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Für jeden ein Schulplatz? In Frankfurt ein Problem.

Bildungsausschuss

Neue Schulen braucht die Stadt

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Auf ein neues Gymnasium muss Frankfurt noch ein Jahr länger warten. Während Eltern- und Schülervertreter befürchten, dass es zu eng an den bestehenden Schulen wird, würde sich die Elisabethenschule im Nordend über mehr Kinder freuen.

„Zu volle Schulen überfordern die Kinder und Lehrer.“ Das sagten Eltern- und Schülervertreter gestern Abend im Bildungsausschuss – und reagierten damit auf die Ankündigung von Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD), Stattdessen soll nur eine neue Integrierte Gesamtschule (IGS) und eine dritte Grundschule am Riedberg eröffnen. So soll es in der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans stehen. Zusätzliche Gymnasialplätze entstehen an bestehenden Schulen (wir berichteten).

„Das bereitet uns große Sorgen und sorgt für Unmut“, sagte der Stadtelternbeiratsvorsitzende Eckhard Gathof. Doch Sylvia Weber sieht keinen anderen Weg. „Angesichts der Personalsituation in den Ämtern können wir nicht drei neue Schulen im Schweinsgalopp eröffnen“, sagte sie. „Wir sind schon froh, wenn wir zwei schaffen.“

Die Grundschule sowie die IGS hätten Priorität, betonte sie auch gestern Abend noch einmal. „Angesichts der Schülerzahlen brauchen wir eine dritte Grundschule am Riedberg“, so Weber. „Die Kapazitäten an unseren Integrierten Gesamtschulen sind im kommenden Jahr erschöpft.“ Ein weiteres Gymnasium hingegen könne noch warten. Derzeit gebe es mehr Platz an Gymnasien als Bedarf. Einige Schulen hätten sogar freiwillig angeboten mehr Fünftklässler aufzunehmen – etwa die Freiherr-vom-Stein-Schule in Sachsenhausen oder die Elisabethenschule. Elternvertreter des Gymnasiums aus dem Nordend waren extra in den Bildungsausschuss gekommen, um ihrem Wunsch Ausdruck zu verleihen.

„An unserer Schule könnte man 60 neue Gymnasialplätze schaffen, direkt in der Innenstadt, wo sie gebraucht werden“, sagte die Elternbeiratsvorsitzende Tanya Elshorst. Möglich wäre dies, wenn das Gebäude fertig saniert sei und die Pavillonanlage behalten würde. Diesen Vorschlag habe man der Stadt auch schon gemacht, aber nie eine Antwort bekommen.

Sylvia Weber versicherte, man prüfe die Idee derzeit „ergebnisoffen“. Beachten müsse man etwa, ob die Pavillons als Chemie- oder Physikfachräume taugten und die sanierten Räume im Hauptgebäude als Klassenräume geeignet wären.

Während Vertreter von CDU, SPD und Grünen, aber auch Dominike Pauli von den Linken, den Schulentwicklungsplan Webers lobten, kritisierte Stefan von Wangenheim (FDP) den Entwurf. „Ich hoffe, dass ihre Pläne, das Gymnasium für eine IGS zu opfern, im kommenden Jahr nicht wieder zu wütenden Eltern führt“, sagte er.

Wie die beiden neuen Schulen finanziert werden, weiß die Bildungsdezernentin noch nicht. Finanzen dafür stehen im Haushalt 2019 noch nicht bereit. „Wir müssen das Geld aus bestehenden Mitteln nehmen“, sagte Weber und kündigte sogleich an, für das Jahr 2020 mehr Geld zu benötigen. „Wir müssen unser Etat verdoppeln.“ Sprich: Statt 150 Millionen Euro benötigt sie 300 Millionen Euro.

Da stimmte ihr Baudezernent Jan Schneider (CDU) ausnahmsweise zu. „Wir brauchen mehr Geld für die Schulneubauten“, sagte er. Doch dürfe man die bestehenden 160 Schulen nicht aus dem Auge verlieren. „Auch sie müssen in Schuss gehalten werden.“ Deshalb schlägt Schneider zwei Fördertöpfe vor – einen für den Neubau, einen für den Bauunterhalt. Das soll aber nicht sein einziger Vorschlag bleiben. „Wir brauchen mehr Zeit, um eine Schule zu bauen“, sagte er. Ein Jahr Zeit für Planung und Bau wie für die dritte Grundschule am Riedberg oder die IGS sei ein ambitionierter Plan. „Da dürfen keine Fehler passieren.“

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