Weil die von Besuchern des Matthias-Beltz-Platzes mitgebrachten Stühle schon mehrmals als Sperrmüll entsorgt wurden, haben Anwohner eine Petition gestartet. 1711 Menschen haben unterschrieben und fordern, dass die Sitzgelegenheiten stehen bleiben dürfen.
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Weil die von Besuchern des Matthias-Beltz-Platzes mitgebrachten Stühle schon mehrmals als Sperrmüll entsorgt wurden, haben Anwohner eine Petition gestartet. 1711 Menschen haben unterschrieben und fordern, dass die Sitzgelegenheiten stehen bleiben dürfen.

40 Klappstühle als Sitzgelegenheiten

Neue Stühle für den Beltz-Platz

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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40 Klappstühle als Sitzgelegenheiten auf dem Matthias-Beltz-Platz soll die Stadt anschaffen. Die Betreiber des Wasserhäuschens „Gudes“ wollen sie morgens aufstellen und nach Geschäftsschluss über Nacht verwahren.

Innerhalb von vier Wochen haben 1711 Menschen eine Petition unterschrieben, in der sie fordern, dass die von Besuchern des Matthias-Beltz-Platzes mitgebrachten Stühle künftig nicht mehr als Sperrmüll entsorgt werden. Mitinitiatorin Stefanie Grohs übergab die Liste jetzt in der Sitzung des Ortsbeirates 3 (Nordend) an Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne).

„Es hat doch Charme, dass die Leute ihren Platz mitgestalten“, sagte Grohs. Sie selbst ist regelmäßiger Gast auf dem Platz, wohnt in unmittelbarer Nähe und äußerte ihr Unverständnis darüber, dass das Ordnungsamt die Sitzgelegenheiten als illegale Müllablagerungen einstuft und deshalb schon zwei Mal als Sperrmüll hat räumen lassen. Vorausgegangen war eine Beschwerde beim Amt.

Sitzend protestiert

Die Fläche – vor seiner Benennung nach dem im Jahr 2002 verstorbenen Kabarettisten Matthias Beltz vielen noch als Kleiner Friedberger Platz ein Begriff – war 2014 umgestaltet worden und hat sich seitdem zu einem beliebten Treffpunkt, vor allem auch bei Nachbarn entwickelt. Kürzlich erst hatten sie mit einem Sitz-Protest auf dem Platz auf ihr Anliegen hingewiesen.

Laut Jochen Vielhauer, Fraktionsvorsitzendem der Grünen im Ortsbeirat 3, habe Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) bereits angedeutet, in mobile Sitzgelegenheiten nach dem Vorbild auf dem Luisenplatz investieren zu wollen. Eine gute Idee, so die einhellige Meinung des Gremiums, das ein Grünen-Papier verabschiedet, in dem der Magistrat aufgefordert wird, 40 Klappstühle für den Beltz-Platz zur Verfügung zu stellen. An den Kosten beteiligt sich der Ortsbeirat mit 500 Euro. Bis die Klappstühle angeschafft sind, sollen die von Besuchern mitgebrachten Stühle auf dem Platz geduldet werden.

Florian Abel und Felix Wegener, die Betreiber des Wasserhäuschens „Gudes“ am Beltz-Platz, wollen sich künftig um das mobile Mobiliar kümmern. Und können dabei auf Unterstützung von Schreinermeister Malte Kuhlenkampff bauen. Unter seiner Federführung haben Bürger vor einigen Jahren Stühle für den Glauburgplatz gezimmert, die seitdem dort für Besucher zur Verfügung stehen.

Kuhlenkampff hat nun angeboten, kostenlos Halterungen für die Klappstühle am Wasserhäuschen am Beltz-Platz anzubringen. Dort könnten sie nachts dann angeschlossen werden – das schaffe Ordnung auf der Fläche. „Eine prima Lösung, die verlässlich wäre“, lobte SPD-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Koch.

Keine gute Idee ist es allerdings laut Guder, den Beltz-Platz am Samstag von FES-Mitarbeitern reinigen zu lassen. Nach Rücksprache mit der FES könne dies zur Folge haben, dass die Fläche dann in eine höhere Reinigungsklasse eingestuft werde und letztlich Anwohner die Zeche zahlen müssten. Deshalb sei es ratsam, die Stabsstelle Sauberes Frankfurt anzufragen, erklärte sie.

Samstags türmt sich nämlich oft Müll auf dem Beltz-Platz, weil Besucher der Freitagsparty nach dem Wochenmarkt auf dem Friedberger Platz nach 22 Uhr dorthin ziehen, um weiterzufeiern. Flaschen, Kippen, Pizzakartons und Kronkorken bleiben als ihre Hinterlassenschaften zurück. Nach Angaben von Grohs ließe sich das aber leicht ändern, indem größere Mülleimer montiert würden.

Mobiliar ist für alle da

„Ich räume Samstagmorgen immer hier auf, dafür bezahlt mir keiner etwas“, reagierte Abel leicht genervt auf die Nachfrage von Rainer Krug. Der CDU-Fraktionsvorsitzende wollte wissen, ob die Benutzung der von Steuergeld angeschafften Klappstühle an den Verzehr am „Gudes“ gebunden sei. Selbstverständlich nicht, entgegnete Abel und erklärte: „Ja, natürlich profitieren wir von den Stühlen, aber sie sind ja dafür da, dass es sich die Leute gemütlich machen können.“

Das jedoch hatten FES-Mitarbeiter zuletzt auf Anweisung des Ordnungsamtes verhindert. So lange kein Beschluss von offizieller Seite vorliege, dass die mitgebrachten Stühle stehen bleiben dürfen, bis das versprochene Mobiliar steht, werde das auch weiter so gehandhabt, erklärte Ordnungsamtssprecher Ralf Rohr.

Grundsätzlich könne von den Stühle nämlich auch eine Gefahr ausgehen. „Was ist, wenn etwas passiert, jemand einen Stuhl in ein Fenster wirft oder sich damit auf die Straße setzt“, gibt er zu bedenken und sagt: „Wir machen das ja nicht, um die Leute zu ärgern.“

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