Planungen zur Bebauung

Neue Quartiere für die Innenstadt

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Während sich das Areal um die Deutsche Bank künftig zur Innenstadt öffnen soll, setzt der Bebauungsplan für das Areal rund um den Güterplatz auf eine Blockrandbebauung. Ob die neuen Quartiere dadurch eine neue Belebung erfahren, wurde im Ortsbeirat 1 kritisch diskutiert.

Bislang verschließt sich das Areal der Deutschen Bank zwischen Junghof-, Großer Gallusstraße und Neue Schlesingergasse weitgehend gegenüber seiner Umgebung. „Diese Strukturen wollen wir aufbrechen und das Gebiet mit den umliegenden Quartieren der Innenstadt verzahnen“, erklärte Tobias Sauerbier, Projektleiter von Groß & Partner, im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut). Dafür ist eine Schaffung neuer Plätze und Wege und eine Bebauung mit vier Hochhäusern von 100, 120, 173 und 228 Metern geplant – letzteres gilt als Neuauflage des vor 17 Jahren geplanten Wolkenkratzers „Max“.

Für die aktuelle Bauplanung durch das Architekturbüro UNStudio Amsterdam ist eine Änderung des Planungsrechts notwendig, weil auf dem Areal nun auch 60 000 Quadratmeter Wohnfläche, Hotel, Arztpraxen, Fitnessstudo sowie eine Kita in der Junghofstraße entstehen sollen. Auch rund um den Güterplatz muss der Bebauungsplan geändert werden, da hier eine Mischung aus Wohnen, Hotel oder Boarding House und Gewerbe angedacht ist, die in zwei 90 und 120 Meter hohen Türmen mit Blockrandbebauung untergebracht werden soll. Doch bei beiden Projekten meldeten die Stadtteilpolitiker auch Zweifel an: Im Deutsche-Bank-Areal befürchtet man, die geplante Belebung und soziale Durchmischung werde durch versiegelte Flächen, zu viele Eigentumswohnungen und zu wenig geförderten Wohnungsbau erschwert. Und am Güterplatz wird die ursprünglich geplante Gestaltung als Eingangstor zum Europaviertel angemahnt, die derzeit hinter der benötigten Verkehrsfläche für die Erweiterung der U-Bahnlinie 5 zurückstehen muss.

Doch beide Projekte sehen auch den Erhalt wertvoller Bausubstanz vor: Unweit des Güterplatzes bleibt die Feuerwache 2 in der Heinrichstraße erhalten, da der dortige gründerzeitliche Bau unter Denkmalschutz gestellt wird und der geplante Umzug der Wache an einem geeigneten Standort im Europaviertel scheitert. Und im Areal der Deutschen Bank erfährt freilich der nach Bankier Hermann Josef Abs benannte Bau besondere Würdigung: „Die Gebäude entlang der Junghofstraße 5 bis 11 mit typischen Elementen der 50er und 60er Jahre wurden vom Denkmalamt unter Schutz gestellt“, erklärte Sauerbier. Abgerissen wird hingegen das 90 Meter große Hochhaus mit dem Investment Banking Center Frankfurt in der Junghofstraße. Die ersten Vorbereitungen beginnen schon nächstes Jahr, die Bebauung wird ab 2018 etwa drei bis vier Jahre lang dauern.

Die Hochhäuser werden entlang des neu entstehenden Stadtplatzes an der Großen Gallusstraße gegenüber vom Commerzbank Tower (Turm 1, 228 Meter), gegenüber der Kirchnerstraße (Turm 2, 173 Meter) sowie entlang der Junghofstraße (Turm 3, 120 Meter und Turm 4, 100 Meter) in markanten runden Formen errichtet. Die Türme 1 und 4 sind für Büros vorgesehen, in die unteren Geschosse des Turms 1 zieht ein Hotel. Die Türme 2 und 3 sind als Wohntürme geplant, 8000 Quadratmeter fallen unter den sozialen Wohnungsbau. „Nach dem sogenannten Rotationsprinzip werden die Kopf- und Längsseiten der vier Hochhäuser jeweils im rechten Winkel zueinander angeordnet, die Kopfseiten zusätzlich angeschrägt und in den Eckbereichen ausgerundet“, erläuterte Sauerbier.

Dazu ist ein fünf- bis siebengeschossiger Sockel mit Einzelhandel, Gastronomie, Kindertagesstätte mit 170 Betreuungsplätzen, Arztpraxen und Fitnessstudio vorgesehen. Wege wird es von der Junghofstraße zur Großen Gallusstraße sowie vom Roßmarkt zur Neuen Schlesingergasse/Neuen Mainzer Straße geben. „Eine ähnliche Erschließung wurde uns auch für das Maintor-Areal versprochen, doch hier läuft die Belebung nur schleppend an“, kritisierte Peter Metz (SPD).

Für die ab 2018 zu beschließende Bebauung im Areal Güterplatz werden der begrünte Turm 90 für Wohnnutzung entlang der Europaallee und der Turm 120 für Hotel oder Boarding am Güterplatz von den Büros Murphy Jahn Chicago und Magnus Kaminiarz & Cie realisiert. Von 45 000 Quadratmetern Wohnfläche werden 2000 Quadratmeter öffentlich gefördert, die Wohnungen der Blockrandbebauung übernimmt die ABG Holding. Neben der Frage, ob das so geschaffene Quartier nahe des Skyline Plaza weiteren Einzelhandel verträgt, ging es um die Wohnkosten: „Viele der geplanten 260 Wohnungen werden sich wieder nur die Reichen leisten können“, kritisierte Eyup Yilmaz (Linke).

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