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Philipp Beisheim (v.l.), Boris Banozic, Philipp Voss und die Innenarchitektin Franziska Braunbeck stellen ihre neuen Räume Bürgermeister Olaf Cunitz vor.

Kreativ-Standort Höchst

Neue Ideen in altem Gewerbe

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Der Kreativ-Standort Höchst entwickelt sich weiter: In der Kranengasse 2 hat sich ein Gemeinschaftsatelier angesiedelt, das vom 3. bis 5. Juli zum inzwischen schon achten Höchster Designparcours geöffnet sein wird.

Die Kranengasse trennt das neue Domizil der Künstler vom Bolongaropalast. Das Haus wirkt etwas mitgenommener als der Palast; neben der Hofeinfahrt, in der sich der Eingang zum Gemeinschaftsatelier befindet, geht es in den Keller in eine türkische Disco. Sandra Renner, Tochter des Hausbesitzers, erklärt Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne), dass ihr Großvater Fritz Mayer das Gebäude mit seinen beiden 270 und 300 Quadratmeter großen Etagen 1936 gekauft hat, um eine Möbelhandlung einzurichten: „Es ist seitdem in Familienbesitz.“ Vor sechs Jahren zog das Sanitätshaus Bauer, das die Räume im Souterrain nutzte, um. Seitdem stand das Objekt leer.

„Da wurden wir von der NH-Projektstadt und der städtischen Leerstandsagentur Radar angesprochen, ob wir das nicht für den Design-Parcours zur Verfügung stellen wollen“, erinnert sich Renner. Ihre Eltern stimmten zu. Drei Mal wurde der Raum seitdem für den Design-Parcours genutzt, der immer parallel zum Höchster Altstadtfest und zum Weihnachtsmarkt stattfindet. Dieses Mal, vom 3. bis 5. Juli, werden die Räume auch wieder Anlaufstelle im Design-Parcours sein, aber unter anderen Vorzeichen: Mieter ist jetzt eine Gemeinschaft von Designern und Architekten, die sich auf den 200 Quadratmetern Fläche Werkstätten und Büroräume einrichten.

Das ist ganz in Cunitz’ Sinn, der die Räume gestern Nachmittag gemeinsam mit Vertretern von Radar besichtigte. „Ich bin begeistert, was hier ermöglicht wurde“, sagte Cunitz. Die Fläche wurde mit Unterstützung des städtischen Programms zur Förderung des Umbaues leerstehender Räume für Kreative mit 33 637 Euro instandgesetzt.

Seit 2002 werden beim Höchster Design-Parcours leerstehende Laden- und Geschäftsflächen im Kernbereich von Höchst Künstlern und Kreativen temporär zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Er wurde geschaffen, um das kreative Klima im Stadtteil zu stärken, Höchst für die kreative Szene interessanter zu machen und das Straßenbild aufzuwerten und zu beleben. Seitdem konnten fünf Objekte von Radar in Kooperation mit dem Quartiersmanagement langfristig an Kreative vermittelt werden sowie zwei Objekte mit Hilfe des Förderprogramms zweckmäßig umgebaut werden. Sechs neue Unternehmen konnten so in Höchst angesiedelt werden. „Die Fördermittel bieten den Eigentümern einen Anreiz, bezahlbare Arbeitsräume für junge Unternehmer zu schaffen“, freut sich Jakob Sturm von Radar.

In der Kranengasse 2 arbeiten jetzt der Architekt und Szenograf Boris Banozic, der Möbeldesigner Philipp Beisheim, der Designer Theodor Voss und die Innenarchitektin Franziska Braunbeck gemeinsam. Beisheim wurde beim diesjährigen „Salone Satellite“ in Mailand zum besten Jung-Designer gekürt. Banozic wurde für seine Rauminstallationen mehrfach ausgezeichnet und hat mit Voss zusammen die neuen 3-Sat-Studios für „Kulturzeit“, „nano“ und „scobel“ designt. Braunbeck bringt ihre Erfahrung in der Projektleitung interdisziplinärer Teams mit in die Gruppe ein. Derzeit bieten sie noch Büroplätze für zwei weitere Kreative an.

(hv)

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