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Neue Wohnungen in alter Siedlung

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So sehen die Grünflächen in der Siedlung heute aus . . .
So sehen die Grünflächen in der Siedlung heute aus . . . © Salome Roessler

Rund 2500 Wohnungen will die ABG-Holding in den kommenden Jahren bauen, ohne neue Flächen in Anspruch zu nehmen. Dazu sollen bestehende Siedlungen aufgestockt und ergänzt werden. Konkrete Pläne gibt es bereits für die Platensiedlung.

Die Platensiedlung in Ginnheim ist ein typisches Produkt der 50er Jahre: Lange, relativ niedrige Häuserzeilen, dazwischen großzügige Grünflächen, die kaum genutzt werden. Ideen, das ursprünglich für US-Soldaten errichtete Quartier, das seit 1995 der städtischen ABG-Holding gehört, umzugestalten und zu verdichten, gab es schon viele. Aber als der damalige Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) vor fünf Jahren vorschlug, einen Teil der Siedlung einfach abzureißen, war die Aufregung groß.

Auch deshalb geht ABG-Chef Frank Junker heute die Umgestaltung behutsamer an. Zwar sollen auf dem Areal nördlich und südlich der Platenstraße künftig rund drei Mal so viele Menschen leben wie bisher. „Aber an den bestehenden Wohnungen ändert sich nichts“, versichert er. Niemand müsse ausziehen, es werde keine Mieterhöhungen wegen Modernisierung geben.

Höher und dichter

Aber: Attraktiver und sozial stabiler solle die Siedlung werden. Das hätte Junker gerne schon früher gemacht, doch ihm waren die Hände gebunden. Denn der Vertrag mit dem Bund, von dem die ABG die Siedlung 1995 kaufte, ließ eine Nachverdichtung nicht zu.

Jetzt ist in einem ersten Schritt geplant, nördlich der Platenstraße 700 zusätzliche Wohnungen zu errichten. Das hat der ABG-Aufsichtsrat bereits im vergangenen Jahr beschlossen, der Frankfurter Architekt Stefan Forster hat Pläne dafür erstellt. Diese sehen so aus: Die dreigeschossigen Häuserzeilen werden um zwei Geschosse aufgestockt. Das soll schnell und kostengünstig durch vorgefertigte Holzmodule geschehen. Die Zeilen werden durch sechsgeschossige Kopfbauten geschlossen, so dass eine Hofsituation entsteht. Außerdem werden Zeilen durch „Brückenbauten“ über der Sudermannstraße verbunden. Im Nordosten des Areals, in der Nähe des Heizkraftwerks, entsteht auf einem Spielplatzgelände ein Neubau, in dem auch eine Kindertagesstätte Platz findet. In Tiefgaragen unter den Höfen entstehen 420 Stellplätze. Die Erdgeschosse werden so zu den Innenhöfen geöffnet, dass den Wohnungen private Gärten zugeordnet werden können. Die öffentlichen Grünflächen werden schöner gestaltet.

Kosten: 95 Millionen Euro

Rund 95 Millionen Euro will die ABG insgesamt investieren. Im Herbst soll der Bauantrag eingereicht werden. Die Arbeiten könnten im kommenden Frühjahr beginnen und 2019 abgeschlossen sein. „Die Siedlung gewinnt an Qualität“, ist Junker überzeugt. Außerdem entstehe dringend benötigter Wohnraum zu günstigen Preisen. Von den 700 Wohnungen im ersten Bauabschnitt soll die Hälfte öffentlich gefördert werden. 100 sind für das Mittelstandsprogramm vorgesehen, außerdem soll es 250 Studenten-Apartments geben. Die frei finanzierten Wohnungen sollen für 10 Euro pro Quadratmeter vermietet werden – laut Junker ein günstiger Preis. Nach der Sommerpause soll es eine Mieterversammlung geben. Nach Ansicht von Forster könnten auf dem Areal sogar noch mehr Wohnungen entstehen. „Wir haben längst noch nicht die Dichte des Nordends erreicht.“

Ideen für Folgeprojekte hat Junker bereits: Neben dem südlichen Teil der Platensiedlung kommen seiner Ansicht nach für eine Nachverdichtung auch die Steuben-Siedlung und die Hügel-Siedlung in Ginnheim, die Edwards-Siedlung in Berkersheim, die Fischstein-Siedlung in Hausen und die früheren Bundesbank-Wohnungen an der Miquelallee in Frage.

ABG-Chef Frank Junker und der Architekt Stefan Forster werden die Pläne für die Platensiedlung heute im Ortsbeirat 9 öffentlich vorstellen (ab 19.30 Uhr, Evangelische Andreasgemeinde, Kirchhainer Straße 2).

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