Gesundheit

Neue Kombitherapie: Mit Hitze und Chemie gegen Lebermetastasen

  • schließen

Wenn Darmkrebs streut, erwischt es meistens die Leber. Im Kampf gegen die Metastasen setzen Forscher der Frankfurter Uniklinik nun auf eine Kombitherapie. Die Studienergebnisse sind vielversprechend.

Hitze und Chemie – so lautet die Formel, mit der Experten der Frankfurter Uniklinik Darmkrebsmetastasen in der Leber neuerdings den Garaus machen. Mit Erfolg. In einer Studie mit 452 Patienten konnte das Team rund um Prof. Thomas Vogl, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, zeigen, dass die Kombitherapie die durchschnittliche Überlebenszeit der Patienten verdoppelt.

„Wir können schwerstkranken Patienten mit dieser Kombinationstherapie wertvolle zusätzliche Lebenszeit geben – und das aufgrund der guten Verträglichkeit mit einer relativ hohen Lebensqualität“, freut sich Vogl.

Darmkrebs ist mit 61 010 Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Nur an Brustkrebs erkrankten 2014 laut Krebsregister mehr Bundesbürger (69 870). Auch bei den Krebserkrankungen mit tödlichem Ausgang belegt Darmkrebs mit 25 512 Todesfällen in 2014 den zweiten Rang. Vor allem wenn der Darmkrebs bereits gestreut hat, sinkt die zu erwartende Lebenszeit deutlich. „Am häufigsten bilden sich Metastasen in der Leber. Allerdings lassen sie sich nur in rund 20 Prozent der Fälle operativ entfernen“, erklärt die Uniklinik in einer Pressemitteilung.

Für Patienten mit Lebermetastasen, „bei denen alle anderen Behandlungen keinen Erfolg gezeigt haben“, komme die Kombitherapie in Frage, erläutert Vogl. „Die Studienergebnisse zeigen, dass die Kombinationstherapie für sie einen signifikanten Gewinn bringt.“

Zum Einsatz kommen dabei zwei Verfahren, die im Expertenjargon „TACE“ und „Thermoablation“ nennen. TACE steht für transarterielle Chemoembolisation. Dabei wird die Leber kurzfristig vom Blutkreislauf getrennt und mit einem Chemotherapeutikum gespült, dass dann ausschließlich auf die Leber wirkt. Bei der Thermoablation erhitzen die Ärzte mit einer Sonde gezielt das Tumorgewebe und zerstören es auf diese Weise.

„Wir entwickeln und erforschen seit vielen Jahren minimalinvasive radiologische Therapien. Mit der TACE konnten wir bereits Erfolge bei schwerstkranken Patienten erzielen und die Lebenserwartung erhöhen. Mit der Kombination mit der Thermoablation wurden die Ergebnisse noch einmal sehr deutlich verbessert“, freut sich Prof. Vogl.

Wer Darmkrebs vorbeugen möchte, kann zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Die kosten übernimmt die Krankenkasse bei Patienten ab 55 Jahre. Stellen Ärzte bei der Vorsorgeuntersuchung Polypen fest, die irgendwann bösartig werden können, entfernen sie diese in der Regel direkt, so dass sich der Krebs gar nicht erst einnisten kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare