Nur noch Trümmer sind vom ehemaligen Rewe-Einzelhandel übrig.
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Nur noch Trümmer sind vom ehemaligen Rewe-Einzelhandel übrig.

Baubeginn an der Maybachstraße auf Oktober verschoben

Der neue Rewe kommt erst 2018

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Weil die Pläne wegen eines Getränkemarktes ergänzt werden mussten, wird das Wohnhaus mit Supermarkt an der früheren Batschkapp erst 2018 fertig. Bis dahin müssen die Anwohner weite Wege zum Einkaufen zurücklegen.

Im Oktober beginnen die Bauarbeiten in der Maybachstraße. Vor vier Wochen wurde die Rewe-Filiale dort geschlossen und kurze Zeit später plangemäß abgerissen. Nur Trümmer zeugen noch von dem 750 Quadratmeter großen Zweckbau, der jahrelang in unmittelbarer Nachbarschaft zur legendären Batschkapp stand.

Wie berichtet, baut die städtische ABG Holding für elf Millionen Euro einen vierstöckigen Wohnkomplex, im Erdgeschoss zieht ein neuer Rewe ein. Die ABG hatte das Gelände als Ergänzung zum benachbarten Grundstück der vormaligen Batschkapp erworben. Die Batschkapp ist schon lange abgerissen.

Weiteres Grundstück

Ursprünglich sollte der alte Rewe, ein Flachbau, schon im Frühjahr abgerissen und die Baustelle eingerichtet werden. Die Verzögerung erklärt Frank Junker, Geschäftsführer der ABG, mit einer Planänderung: „Wir haben an einer Stichstraße, die zur Bahnstrecke führt, ein weiteres Grundstück zur Arrondierung erworben“, sagte er gestern. Dieses Grundstück – vormals ein Schlossereibetrieb beziehungsweise dessen Lagerhalle – wird später mit einem 300 Quadratmeter großen Getränkemarkt bebaut, einem einstöckigen Flachbau. Der Getränkemarkt gehört zu Rewe, ist aber von der Filiale und dem gesamten Wohngebäude abgetrennt. „Die Verkaufsfläche für das Restsortiment vergrößert sich, wenn die Getränke außerhalb verkauft werden“, sagte Junker.

Voraussichtlich wird im Oktober mit dem Bau begonnen, ein halbes Jahr später als geplant. Die Fertigstellung des vierstöckigen Gebäudes mit dem Einzelhandelsgeschäft im Erdgeschoss wird erst in der ersten Jahreshälfte 2018 fertig, schätzt Junker. Bis dahin ist die Nahversorgung für die Anwohner schwierig. Es gibt noch drei Märkte in Eschersheim: den Biomarkt am Weißen Stein, 450 Meter von der Maybachstraße entfernt; den Penny-Markt in der Eschersheimer Landstraße, 1,2 Kilometer Fußweg entfernt. Und den Nahkauf-Markt am Lindenbaum, zu Fuß 1,1 Kilometer weit weg.

Zuwachs an Fläche

Der neue Rewe wird deutlich größer sein als bislang und eine Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern ausweisen, wie Rewe gestern sagte. Hinzu kommt der separate Getränkemarkt, so dass die Filiale auf 1200 Quadratmeter anwächst. Rewe will die Verkaufsräume im Winter mit der anfallenden Wärme der Kühlanlagen heizen, teilte das Einzelhandelsunternehmen mit. Neu gebaut werden in Frankfurt neben dem Rewe-Markt in Eschersheim noch ein Markt in Eckenheim und einer in Niederursel.

Das Gebäude, vom Architekturbüro Jo. Franzke entworfen, wird die vormalige Batschkapp und das Rewe-Gelände verbinden. Es hat vier Stockwerke, wobei auf den oberen drei Etagen die Wohnungen entstehen.

Bahn vor dem Fenster

27 Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern sind geplant. Die Tiefgarage mit 45 Stellplätzen ist für die Rewe-Kunden und Mieter gedacht. Knappen Baugrund multifunktional zu nutzen, Supermarkt im Erdgeschoss und Wohnungen darüber, ist der neue Trend in Frankfurt.

Es ist nicht nur eine Mode, sondern der blanke Flächenmangel, der selbst so unattraktive Grundstücke wie die an der Maybachstraße zu Wohngebiet macht. Unattraktiv, weil die S-Bahngleise direkt hinter dem Grundstück liegen – mit der damit verbundenen Lärmbelastung. An dieser Seite des Hauses sollen im Grundschnitt der Wohnungen die Küchen angeordnet werden.

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