+
140 Meter misst der Wohnturm, der in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof entstehen soll.

"Grand Central"

140 Meter hoher Wohnturm: Der neue Riese am Hauptbahnhof

Im Architekturwettbewerb für einen Teil des Areals zwischen Hafen- und Adam-Riese-Straße am Hauptbahnhof hat sich das Büro „Mecanoo“ durchgesetzt.

Die Niederländer haben das Rennen gemacht: Das Delfter Büro „Mecanoo“ hat sich mit seinem Entwurf für das Wohnquartier „Grand Central“ am Hauptbahnhof durchgesetzt. „Das Konzept von Mecanoo hat uns dadurch überzeugt, dass die Herausforderungen dieser Quartiersplanung mit einem sehr sehenswerten, nachhaltigen und gleichzeitig intelligenten Architekturkonzept gelöst wurden. Die exponierte Lage verlangt nach einem herausragenden Fassadendesign, welches wir bei Mecanoo sehr positiv bewertet haben“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Ausgelobt hatte den Wettbewerb ein Joint-Venture der beiden Immobilienentwickler Phoenix Real Estate und Groß & Partner, welche das Areal in enger Absprache mit der Stadt Frankfurt entwickeln.

Auf dem Gelände zwischen Hafen- und Adam-Riese-Straße, das in fußläufiger Distanz zum Hauptbahnhof liegt, sollen insgesamt rund 55 000 Quadratmeter neuer Wohnraum entstehen. Bis zu 600 Wohnungen sind hier geplant, die sich auf einen 140 Meter hohen Wohnturm und ein angrenzendes Nachbargebäude (bis zu 60 Meter Höhe möglich) verteilen. Eine rund 1300 Quadratmeter große Kita sowie 1700 Quadratmeter Gewerbeflächen sind ebenfalls vorgesehen.

Ein Drittel gefördert

Der Anteil an gefördertem Wohnraum beträgt etwa 16 500 Quadratmeter. Insgesamt sind rund 400 Parkplätze vorgesehen. „Wir begrüßen es, dass in dieser zentralen Lage in beachtlichem Umfang neuer Wohnraum entsteht“, freut sich Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

An der Ausschreibung nahmen neben Mecanoo auch die Frankfurter Architekturbüros Mäckler, HPP, Ferdinand Heide und NKBAK teil, dazu das Berliner Büro Eike Becker sowie die dänischen Architekten Schmidt Hammer Lassen aus Kopenhagen. Das Team von Mäckler Architekten erreichte den zweiten Platz, der dritte Platz wurde gleich zweimal vergeben – an die Architekturbüros Ferdinand Heide und HPP. Alle Entwürfe müssen aufgrund der komplexen Erschließung des Quartiers und der Gebäudeabhängigkeiten allerdings noch einmal überarbeitet werden.

„Grand Central“

Der neu entstehende Wohnkomplex ist Teil der größeren Projektentwicklung Grand Central, welche an die Nordseite des Hauptbahnhofs grenzt. Auf dem Areal zwischen Adam-Riese- und Hafenstraße standen jahrzehntelang alte Posthallen leer, die im Laufe dieses Jahres abgerissen wurden, um auf der rund 130 000 Quadratmeter großen Fläche neue Nutzungen zu realisieren. Den Startschuss für die Konversion des Areals gab die Deutsche Bahn AG mit der Anmietung der neuen Unternehmenszentrale für die DB Netz AG, welche bis Ende 2020 errichtet wird. Neben neuen Wohnungen, Büros und einem Hotel sind auf dem Areal auch gastronomische Flächen geplant. Eine Fußgängerbrücke über die Hafenstraße soll das Quartier direkt mit dem Hauptbahnhof verbinden. Mit der Realisierung soll frühestens Ende 2020/Anfang 2021 begonnen werden.

(ffm)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare