Frank Fieseler neben dem Modell der Justinuskirche, welche Pfarrkirche der Pfarrei Sankt Margareta mit ihren fünf Gemeinden ist. Die Justinuskirche ist nämlich eigentlich seit Wegnahme der Justinus-Reliquien im Jahr 1298 eine Margaretenkirche.
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Frank Fieseler neben dem Modell der Justinuskirche, welche Pfarrkirche der Pfarrei Sankt Margareta mit ihren fünf Gemeinden ist. Die Justinuskirche ist nämlich eigentlich seit Wegnahme der Justinus-Reliquien im Jahr 1298 eine Margaretenkirche.

Katholische Kirche

Der neue Priester in Höchst war kürzlich noch Beamter

  • vonAlexandra Flieth
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Er nennt sich selbst einen Spätberufenen: Frank Fieseler ist seit kurzem als Priester im Frankfurter Westen tätig. Noch vor gar nicht langer Zeit hat er für diesen Job die Schulbank gedrückt - dabei ist er bereits 40 Jahre alt.

Frankfurt -Frank Fieseler nennt sich selbst einen "Spätberufenen". Er hat diesen Sommer sein Pfarrexamen abgelegt und ist seitdem Pfarrer. Vor kurzem trat er seine erste Stelle nach Abschluss seines Examens an: Er arbeitet als priesterlicher Mitarbeiter, nicht als Inhaber der Titularstelle, in der katholischen Pfarrei Sankt Margareta.

Der nun 40 Jahre alte Pfarrer ist dort als Kooperator tätig und unterstützt künftig als Nachfolger von Christian Enke Pfarrer Martin Sauer an allen fünf Kirchorten der Pfarrei. Das sind St. Josef (Höchst), St. Johannes-Apostel (Unterliederbach), St. Dionysius (Sindlingen), St. Bartholomäus (Zeilsheim) und St. Michael (Sossenheim). Offiziell in sein Amt eingeführt wird Fieseler am kommenden Samstag.

Die Entscheidung fiel mit 28 Jahren

Die Entscheidung, Pfarrer zu werden und Menschen auf ihren Lebenswegen seelsorgerisch zu begleiten und zu unterstützen, sei erst im Alter von 28 Jahren gefallen, erzählt Fieseler. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er nach einer Ausbildung zum Verwaltungsbeamten zunächst mehrere Jahre beim Ordnungsamt in Frankfurt und darauf bis Ende August 2008 beim Ordnungsamt in Limburg gearbeitet. Im September 2008 ging er ins interdiözesane Priesterseminar "Studienhaus St. Lambert" in Lantershofen bei Bad Neuenahr-Ahrweiler, um dort seine Priesterausbildung zu beginnen.

Fieseler stammt aus Dietkirchen, einem Stadtteil von Limburg. Schon als Kind sei er mit der Kirche stark verwurzelt gewesen, berichtet er. Auch die Sehnsucht, Priester zu werden, sei schon früh in ihm geweckt worden. "Diese Sehnsucht war im Verlauf der Jahre in Phasen stärker und schwächer präsent, aber immer vorhanden", beschreibt er seine Gefühle. "Dieser Wunsch ist während meiner Tätigkeit für die Stadtverwaltung wieder stärker geworden", sagt er. Dort sei er öfters mit Wohnungslosen und psychisch kranken Menschen in Berührung gekommen. "Das hat mich beschäftigt, die Menschen haben mich beschäftigt", betont Fieseler. Er habe sich gefragt, was er für sein Leben möchte. Dass er für die Entscheidung, diesen Weg zu gehen, länger benötigt habe als andere, habe auch daran gelegen, dass er sich durchaus habe vorstellen können, eine eigene Familie zu gründen. Eine große Stütze in dieser Zeit der Orientierung sei ihm sein Heimatpfarrer gewesen.

Erfahrung in der Jugendarbeit

Im alten Rektorat neben der Justinuskirche hat Fieseler vor gut einer Woche seine Wohnung bezogen. Im Erdgeschoss nutzt er Räume als Büro. Welche Aufgaben er künftig konkret übernimmt, das entscheide sich in der Zusammenarbeit mit Pfarrer Martin Sauer und dem ganzen Team aus Pastoral- und Gemeindereferenten, erzählt er weiter. Besonders die Jugendarbeit liege ihm am Herzen. Nach Abschluss des Priesterseminars 2012, der Weihe zum Diakon im März 2013 und der Priesterweihe im Dom zu Limburg in Juni 2014 war er als Kaplan zunächst in der katholischen Pfarrei St. Anna in Braunfels tätig. Nach drei Jahren wechselte er 2017 in die Innenstadtpfarrei der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden, St. Bonifatius, und war dort verstärkt für die Jugendkirche KANA tätig. Seine Erfahrungen aus dieser Zeit möchte er gerne in Sankt Margareta einbringen und die Jugendarbeit der Pfarrei weiterentwickeln.

Wenn er über seinen Beruf spricht, ist zu spüren, dass ihm dieser eine echte Berufung ist. Zeit für Hobbys bleibt ihm dennoch. "Ich singe gerne, auch schon vor meiner Ausbildung, gehe gerne schwimmen oder in den Bergen wandern, und spiele Posaune", erzählt er.

Obwohl er erst vor Kurzem im Frankfurter Westen angekommen ist, fühlt er sich hier schon richtig wohl. Sein Wunsch ist es, immer ein offenes Ohr zu haben und da zu sein, wenn er gebraucht wird. "Ich freue mich auf die Menschen und auf die Zusammenarbeit mit dem Pastoralteam."

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