Netzwerk der Sozialarbeit demonstriert

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Das „Netzwerk der sozialen Arbeit“, ein Zusammenschluss von Betriebsräten und Mitarbeitern sozialer Trägerorganisationen, veranstaltet heute um 15 Uhr eine Demonstration vor dem Sozialdezernat (Berliner Straße 33–35).

Das „Netzwerk der sozialen Arbeit“, ein Zusammenschluss von Betriebsräten und Mitarbeitern sozialer Trägerorganisationen, veranstaltet heute um 15 Uhr eine Demonstration vor dem Sozialdezernat (Berliner Straße 33–35). Sie protestieren gegen die drohende Entlassung von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, die bislang für die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern (Uma) zuständig waren.

1600 Uma hatte die Stadt vor einem halben Jahr, im Oktober 2015, zu betreuen. Damals war die Not groß. Hotels wurden angemietet, die sozialen Träger suchten händeringend Fachkräfte. Jetzt hat sich die Situation entspannt. Die Zahl der Minderjährigen ging auf 600 zurück. 400 davon sind Frankfurt als Minderjährige zugewiesen. Den in den vergangenen Monaten zugewiesenen Sozialarbeitern und sonstigen Betreuungskräften droht nun die Arbeitslosigkeit.

Beispiel Awo Perspektiven gGmbH: Mitarbeiter, die in der Sport- und Kulturhalle Unterliederbach und der Inobhutnahme Gruppe Grünberg Jugendliche betreut hatten, wurde bereits Ende März in der Probezeit gekündigt, teilte das Netzwerk mit. Nach der Schließung des Awo-Aufnahmeheims für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Johanna-Kirchner-Zentrum wurde befristet angestellten Sozialarbeitern im April mitgeteilt, dass ihre Verträge nicht verlängert werden. Den unbefristet Angestellten wurde angeboten, zukünftig in einer Einrichtung der Awo im Odenwald oder in einer Awo-Kita zu arbeiten.

Beim Verein für Arbeits- und Erziehungshilfe haben 20 Pädagogen erfahren, dass die Erstaufnahmeeinrichtung in der Krifteler Straße spätestens Ende Mai geschlossen wird. Befristet beschäftigte Mitarbeiter bekommen keinen Anschlussvertrag, anderen droht die Kündigung.

Die ASB Lehrerkooperative schließt die Erstaufnahmeeinrichtung im Hotel Arosa im Gallus am 15. Mai. Die meisten der rund 20 Mitarbeiter waren projektbezogen befristet eingestellt und verlieren nun mit der Beendigung dieses Projekts ihren Arbeitsplatz.

Beim Internationalen Familienzentrum hingegen sei es gelungen, alle Arbeitsplätze zu sichern. Dies teilte der Geschäftsführer Karsten Althaus mit.

Dafür, dass in den anderen Einrichtungen Verträge auslaufen und pädagogisches Personal von Arbeitslosigkeit bedroht ist, macht das Netzwerk Frankfurt verantwortlich. „Die Hauptverantwortung liegt allerdings bei den politisch Verantwortlichen der Stadt“, so das Netzwerk.

Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Prof. Daniela Birkenfeld (CDU), widerspricht: „Es ist für alle belastend, auch für uns. Wir wissen, wie schnell und engagiert die Trägervereine uns geholfen haben, wie engagiert die befristet eingestellten Mitarbeiter uns in der Not geholfen haben. Wo möglich bemühen sich alle, die Mitarbeiter zu übernehmen.“ Doch bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen werde die Finanzierung im Einzelfall über das Bundesverwaltungsamt genehmigt. Ohne Flüchtlinge gebe es auch keine Finanzierung.

(tjs)

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