitionen von rund 30 Millionen Euro in das Quartier geplant.

Solche baulichen Eingriffe verlangen den Menschen einiges ab. Um die Mieter mit ins Boot zu holen, hat das Servicecenter unter der Leitung von Sandra Gesper einen Mietertreff in einem Container eingerichtet. Bei Kaffee und Kuchen treffen sich die Mieter gemütlich mit ihren Nachbarn. Außerdem ist regelmäßig ein Mitarbeiter zur Stelle, die Fragen rund um das Bauvorhaben aufnehmen. Während der Bauphase hat das Café jeden Montag von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. (red)

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