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Für Radfahrer gibt es eine markierte Fahrspur. Dies sei nach Ansicht von Experten noch nicht optimal, weil die Gefahren durch den Autoverkehr zu groß seien.

Nach Umgestaltung

Wird bald dauerhaft Tempo 30 auf der Eschersheimer Landstraße eingeführt?

Die Umgestaltung der Eschersheimer Landstraße zwischen Hügelstraße und Am Weißen Stein ist abgeschlossen. Insgesamt 4,1 Millionen Euro hat der Umbau gekostet.

Karin Puck freut sich über die Einspurigkeit auf der Eschersheimer Landstraße. „Es ist angenehmer, ruhiger und wesentlich sicherer für Radfahrer geworden“, sagt die Anwohnerin.

Auf rund 1,2 Kilometern, zwischen Weißer Stein und Hügelstraße, hat die Stadt die Hauptstraße umgebaut, dabei die Fahrbahn erneuert, Schutzstreifen für Radfahrer markiert, taktile Leitelemente für Sehbehinderte in den Boden gebaut, die Gehwege auf Straßenniveau gesenkt, Parkplätze in Längsrichtung geordnet, die Gehwege verbreitert, den Radfahrern an der Straße Am Lindenbaum das Abbiegen erleichtert. Dafür ist pro Richtung eine Spur für Autos weggefallen.

Lange Diskussionen

Info: Zahlen, Daten, Fakten

Der einspurige Umbau der Eschersheimer Landstraße zwischen Hügelstraße und Station Weißer Stein hat von April 2017 bis Dezember 2019 gedauert. Die Strecke ist 1,2 Kilometer lang. Vorausgegangen war eine jahrelange Diskussion in den kommunalpolitischen Gremien. 2015 zeigte ein Verkehrsversuch, dass der Verkehr trotz Einspurigkeit fließt.

Die Kosten liegen bei 4,1 Millionen Euro. Weitere Mehrkosten seien möglich wegen zusätzlicher Bordsteinarbeiten, sagte Michael Wejwoda vom Straßenbauamt. Wenn die Witterung es zulässt, werden noch 33 Bäume gepflanzt. 177 Parkplätze blieben an den Straßenrändern erhalten. 110 Fahrradbügel kamen hinzu.

Dem Umbau gingen lange Diskussionen im Ortsbeirat und im Verkehrsausschuss voraus. 2015 hatte ein viermonatiger Verkehrsversuch gezeigt, dass der Verkehr bei einer einspurigen Führung nicht zusammenbricht, was Kritiker befürchtet hatten.

Während dieser Diskussion im Jahr 2015 sammelten Karin Puck und Anne Conley Unterschriften im Stadtteil, um den Umbau zu unterstützen. 450 Anwohner hätten unterschrieben – „und sogar 36 Geschäftsinhaber“, sagt Conley, die am Montag auch zum Eröffnungsrundgang gekommen war. „Jetzt fehlt nur noch Tempo 30“, sagt Puck.

Anne Wehr pflichtet ihr bei. „Die Eschersheimer Landstraße ist ein gutes Beispiel dafür, wie nötig Tempo 30 wäre“, sagt die Frau aus dem Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt. Sie blickt auf die Straße, wo nur unterbrochene Markierungen die Radfahrer vom Verkehr trennen. „Für Tempo 50 ist es hier zu eng“, stellt sie fest. Bei dieser Schnelligkeit genügten kleine Fahrfehler, damit es zu Unfällen komme.

„Das Optimum ist noch nicht erreicht“, sagt auch Uli Scheel vom Radentscheid Frankfurt. Wenn ein Lkw neben einem Radler fahre, seien die Platzverhältnisse „grenzwertig“, sagt er.

Weitere Änderungen

Donna Ochs (SPD) aus dem Ortsbeirat 9 spricht sich wiederum dafür aus, dass die Ampel an der Kreuzung Am Lindenbaum korrigiert wird. Dort stünden abbiegende Autos teils auf den Gleisen. Auch sollten Markierungen für Radfahrer eingefärbt werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen.

Diesen Wünschen nach Nachbesserungen zum Trotz sind die Befragten grundsätzlich froh über den Umbau der Hauptstraße. „Vor dem Umbau gab es eine jahrelange Debatte mit Maximalpositionen, die nur schwer in Einklang zu bringen waren“, erinnert sich Stadtrat Stefan Majer (Grüne), der als früherer Verkehrsdezernent den Umbau forciert hatte.

Der heutige Dezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigte weitere Änderungen an. 2019 errichte die Stadt Übergänge am Sinaipark und an der Straße Am Dornbusch. Einem Tempolimit erteilte er eine Absage: Abgesehen von Tempo 30 bei Nacht auf dem Alleenring werde es „in dieser Wahlperiode kein Tempo 30 auf Hauptstraßen mehr geben“.

von Florian Leclerc

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