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Fußballerisches Dreigestirn: Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, Günter Netzer und Bundestrainer Jogi Löw (von links).

Stadtgeflüster

Promi-Auflauf: Diese Stars haben das Eintracht-Spiel gegen Dortmund im Frankfurter Stadion verfolgt

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Am Samstag war im Eintracht-Spiel gegen Dortmund einiges los: Joachim Löw, Günter Netzer und viele andere Prominente verfolgten das Spiel in der Frankfurter Commerzbank-Arena.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt ist eine Spitzenmannschaft geworden.“ Das sagte Bundestrainer Joachim Löw in der Pause der Partie der Adlerträger gegen Tabellenführer Borussia Dortmund. „Jogi“ war mit Andreas Köpke, einst Torwart bei Eintracht Frankfurt und zurzeit Torwarttrainer der Nationalmannschaft, zu Gast in der Vorstandsloge von Eintracht Frankfurt. Und Fredi Bobic, Vorstand Sport der Frankfurter, wird so viel Lob aus berufenem Munde wohl gern gehört haben.

Zumal noch mehr Positives kam. „Das ist das beste Spiel, das ich seit langem gesehen habe. So intensiv und taktisch klug geführt“, fuhr Oberfußballlehrer Löw mit seiner Beurteilung fort. Erwartet hätte er diese – bis jetzt – erfolgreiche Spielzeit von den Frankfurtern nicht unbedingt.

Der Trainerwechsel zu Beginn der Spielzeit und die viele neuen Spieler, das sei eine komplett neue Mannschaft, so der Fachmann. „Und sie hat fußballerisch einen großen Schritt gemacht“, meinte Löw. Ähnlich sah das ein anderer Experte. „Es war ein tolles Spiel von beiden Mannschaften“, sagte Andreas Möller, Weltmeister von 1990, der für beide Teams gegen das runde Leder trat. Doch auf die Frage, für wen bei diesem Aufeinandertreffen seiner beiden ehemaligen Mannschaften sein Herz schlug, meinte er nur lapidar, für seine Frau.

„Das war eine großartige Leistung“, befand dagegen Günter Netzer, Fußballweltmeister von 1974. „Trainer Adi Hütter macht einen ganz hervorragenden Job“, lobte Netzer, einst bei der ARD an der Seite von Gerhard Delling 13 Jahre lang tätig. „Was sich hier abspielt, das liegt eindeutig am erstklassigen Manager und am erstklassigen Trainer“, so der 74-Jährige. „Ich kenne Adi Hütter zwar nicht persönlich, aber ich kenne die Arbeit, die er in der Schweiz abgeliefert hat – und ich finde sehr beachtlich, was hier passiert.“

Peter Fischer (links) und Peter Possman mit Frau Rauscher in der VIP-Loge. Sie ist trotz des gelben Kopftuchs kein Dortmund-Fan. . .

Auch Bundestagsmitglied Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen) war überrascht, er hatte nicht damit gerechnet, dass sich die Eintracht zu einem Spitzenteam entwickelt. „Schon gar nicht nach dem Auftritt der Mannschaft beim Supercup und dann beim Pokalspiel in Ulm – da hatte ich mich schon auf ein Desaster eingestellt“, so der 43-Jährige, der Gründungsmitglied des „BundesAdler – Fanclub von Eintracht Frankfurt im Deutschen Bundestag“ und dessen Vorsitzender in der Haupstadt ist. Aber er wurde, wie viele andere auch, positiv überrascht. „Die ,Büffelherde’ hat’s gerissen“, scherzte er. Zur Erklärung: Eintracht-Torhüter Kevin Trapp hatte unlängst die Offensivkräfte Ante Rebic, Sebastien Haller und Luka Jovic  als solche bezeichnet. Ganz beseelt, allerdings nicht nur von dem Spiel, war an diesem Samstagnachmittag in der ausverkauften Commerzbank-Arena auch Marianne Boss . Sie verkörpert die „Fraa Rauscher“ und feierte vor wenigen Tagen ihren 80. Geburtstag. Im Stadion gab’s dafür vor dem Anpfiff etliche Präsente von Eintracht Frankfurt. Unter anderem natürlich ein Trikot mit den Unterschriften aller Spieler, eine CD mit dem „abgewandelten“ Frau-Rauscher-Song und ein Päckchen Eintracht-Pflaster für die „Beul’ am Ei“. Die Jubilarin war gerührt und überrascht, denn in der Pause eilte sogar Eintracht-Präsident Peter Fischer von der Eintracht-Loge in die Bembel-Bar am anderen Ende des VIP-Bereichs, um „Fraa Rauscher“ zu gratulieren. „Alles Gute zum 60.! Mir wurde gesagt, Sie feiern einen runden Geburtstag“, scherzte Fischer und herzte Marianne Boss, die sich sichtlich freute. „Das gelbe Tuch auf dem Kopf, das hat aber freilich nichts mit Dortmund zu tun, hoffe ich“, frotzelte Fischer. „So lange mich Possmann noch beschäftigt, so lange bin ich auch noch die ,Fraa Rauscher’“, sagte Marianne Boss, die jetzt in ihrer 21. Saison ist. „Ich habe schon 15 Trainer ,überlebt’ – und mit Horst Ehrmanntraut damals angefangen“, erinnert sich die zweifache Mutter und Großmutter. Ihre 80 Lenze „machen mir nichts aus – und meine Familie ist begeistert davon, dass ich die ,Fraa Rauscher’ bin“. Da sind sie nicht die einzigen.

(es)

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