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Schrottkünstler Thomas Petersen zeigt eine Auswahl seiner Werke im Restaurant ?Grüne Soße und mehr?.

Neue Kunst für altes Eisen

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Seit 15 Jahren fertigt Thomas Petersen Skulpturen und Objekte aus Metall an. Einige seiner Arbeiten präsentiert der Künstler aus Oberrad nun erstmals im Stadtteil im Restaurant „Grüne Soße und Mehr“. Zur Ausstellungseröffnung heute Abend wird dort ein Werk zugunsten des gemeinnützigen Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ versteigert.

Lovis ist der Hund von Thomas Petersen, Odin hingegen heißt der treue Vierbeiner von Kai Abicht. Die beiden Oberräder gehen regelmäßig mit den Hunden spazieren. Eines Tages sind sich Petersen und Abicht dabei über den Weg gelaufen. „Wir kamen ins Gespräch. So ist die Idee entstanden, dass ich meine Kunstwerke hier im Restaurant ,Grüne Soße’ ausstelle“, erzählt Petersen. Er ist Künstler, hat sein Atelier im Burgenlandweg nicht weit vom Stadtwald entfernt.

Abicht ist Geschäftsführer des Restaurants am Buchrainplatz, das im August vergangenen Jahres eröffnet hat. „Ich möchte etwas für den Stadtteil tun, zeigen, welche tollen Künstler in Oberrad leben und arbeiten“, sagt Abicht. Mit Ausstellungsmöglichkeiten im Restaurant möchte er ihnen einen Raum dafür geben, ihre Kunstwerke in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Petersen macht keine alltägliche Kunst. Seit 15 Jahren arbeitet er mit Metall, fertigt daraus Skulpturen und Objekte. Die schwergewichtigen Kunstwerke im Restaurant zu platzieren, das ist gar nicht so einfach. Ein Blickfang ist ein metallener Frauenkörper, den er auf dem Gestell einer antiken Schneiderpuppe befestigt hat. Zahlreiche, einzelne sogenannte Schwellenbänder, die einst für Eisenbahnschienen Verwendung fanden, hat er zu dem Frauenkörper zusammengeschweißt. Einen Titel hat das Kunstwerk nicht.

„Wie viele Stunden ich bis zur Fertigstellung gebraucht habe, kann ich gar nicht sagen“, erzählt Petersen, der ursprünglich aus Stuttgart stammt. Der Liebe wegen kam er vor vielen Jahren nach Frankfurt. „Ich arbeite oft gleichzeitig an mehreren Objekten, lege besonderen Wert auf Details wie beispielsweise die Hände der Frau“, erklärt er. Im Gespräch spürt man, dass der Künstler ein ruhiger und zurückhaltender Charakter ist, der seine Passion in der Kunst und den damit verbundenen kreativen Prozessen gefunden hat.

„ferRostkunst“ überschreibt Petersen seine Werke. „Am Material Metall fasziniert mich dessen Vergänglichkeit“, erklärt er seine Intention. „Selbst ein Gegenstand aus Metall ist irgendwann einmal verschwunden.“ Und so ist die Patina, der Rost, der sich auf den metallenen Einzelteilen ausgebreitet hat, ein wichtiger Teil seines künstlerischen Konzeptes. „Es wird immer schwieriger, Metallschrott für meine Kunstwerke zu bekommen, so viele Schrottplätze gibt es heute nicht mehr.“ Aus diesem Grund habe er sich bereits vor zehn Jahren einen Materialvorrat angelegt.

Seine teils großformatigen Kunstwerke in der Ausstellung so zu präsentieren, dass sie einerseits integriert werden in die täglichen Abläufe des Restaurants, andererseits im Raum auch ihre Wirkung entfalten können, ist für Petersen eine Herausforderung. Viele Gedanken hat er sich gemacht und bespricht seine Präsentationsvorschläge mit Abicht. „Das ist eben keine klassische Galerie-Situation“, sagt der Geschäftsführer des Restaurants. Vielmehr gebe es hier bewusst eine

Wohnzimmer-Atmosphäre

. Hierin eingebettet finden sich auch kleinere Kunstwerke Petersens, außerdem präsentiert er zwei Bilder in Öl.

Ein Höhepunkt zur heutigen Ausstellungseröffnung um 20 Uhr ist die Versteigerung (voraussichtlich 21 Uhr) eines Kunstwerkes zugunsten des gemeinnützigen Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“. „Ich finde, dass man sich in der Region für den guten Zweck engagieren sollte“, betont Abicht. Er freut sich, dass Petersen ihn in diesem Anliegen unterstützt.

Die Ausstellung läuft bis zum 6. Februar und kann zu den Öffnungszeiten täglich von 11 bis 24 Uhr besichtigt werden.

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