Der geplante Stadtteil für 30.000 Einwohner zwischen Niederursel und Steinbach an der A5 vereint gleich mehrere politische Streitthemen in sich. Hier zu sehen: Ende November hat die Stadt die ersten Untersuchungsergebnisse vorgestellt.
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Der geplante Stadtteil für 30.000 Einwohner zwischen Niederursel und Steinbach an der A5 vereint gleich mehrere politische Streitthemen in sich. Hier zu sehen: Ende November hat die Stadt die ersten Untersuchungsergebnisse vorgestellt.

Gigantisch, umstritten, umkämpft

Der neue Stadtteil im Nordwesten Frankfurts: Diskutieren Sie mit

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Wir laden ein zum Bürgerforum am 11. August: Planungsdezernent Mike Josef und weitere Gäste stellen sich auch Ihren Fragen und Ihrer Kritik - vor Ort und online

Frankfurt -Mit einem neuen Stadtteil im Nordwesten soll Frankfurt wachsen; das besonders vor Ort strittige Vorhaben wird in einer Woche Thema sein bei einem Bürgerforum dieser Zeitung. In Zeiten von Corona-Kontaktbeschränkungen werden nicht nur einige Bürger vor Ort mitdiskutieren, sondern jeder kann live im Internet dabei sein.

An die 200 000 Wohnungen fehlen bis 2030 im Rhein-Main-Gebiet: Die Prognose des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main ist ein Weckruf für die ganze Region. 90 000 dieser Wohnungen machen die Fachleute dabei für Frankfurt als Bedarf aus. Ende 2017 entschied das Stadtparlament deshalb, ein Konzept für einen Stadtteil im Nordwesten der Stadt für bis zu 30 000 Einwohner ausarbeiten zu lassen.

Sieben Planungsteams arbeiten derzeit daran. Ideen, Meinungen und Hinweise der Bürger fließen dabei ebenfalls ein. Seit gestern und noch bis zum 23. August läuft die zweite Phase der Bürgerbeteiligung. Die sieht aber anders aus, als es das Planungsdezernat vorhatte: Großveranstaltungen, bei denen Bürger direkt mit Planern und Politikern diskutieren können, sind aufgrund der Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie derzeit unmöglich. Lediglich zweimal hatte es solche Treffen in größeren Runde bis zum Frühjahr gegeben. Ein "Bürgerdialog" im Mai wurde abgesagt.

Seit dem Corona-Ausbruch läuft die Beteiligung nur noch kontaktlos ab: Bürger können auf der Internetseite ffm.de "Frankfurt fragt mich" die Konzepte anschauen und Fragen stellen sowie Anregungen geben. Das ganze ist ebenso physisch möglich: Im Planungsdezernat (Kurt-Schumacher-Straße 10) sind die aktuellen Konzepte ausgestellt, Bürger können dort Kommentare und Anregungen schriftlich geben.

Im November, hofft Martin Hunscher, Leiter des Stadtplanungsamts, solle der nächste Bürgerdialog wieder real vor Ort stattfinden. Da die Fragen zum Ob und Wie des neuen Stadtteils beiderseits der A5 aber brennen, laden das Planungsdezernat und diese Zeitung gemeinsam für 11. August (Dienstag) zu einem direkten Dialog beim Bürgerforum "Wie wir wohnen sollen - neuer Stadtteil im Nordwesten" ein.

Live vor Ort im Haus am Dom werden dann auf dem Podium vier Fachleute miteinander und den Bürgern diskutieren, moderiert von Redakteur Dennis Pfeiffer-Goldmann:

Mike Josef(SPD), der Planungsdezernent: Er kann erläutern, warum die Stadt das neue Siedlungsgebiet bauen will, wieso sich die Koalition aus CDU, SPD und Grünen ausgerechnet dafür entschieden hat und warum dieses inzwischen als "Stadtteil der Quartiere" bezeichnet wird. Der SPD-Parteichef wird bisweilen auch als Namenspate für die "Josefstadt" genutzt.

Christiane Loizides(CDU), Vizechefin des Planungsausschusses der Stadtverordnetenversammlung: Sie kann nicht nur das Vorgehen des Parlaments mit dem Stadtwachstum erläutern. Als Mitglied der Regionalversammlung kennt sie auch die Bedenken der Umlandkommunen wie besonders Steinbach und Oberursel gegen den geplanten Stadtteil äußerst gut.

Wolf Rüdiger Hansenvom Verein "Brücke 71 - Wohnen in der Nordweststadt": Der IT-Fachmann im Ruhestand ist ebenso Mitglied im Kreisverband des Umweltverbands BUND und - ebenso wie beide Vereine - scharfer Kritiker der Stadtteil-Planung. Er kennt die Situation vor Ort westlich von Niederursel, der Nordweststadt und Praunheim sowie die großen Herausforderungen dort wie seine Westentasche.

Michael Peterek, Mitglied des Preisgerichts für die Konzepte für den neuen Stadtteil: Der Professor für Städtebau und Entwerfen an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), der Fachhochschule, kennt sich hervorragend mit urbanen Ballungsräumen und ihren Probleme aus und kann erläutern, wie andere Metropolen solche Herausforderungen beim Wachstum bewältigen.

Im Haus am Dom (Domplatz 3) können 30 Bürger live dabei sein - eine größere Zahl ist aufgrund der Corona-Abstandsregeln aktuell nicht möglich. Eingelassen wird daher nur, wer sich vorher angemeldet hat (siehe Text "Hier anmelden"), dann ausgelost wurde und eine Einlasskarte mitbringt.

Aber nicht verzagen: Jeder kann die Diskussion live unter www.fnp.de/eventvideoam 11. August ab 19 Uhr von Zuhause aus verfolgen. Über die Chatfunktion dort kann jeder Zuschauer außerdem Fragen stellen. Möglichst viele dieser Fragen werden dann live im Saal direkt in die Diskussionsrunde gestellt.

Anmeldung bis 7. August, dann entscheidet das Los

Das Bürgerforum "Wo wir wohnen sollen: neuer Stadtteil im Nordwesten" von Planungsdezernat und Frankfurter Neue Presse beginnt am Dienstag (11. August) um 19 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3, Einlass ab 18.30 Uhr nur für angemeldete Zuschauer mit persönlicher Einlasskarte.

Wer hinkommen möchte, muss sich bis 7. Augustmit dem Stichwort "Neuer Stadtteil" auf fnp.de/anmeldung registrieren. Die Teilnehmer werden per Zufallsprinzip ermittelt. Wer kommen darf, erhält eine Teilnahmebestätigung, die als Einlasskarte gilt und nicht übertragbar ist.

Im Saal wird der empfohlene Mindestabstand zwischen den Gästen sichergestellt. Ein Mund-Nase-Schutz muss innerhalb des Gebäudes zwingend getragen werden.

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