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Neue Mainzer: Das befürchtete Chaos bleibt aus

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Von: Sabine Schramek

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Ziemlich voll aber noch gerade erträglich. Wer derzeit über die Neue Mainzer will - die noch bis Ende des Monats zwischen Taunustor und Junghofstraße gesperrt ist - sollte etwas Geduld mitbringen.
Ziemlich voll aber noch gerade erträglich. Wer derzeit über die Neue Mainzer will - die noch bis Ende des Monats zwischen Taunustor und Junghofstraße gesperrt ist - sollte etwas Geduld mitbringen. © enrico sauda

Straße bis Ende des Monats dicht - Netzdienste verlegen Wasserleitung für Business-Tower

Frankfurt -Mittags reicht der Stau wegen der Sperrung der Neuen Mainzer Straße bis ein Stück hinter den Willy-Brandt-Platz. Wer am ersten Schultag aus Sachsenhausen kommt, kann die Untermainbrücke noch problemlos passieren. Ein Wagen vom Kampfmittelräumdienst steht an der Baustelle, während es Richtung Willy-Brandt-Platz vereinzelt hupt. Statt Richtung Alte Oper wird der Verkehr über das Taunustor geführt, Sackgassen- und Umleitungsschilder weisen darauf hin.

Ampeln werden neu programmiert

Nicht jeder erkennt die Schilder rechtzeitig. An Ampelmasten klettern Männer in Warnwesten, an Stromkästen werden Ampelschaltungen neu programmiert. Für die Wenigen, die trotz der Sperre geradeaus in die Neue Mainzer Straße fahren, gibt es vor der Vollsperrung einen kleinen Wendehammer, durch den die Autofahrer wieder zurück zum Taunustor geführt werden. "Die Leistungsfähigkeit für den Verkehr wollen wir auch in der Neuen Mainzer Straße so gut es geht erhalten", sagt ein Mann vom Straßenverkehrsamt. "Für die Baustellenfahrzeuge und für die, die sich erst an die Umleitung gewöhnen müssen", sagt er.

Über mehrere Stunden beobachtet das Straßenverkehrsamt den Verkehr und justiert Ampelschaltungen, damit der Rückstau so gering wie möglich bleibt. "Drei Fahrspuren kann man leider nicht durch eine ersetzen", sagt ein anderer Mitarbeiter des Straßenverkehrsamts. "Es muss sich einspielen." Kameras geben Aufschluss über das Verkehrsgeschehen. "Wir beobachten das und passen an, wenn es nötig wird", heißt es. An der Junghofstraße leitet die Verkehrspolizei die Autos, die von der Mainzer Landstraße und Taunusanlage aus kommen, damit das Chaos nicht zu groß wird. Es ist dröhnend laut, weil der Asphalt mit einer Maschine mit riesigen Sägeblättern der Asphalt aufgeschnitten wird. Fußgänger, die weiterhin durch den gesperrten Teil der Straße kommen, halten sich die Ohren zu. "Eine Wasserleitung muss hier verlegt werden", erklären die Arbeiter der Netzdienste Rhein-Main. Bis zum 30. Januar bleibt die Straßensperre für die Vorarbeiten für das neue 205 Meter hohe Bürohochhaus "Central Business Tower" deshalb komplett bestehen.

Pläne für den Bau gibt es bereits seit über 20 Jahren, vor vier Jahren hat die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) das Grundstück gekauft und will bis 2028 den Turm fertigstellen. Einziehen sollen nach den Planungen aus dem Jahr 2020 Büros, Lokale und das Museum der Weltkulturen.

Die Fassade bleibt erhalten

Bereits seit November ist der Bürgersteig gesperrt, während Abrissarbeiten vorbereitet werden. Die Fassade des ehemaligen Sparkassengebäudes ist denkmalgeschützt und bleibt bestehen. Wenn die Wasserleitung auf die Mitte der Straße verlegt sein wird, soll die Fassade durch eine spezielle Stahlkonstruktion geschützt und der Rest des Gebäudes rückgebaut werden. Nach der Verlegung der Wasserleitung wird die Vollsperrung aufgehoben. Die Verkehrsführung wird allerdings auch dann bis zur Fertigstellung des neuen Büroturms eine andere als bisher sein. Laut Straßenverkehrsamt der Stadt sollen ab dem 1. Februar sowohl in der Neuen Mainzer Straße als auch auf der Junghofstraße zwei Fahrspuren wieder zur Verfügung stehen. Bis dahin gibt es die Umleitungen über Taunustor, Taunusanlage und die Junghofstraße.

Selbst am späten Nachmittag zur Rushhour bleibt das befürchtete Verkehrschaos aus. Der Rückstau geht weiterhin nicht weiter als bis zum Willy-Brandt-Platz. Ob sich bereits viele auf die Teilsperrung in der Neuen Mainzer Straße eingestellt haben, oder ob die sensible Ampelschaltung dazu beiträgt, bleibt abzuwarten. Selbst, als die Feuerwehr wegen eines Einsatzes eine Spur zum Halten braucht, kommt es nicht zu viel mehr Stillstand als sonst im vorabendlichen Berufsverkehr. Dennoch ist es ratsam, die Strecke wenn möglich weiträumig zu umfahren.

Sabine Schramek

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