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Deutsche Bahn legt Konzept für neue Brücke vor: Anwohner befürchten Schlimmes

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Von: Stefanie Wehr

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Die neue Stabbogenbrücke (rechts) für zwei neue Fernbahngleise soll 2030 in Betrieb gehen. Zuvor muss sie auf Niederräder Seite montiert werden - auf dem Bahndamm direkt hinter den Reihenhäusern der Donnersbergstraße. visualisierung: Deutsche bahn
Die neue Stabbogenbrücke (rechts) für zwei neue Fernbahngleise soll 2030 in Betrieb gehen. Zuvor muss sie auf Niederräder Seite montiert werden - auf dem Bahndamm direkt hinter den Reihenhäusern der Donnersbergstraße. visualisierung: Deutsche bahn © Deutsche Bahn

Für die neue Bahn-Brücke in Niederrad legt die Deutsche Bahn das Lärmschutzkonzept vor. Weil Anwohner die massive Rodung von Bäumen fürchten, gibt der Projektleiter ein Versprechen.

Frankfurt – Die temporäre Lärmschutzwand, die nach Plänen der Deutschen Bahn am Bahndamm hinter der Donnersbergstraße errichtet werden soll, soll die Anwohner der dortigen Ernst-May-Häuser vor Baulärm schützen. Denn direkt hinter der Lärmschutzwand wird ab 2024 die neue Eisenbahnbrücke gebaut, die ab Ende des Jahrzehnts den Main überspannen soll. Hintergrund ist der Ausbau des Bahnknotens Stadion, der die Verbreiterung des Bahndamms südlich des Mains bis zur Haltestelle Stadion um zwei Fernbahngleise beinhaltet.

Die konkreten Pläne stellte der Projektleiter der Deutschen Bahn, Marko Asseng, zusammen mit seinem Team jetzt den Anwohnern in einem Online-Treffen vor. Das Gelände oberhalb der Donnersbergstraße, wo heute noch der Alte Bahnhof Niederrad sowie eine alte Güterhalle stehen, wird zum Baustellengelände. Denn die Bahn brauche dort "jeden Meter", um Platz zu gewinnen für Andienung und Montage der neuen Stabbogenbrücke, erklärte Asseng. Um mehr Fläche zu schaffen, wird die jetzige Böschung, an der auch einige Gärten der DB verpachtet sind, aufgeschüttet. Am Rande der Böschung wird dann der vier Meter hohe Unterbau errichtet, auf dem die zusätzliche sechs Meter hohe Lärmschutzwand aufgesetzt wird.

Brückenbau in Frankfurt: Deutsche Bahn rodet Bäume und Büsche – Projektleiter gibt Versprechen

Die Anwohner befürchten Schlimmes, vor allem Lärm beim Bau der Wand und Erschütterungen in ihren denkmalgeschützten Häusern. Sie wollten zudem mehr über den Zeitplan wissen und wie viel Grün gerodet wird. Gerodet wird schon bald, am 31. Januar soll es losgehen. Bis Ende Februar werden nördlich der Auffahrt zum Alten Bahnhof sowie südlich oberhalb der DB-Gärten Bäume und Büsche gerodet. Zudem wird der Wendehammer der Schwanheimer Straße Richtung Osten verlegt, denn dort werden künftig die neuen Gleise verlaufen.

Wichtig war es Marko Asseng nochmals ausdrücklich festzuhalten, dass nicht so viele Bäume weichen müssen, wie in den Plänen inklusive der Änderung des Planfeststellungsverfahrens vorgesehen. Die Wand werde entgegen dieser Pläne ein Stück Richtung Baustelle vorgerückt, so dass mehr Bäume auch jenseits der Grundstücksgrenzen an der Donnersbergstraße stehen bleiben können. "Die Bäume unten in den DB-Gärten bleiben stehen", sagte Asseng. Die Baufirma, die die Wand baue, werde darüber Bescheid wissen und sich daran halten. "Dafür stehen wir hier im Wort", sagte Asseng, "da bitten wir um Ihr Vertrauen". Noch sei nicht klar, wer die Lärmschutzwand baue, die Ausschreibung sei aber bereits erfolgt.

Frankfurt: Deutsche Bahn baut 250 Meter lange Lärmschutzwand – Alter Bahnhof wird abgerissen

Bevor die gut 250 Meter lange Lärmschutzwand an der Donnersbergstraße gebaut wird, müssen noch der Alte Bahnhof und die Güterhalle abgerissen werden. Das soll ab 1. August 2022 geschehen. Damit verbundener Lärm auch durch Baufahrzeuge ließe sich in dieser Zeit nicht vermeiden. Denn die große Schutzwand könne erst nach dem Abriss errichtet werden.

Sobald die Stützwand und die darauf gesetzte eigentliche Lärmschutzwand stehe, werde die Böschung zu dem Bauwerk hin aufgeschüttet, um etwa sechs bis sieben Meter Fläche entstehen zu lassen. Asseng rechnet damit, dass man damit nicht vor Dezember fertig werde. Er sei sicher, dass die Anwohner weiterhin ins Grüne blicken und die Wand von Bäumen verdeckt sei. 2023 seien dann die Vorarbeiten zum Brückenbau geplant, 2024 bis 2025 werde sie direkt hinter der Zehnmeterwand montiert und mittels Schwimmpontons über den Main geschoben. Dafür würden zudem mehrere Kräne errichtet.

Eine normale Lärmschutzwand wird auch gegenüber an der Hahnstraße in Frankfurt gebaut. Und auch hinter den Häusern des südlicher gelegenen Paul-Gerhard-Rings werden ab nächster Woche einige Bäume gerodet. Denn auch dort wird für die neuen Gleise der Bahndamm aufgeschüttet und verbreitert. (Stefanie Wehr)

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