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Schulleiter Marcus Bohnenberger

Voltastraße

Neue Gymnasiale Oberstufe zieht nach Bockenheim

Die Neue Gymnasiale Oberstufe ist von dem Übergangsstandort auf dem Riedberg in den nächsten nach Bockenheim gezogen. Mindestens acht Jahre wird sie dort wohl bleiben, bis der Bildungscampus im Gallus fertiggestellt ist.

Ob es gut geht, wenn die Neue Gymnaisale Oberstufe (NGO) in ein ehemaliges Bürogebäude zieht, war nicht von vornherein klar. Schließlich haben Büros und Schulen unterschiedliche architektonische Ansprüche. Für den Unterricht braucht es größere Räume. Die Akustik muss stimmen und auch das Treppenhaus darf für den Brandfall nicht zu schmal sein. Außerdem brauchen die Schüler in den Freistunden einen Platz, zum Lernen oder Quatschen. Auch einen Schulhof haben nur wenige Bürogebäude.

Insofern sei es ein Experiment gewesen, die NGO in der Voltastraße 1a einzuquartieren, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Es ist die erste öffentliche Schule, die wir in einem Bestandsbau unterbringen.“ Darum habe man zuvor genau geprüft.

Einen Vorteil hatte das Projekt allerdings. Zwischen den Bankern und den Schülern, hatte schon die private Mundanis-Grundschule in dem L-förmigen Bau unterrichtet. Dennoch habe man das Gebäude neu verkabeln und die eine oder andere Wand versetzen müssen, sagt Weber. Schulleiter Marcus Bohnenberger fügt hinzu, dass man die Fachräume für Physik und Chemie in den Osterferien abschließend einrichten werde. Da seien laute Arbeiten zu verrichten, die den laufenden Schulbetrieb jetzt stören würden. Auch einige Schultafeln sind noch nicht aufgehängt worden. „Wir rechnen aber damit, dass das in den nächsten sechs Wochen passiert“, sagt Bohnenberger. Mit den Baumaßnahmen kostete der Umzug laut Weber rund 1,5 Millionen Euro. Das sei noch vergleichsweise günstig. Ende Februar hat die Schule an ihrem neuen Übergangsstandort ihren Betrieb aufgenommen. Gestern zogen der Schulleiter gemeinsam mit der Bildungsdezernentin eine erste Bilanz.

Eine Büro-Atomsphäre herrscht zwar in den Gängen mit ihren weißen Wänden noch immer. Der Schulleiter zeigte sich aber zufrieden mit dem Gebäude. Auch die rund 470 Schüler fühlten hier wohl, sagte Schülersprecherin Sophie Lauer. Sie scheint regelrecht begeistert davon, dass auf den Fluren und in vielen Klassenräumen Teppichboden verlegt worden ist. „Das macht alles viel gemütlicher“, sagte sie. Man könne sich so immer auch bequem auf den Boden setzen. Dass die Schüler wegen des Teppichs nun nicht überall essen dürfen, störe zwar mache. Das sei aber ein kleines Problem, verglichen mit den Zuständen in dem Container-Bau an der Gräfin-Dönhoff-Straße auf dem Riedberg. „Dort sind im Winter immer wieder die Heizungen ausgefallen“, sagte Lauer. Zwar habe es Elektroheizer gegeben. Die hätten aber lange gebraucht, um die Klassenräume aufzuheizen.

Viel länger wird der Schulweg für die meisten Schüler wohl auch nicht. Sie kämen aus allen Ecken Frankfurts, sagte die Schülersprecherin. Daher sorge die zentrale Lage in Bockenheim dafür, dass der überwiegende Teil die Schule leichter erreiche. „Weniger als 10 Prozent der Schüler kommen vom Riedberg oder aus der Umgebung des Stadtteils“, sagte Schulleiter Bohnenberger. Dass der Umzug in die Zeit der Abiturprüfungen gefallen ist, sei kein Problem gewesen.

Mindestens acht Jahre wird die NGO wohl in der Voltastraße bleiben. Ihren festen Standort soll sie auf dem Bildungscampus Gallus bekommen. Dafür werde noch in diesem Jahr der Architektenwettbewerb starten, sagte Bildungsdezernentin Weber. Einen genauer Zeitraum lasse sich aber nicht nennen. „Bei solchen Großprojekten gibt es immer unvorhersehbare Komplikationen.“ Bohnenberger sieht der Entwicklung gelassen entgegen: „Ein oder zwei Jahre mehr, sind nicht schlimm. Wir können hier gut arbeiten.“ Die Lehre für das Bildungsdezernat lautet: „Man kann Schulen in Bestandsgebäuden unterbringen.“ Wegen der knappen Bauflächen in Frankfurt, ist das eine gute Nachricht.

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