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In diesem Gebäude betrieben Caritas und Diakonie den Familienmarkt, der an einen anderen Standort umgezogen ist. Jetzt baut die Nassauische Heimstätte dort Wohnungen.

Wohnungsbau

Nassauische Heimstätten bauen 54 Wohnungen in Bornheim

Die Nassauische Heimstätte baut in der Freiligrathstraße ein Gebäude mit 54 Wohnungen. Die Miete soll deutlich unter jenen Preisen liegen, die sich im Stadtteil erzielen lassen.

Im April vergangenen Jahres wurde der Standort des Familienmarkts in der Freiligrathstraße 35 –39 aufgegeben. Seitdem stehen die Gebäude leer, allerdings gibt es schon Pläne für eine neue Nutzung des 2600 Quadratmeter großen Geländes. Die Wohnungsbaugesellschaft will im kommenden Jahr mit dem Bau eines Gebäudes mit insgesamt 54 Mietwohnungen beginnen. Zuvor allerdings müssen auf dem Areal noch zwei alte Gebäude weichen. Das erklärten Vertreter der Nassauischen Heimstätte in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 4 (Bornheim, Ostend), in der sie das Bauprojekt vorstellten.

Das Unternehmen kann in der Freiligrathstraße 35 – 39 bauen, weil das dort einst von Diakonie und Caritas betriebene Sozialkaufhaus in die Röntgenstraße (Enkheim) umgezogen ist. Die Nassauische Heimstätte hat das Gelände im Jahr 2016 für 75 Jahre vom Evangelischen Regionalverband in Erbbaupacht genommen. Rund 13,5 Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Eine Bauvoranfrage wurde nach Angaben der Unternehmensvertreter bereits positiv beschieden.

„Einen Mix aus Zwei-, Drei-, und Vier-Zimmer-Wohnungen“ kündigt Reimund Kaleve von der Nassauischen Heimstätte an. Die durchschnittliche Wohnfläche soll rund 85 Quadratmeter betragen. Die kleinsten Einheiten messen 61 Quadratmeter, die größeren Wohnungen verfügen über eine Wohnfläche von 115 Quadratmetern. Kaleve erinnerte daran, dass die Hauptanteilseigner seines Arbeitgebers das Land Hessen und die Stadt Frankfurt sind. „Daher sind wir angehalten, Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen“, erklärte er. Nach seinen Angaben soll in der Freiligrathstraße allerdings kein geförderter Wohnraum entstehen. Lediglich frei finanzierte Einheiten seien in dem Neubaukomplex geplant. Das Unternehmen wolle aber nicht die für Bornheim erzielbare Spitzenmiete aufrufen. „Mit 13,50 pro Quadratmeter werden wir deutlich unter dem Niveau bleiben“, kündigte Kaleve an.

Aufgrund der Größe des Areals soll ein für die Lokalität „sehr ungewöhnlicher Baukörper“ entstehen. Die Nassauische Heimstätte möchte mit der ortstypischen Blockrandbebauung brechen und plant zur Freiligrathstraße hin einen offenen Hof mit Bäumen und Sitzbänken. Bauweise und die Tiefe des Grundstücks erlaubten den Bau von mehr Wohnungen als eine konventionelle Blockrandbebauung. Alle Wohnungen erhalten Balkone oder Terrassen und seien über zwei Treppenhäuser mit Aufzug barrierefrei erschlossen. Unter dem Gebäude ist eine Tiefgarage vorgesehen.

Damit kann die Linke im Ortsbeirat 4 gut leben, nicht aber mit der Miethöhe. Der Fraktionsvorsitzende Volker Marx kritisierte, dass kein geförderter Wohnraum entstehe, obwohl dieser vor allem für junge Familien, Studenten und Senioren mit geringen Renten benötigt werde. „13,50 Euro sind eine ziemliche Hausnummer und liegen deutlich über dem Mietspiegel“, sagte Marx. Seinen Unmut erregten auch die Pläne des Bauherrn, die Wohnungen zwar barrierefrei, aber nicht behindertengerecht zu bauen.

Doch dazu sei sein Unternehmen nicht verpflichtet, sagte Kaleve. Geringere Mieten oder gar geförderten Wohnraum seien aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, weil die Nassauische Heimstätte dem Evangelischen Regionalverband einen sehr hohen Erbauzins geboten habe.

Kaleve machte zudem klar, dass sein Arbeitgeber in jener Bornheimer Gegend eine deutlich höhere Miete abrufen könnte.

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