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Mit dem Fahrplanwechsel soll die Linie 29 anders fahren ? das kommt nicht bei allen Riedbergern gut an.

Neue Busstrecke sorgt für Ärger

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Um fünf neue Bushaltestellen im Westflügel soll die Linie 29 auf dem Riedberg ab Dezember erweitert werden – ein wichtiger Stopp muss dafür weichen. Das sorgt bei den Anwohnern für Unmut, vor allem die älteren Riedberger fühlen sich vergessen.

Seit zwei Jahren lebt Gudrun Stehl nun schon auf dem Riedberg. Sie wohnt in der Friedrich-Dessauer-Straße, in einem Haus mit anderen Senioren und Familien mit Kindern. „Ich bin wegen der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und den kurzen Wegen zu den Geschäften sowie wegen meiner Familie auf den Riedberg gezogen. Doch mit der veränderten Verkehrsführung der Buslinie 29 ab Dezember fällt ein wichtiger Faktor weg – ich muss künftig weiter laufen, um den Bus zu erreichen“, sagt die 85-Jährige. Noch sei dies „recht gut machbar“, aber auch sie weiß, dass das schon in wenigen Monaten ganz anders sein kann. „Ich werde nicht jünger. Zudem sind meine Nachbarn auch alles andere als begeistert, dass eine Haltestelle wegfällt.“ Stehl beschleicht das Gefühl, dass „wir Alten auf dem Riedberg immer mehr in Vergessenheit geraten“.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember will die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq die Buslinie 29 – sie fährt von Nieder-Erlenbach ins Nordwestzentrum – auf dem Riedberg um fünf Haltestellen erweitern. Dies geschieht auch, um den derzeit entstehenden Westflügel an das Liniennetz anzuschließen – mit der Folge, dass die Haltestelle „Annette-Kolb-Weg“ künftig nicht mehr angefahren wird (wir berichteten).

Das sorgt nicht nur bei den Anwohnern, die die Haltestelle regelmäßig nutzen, für Unmut, sondern auch bei Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU). Sie macht sich vor allem Sorgen um die Gymnasiasten, die mit dem Bus auf den Riedberg kommen. „Durch den Wegfall der Haltestelle entstehen automatisch längere Wege. Das ist keine Dauerlösung“, so die Stadtteilpolitikerin.

Das sieht Traffiq genauso und hat eine Lösung parat. „Für die Schüler wird morgens, mittags und nachmittags die Linie 28 bis zur U-Bahn-Haltestelle ,Uni Campus Riedberg’ verlängert. Weitere Wege für die Schüler gibt es deswegen nicht“, erklärt Sprecher Klaus Linek. Dass für die Gymnasiasten damit fast alles so bleibt wie bisher, ist für Gudrun Stehl kein Trost. „Für mich gibt es an der Bushaltestelle künftig nur noch einen Bus. Das ist die Linie 251, die aus Kronberg kommt. Sie fährt zwar auch ins Nordwestzentrum, allerdings nur einmal stündlich“, kritisiert die Seniorin. Zudem würde sie auf direktem Weg, sprich über die Rosa-Luxemburg-Allee ins Nordwestzentrum fahren.

„Wenn ich in die Quartiere ,Schöne Aussicht’ oder ,Bonifatiusbrunnen’ möchte, dann bringt mir diese Verbindung gar nichts“, sagt sie. Das ist auch einer der Gründe, warum Stehl lieber mit dem Bus und nicht mit der Bahn unterwegs ist, so wie viele ihrer Nachbarn. Auch dort sei der Bus die bevorzugte Wahl. „Natürlich spreche ich in erster Linie für die Senioren. Aber nicht nur. Der Bus wird von allen Generationen genutzt – wir brauchen diese Haltestelle.“

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