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Ältere Bewohner des Mühlbergs wünschen sich, dass der 47er Bus abends länger fährt. Doch die Stadt beharrt darauf, dass die Nachfrage zu gering sei. foto: faust

Sachsenhausen: Nahverkehr

Neue Haltestelle für Buslinie 47

  • vonStefanie Wehr
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Doch abends wird die Verbindung nicht verlängert

An der Villa Henninger am Mühlberg wird eine neue Bushaltestelle eingerichtet. Zum Fahrplanwechsel im Dezember nächsten Jahres wird die neue Haltestelle der Buslinie 47 eingerichtet. Diese liegt dann zwischen den Stopps "Geleitsstraße" und "Dielmannstraße". Dort, wo der neue Fußweg auf dem Areal der neuen Wohnblöcke der "Stadtgärten" angelegt wird, der Wendelsweg und Hainer Weg verbindet.

Wo genau die Haltestelle gebaut wird, wird aber derzeit noch geprüft, erklärte auf Anfrage Klaus Linek, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Auch der Name sei noch unklar. Arbeitstitel sei derzeit "Am Felsenkeller". Die Haltestelle hatte der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) auf Anregung der FDP-Fraktion vorgeschlagen.

Die Linie 47 soll aber abends zunächst nicht länger fahren. Obwohl der Ortsbeirat 5 sich mehrfach - zuerst im Herbst 2019, dann wieder im August dieses Jahres - für eine Verlängerung der Fahrtzeit ausgesprochen hat, wird es eine solche nicht geben.

Das sei nicht nötig, findet die Stadt. "Der Betriebszeitraum der Linie 47 am Abend entspricht den üblichen Bedienungsstandards und wird aufgrund der derzeitigen Nachfrage und Erschließungssituation nicht bis Mitternacht ausgeweitet", heißt es in einer Stellungnahme des Magistrats.

Wie berichtet haben sich Anwohner des Sachsenhäuser Mühlbergs zusammengetan und dafür plädiert, dass der Bus 47, der als einzige Linie den Wendelsweg und die Geleitsstraße bedient, bis spät abends fährt. Derzeit geht die letzte Fahrt um 20.37 Uhr am Südbahnhof los. Die frühe Abfahrtszeit ist für viele ältere Bewohner des Mühlbergs ungünstig. "Wir können nicht jedes Mal ein Taxi bestellen, wenn wir ins Theater oder abends einmal länger ausgehen wollen", erklärte der Anwohner Norbert Perrot schon vor den Einschränkungen durch die Pandemie. Wer am Mühlberg wohne, sei dazu verdammt, abends früh zu Hause zu sein.

"Geht um Lebensqualität in der Stadt"

Unterstützung erhielten sie vom Seniorenbeauftragten im Frankfurter Süden, Franz Zimmermann (FDP). "Man zwingt die Leute dazu, sich ein teures Taxi zu nehmen." Es sei engstirnig von der Stadt, dem Wunsch der Bürger nicht nachzukommen. Auch der Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) hält es für nicht zeitgemäß, in einer Großstadt den öffentlichen Nahverkehr dergestalt einzuschränken. "Der ÖPNV ist doch ohnehin ein Zuschussprojekt. Es geht doch darum, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen", erklärt Becker.

Doch die Stadt bleibt dabei: Die letzten Fahrten der Linie 47 und auch die der parallel auf dem Hainer Weg verkehrenden Linie 48 seien "zwischen 21 Uhr und Mitternacht nur wenig ausgelastet". Zudem würden nur zwei Haltestellen ausschließlich durch die Linie 47 bedient. Von diesen betrage die maximale Entfernung zu den nächstgelegenen Haltestellen der Linien 16 oder 48 höchstens 500 Meter. Eben diese 500 Meter seien aber für ältere und gehbehinderte Menschen kaum zu Fuß zu überwinden, so die Anwohner.

Darauf entgegnet die Stadt, es gebe bald den zusätzlichen Fußweg. Somit werde der Weg zur Haltestelle "Wertheimer Straße" auf dem Hainer Weg weiter verkürzt.

Der Ortsbeirat gab zu bedenken, dass die neuen Anwohner des neuen Wohnareals "Stadtgärten" ohnehin die Nachfrage nach Busverbindungen steigern würden. Die künftige Nachfrage in den Abendstunden werde dann "beobachtet", antwortet die Stadt. Stefanie Wehr

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